Wincent Weiss mit dem schnellsten Stage-Dive der Tollwood-Saison
Heimspiel am Final-Wochenende auf dem Tollwood-Festival. Singer-Songwriter Wincent Weiss radelte aus der Stadt zum Gelände und brachte eine zweistündige, hochenergetische Pop-Show für die ganze Familie mit. Diesmal klappte es mit dem Auftritt. Die Sause im vergangenen Jahr nebenan in der Olympiahalle hatte der Sunnyboy noch krankheitsbedingt absagen müssen.
Zeit zu verlieren hatte der Wahl-Münchner daher überhaupt nicht. Gleich beim vierten Song "Bleiben wir" schmiss er sich auf die Hände der Fans in die Menge. Der wohl schnellste Stage-Dive der Tollwood-Saison.
Musikalisch regierte an diesem Abend der leichte Wohlfühl-Pop. Weiss besang eingängig mit der Gitarre den ewigen Sommer, Freundschaften und positive Gedanken. Mal getragen nur von seiner Stimme, mal unterstützt von seiner langjährigen Band und treibenden Sounds. Für seine Fans hatte er eine wichtige Botschaft zum Thema Social Media im Gepäck: „Lasst euch von diesen ganzen Postings nicht unter Druck setzen. Das einzige Like, das ihr braucht, ist das von euch selbst!“, rief der 33-Jährige.
Wincent Weiss dirigiert die Fans im Kopfstand
Auch seinen brandneuen Song "Uuuhh" hatte er in die Setlist gepackt. Die Nummer war erst am Vortag erschienen. Bei den Anhängern kommt der Track bereits bestens an. Ein paar Fans hatten sich den Titel mit Filzstift auf den Unterarm oder sogar auf die neuen, weißen Sneaker geschrieben.

Überhaupt war der quirlige Sänger kaum zu bremsen, am Rand bewunderten ihn auffällig viele junge Fans mit großen Augen. Bei "Hier mit dir" eilte er durch die Massen und kletterte plötzlich am Zeltgestänge hinauf. Zum rockigen "Flieg" stand er auf seiner Video-Wand im Flammen-Effekt. Kaum ein Künstler wechselte in der Musik-Arena so oft die Position. "Puh, sind das weite Wege inzwischen", schnaufte er komplett durchgeschwitzt gegen Ende der Show und dirigierte kurz darauf im Kopfstand Münchens größten Tanzkurs zu „So gut“.
Die Fans verteilen Papierherzen
Die Generationen mischten sich im Publikum. Viele waren mit den Eltern oder Großeltern da und hielten bei "Langsam" kleine Papierherzen in die Luft. 1.000 Stück hatten treue Fans vorab ausgeschnitten und verteilt. Eine Aktion, die den Sänger sichtlich rührte.
Nicht nur wegen der Fan-Liebe wirkte Weiss extrem nahbar. Auf einer kleinen Mittelbühne tauschte er ein Plektrum gegen einen Schnaps und verriet, dass er sich jetzt schon auf das Oktoberfest freut. Als er auf dem Weg zur dritten Bühne einen Fan direkt begrüßte, stieß die Frau einen urgewaltigen Jubelschrei aus. Mit geschlossenen Augen und gereckten Fäusten. Die Kamera fing diese Sekunden perfekt ein und projizierte sie auf die Leinwände. Das Zelt tobte vor Entzücken.
Da hatte jemand richtig Lust auf sein Publikum. Eine herrlich authentische Nachricht im oft so glatt gebügelten Pop-Geschäft. Der Weiss wie’s geht.
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