Interview

Europäische Wochen Passau: "Dieses Jahr geht es um Freude!"

Carsten Gerhard über die Europäischen Wochen Passau, die bis Ende Juli rund 40 Veranstaltungen nach Ostbayern bringen.
| Philipp Seidel
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Carsten Gerhard, der Intendant der Europäischen Wochen in Passau.
Carsten Gerhard, der Intendant der Europäischen Wochen in Passau. © picture alliance/dpa/Europäische Wochen

Passau - Das offizielle Eröffnungskonzert ist erst am Samstag - die Nationale Kammerphilharmonie Prag unter Hansjörg Albrecht spielt in der Passauer Studienkirche St. Michael unter anderem eine Uraufführung von Enjott Schneider: "Botticelli-Triptyque". Und bis zum 25. Juli gibt es dann rund 40 Konzerte.

AZ: Herr Gerhard, es ist verrückt: Sie müssen schon zum zweiten Mal in Zeiten des Abstandhaltens ein Festival organisieren, das das grenzüberschreitende Zusammenkommen feiert. Haben Sie sich da schon eine Corona-Routine erarbeitet?
CARSTEN GERHARD: In der Tat haben wir im letzten Jahr Erfahrungen gesammelt, die uns heuer helfen. Wir haben das Glück des Tüchtigen, dass die Inzidenzen jetzt pünktlich zum Festivalbeginn erlauben, Menschen wieder zusammenzubringen, Künstler und Orchester aus dem Ausland herzuholen und auch grenzüberschreitend tätig zu werden. Wir spielen in Oberösterreich, wir haben Gäste aus Tschechien. Nach dem Herbstfestival im letzten Jahr haben wir uns dazu entschieden: Dieses Jahr sollen die Festspiele wieder im Sommer stattfinden - der Impfstoff war im Anzug, und das Sommerwetter tut ein Übriges. Es freut mich, dass unsere Zuversicht belohnt wird.

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Gerhard: "Es war ein größerer Kommunikationsaufwand als sonst" 

Gebucht haben Sie die Künstler ja schon vorher. War es leichter oder schwerer als sonst, große Namen wie das Concertgebouw Orchestra, Igor Levit, Anna Prohaska, oder Ute Lemper für Passau zu gewinnen?
Wir haben ganz viel Dankbarkeit auf Seiten der Künstler gespürt, dass wir planen und an der Durchführung festhalten. Gleichzeitig war es natürlich ein größerer Kommunikationsaufwand: Wir mussten uns über die Modalitäten unter Corona-Bedingungen verständigen. Wir haben noch viel mehr mit den Künstlern und den Agenturen kommuniziert als sowieso. Und wir haben auch immer wieder informiert: Macht euch keine Sorgen - wir möchten, wenn es irgendwie verantwortbar ist, das Festival durchführen.

Gerhard: "Igor Levit im Rathaussaal ist seit einem halben Jahr ausverkauft"

Die Menschen werden derzeit hungrig nach Kultur sein. Gibt es noch Karten?
Man merkt, die Menschen freuen sich unheimlich auf die Festspiele. Wir haben eine gute Nachfrage, viele Konzerte sind gut verkauft oder ausverkauft. Wir haben aber auch noch genügend Konzerte, für die wir Karten anbieten können. Vor allem bei den Open Airs. Schwierig ist es mit Karten für die großen Stars in den relativ kleinen Sälen, Igor Levit im Passauer Rathaussaal ist seit einem halben Jahr ausverkauft.

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Gerhard: "Mit anderen Menschen gemeinsam lauschen und eintauchen"

Was ist das Herzstück der Europäischen Wochen?
Die Freude! Ganz klar. Wir möchten uns gemeinsam mit dem Publikum freuen, dass man wieder zusammenkommen, gemeinsam Kunst erleben kann, dass diese Magie zwischen Publikum und Bühnenkünstler wieder entsteht, die man im Digitalen nie herstellen kann, weil es diese stillen und geheimnisvollen Kommunikationswege sind, die den Zauber des Moments hervorbringen. Dass man auch als Publikum wieder zusammenkommen kann. Auch das gehört ja zum Konzerterlebnis: Mit anderen Menschen gemeinsam zu lauschen, einzutauchen, erhoben und erfreut zu werden.

Was bedeutet das konkret?
Wir eröffnen mit dem "Sommernachtstraum" von Mendelssohn, der Schauspielmusik, und enden mit einem zweitägigen "Sommernachtszauber" auf der Waldbühne oberhalb der Feste. Am ersten Tag mit "Bildern einer Ausstellung" von Mussorgsky in einer Fassung für Streichorchester, dazu beleuchtet ein Lichtkünstler mit Lichtskulpturen das ganze Areal. Am nächsten Tag folgt das Format "Opern auf Bayrisch" mit Michael Lerchenberg, Gerd Anthoff und Conny Glogger, die uns mit viel bayerischem Schmiss und Augenzwinkern aus den Festspielen herausspielen. Das Thema Sommernachtszauber ist also über die Festspiele gespannt, um zu zeigen: Dieses Jahr wollen wir uns verzaubern lassen. Die Freude soll die tonangebende Leidenschaft sein.

69. Europäische Wochen Passau, 18. Juni bis 25. Juli, Programm und Karten unter ew-passau.de.

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