Kommentar

Kulturbankrott: Der Schönwetterminister

Bernd Sibler ist in der Pandemie ein Leichtgewicht - zum Schaden aller, die von Veranstaltungen leben.
| Robert Braunmüller
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Guten Willen kann man Bayerns Staatsminister für Wissenschaft und Kunst an sich nicht absprechen. Bernd Sibler hat als erster in diesem Amt die Freie Szene jenseits der staatlichen und städtischen Theater und Museen zur Kenntnis genommen.

Aber: Der Minister hört zu

Im Unterschied zu seinem Ministerpräsidenten wird er auch bei kulturellen Veranstaltungen gesichtet. Er wirkt zugewandt und hört im Unterschied zu einigen seiner Vorgänger auch zu, wenn man mit ihm redet.

Sibler setzt sich zu wenig durch

Nur nutzt das der Freien Szene und den privaten Kulturveranstaltern derzeit nichts. Sibler ist leider ein Schönwetterminister. Für sein - im Vergleich mit Hubert Aiwanger - federleichtes Gewicht im Kabinett ist bezeichnend, dass es der Gastronomie und der Tourismuslobby gelingt, mit dem Argument der Wirtschaftlichkeit volle Restaurants und dreiviertelvolle Seilbahnen durchzusetzen, während im kulturellen Bereich nur 25 Prozent der Plätze besetzt werden dürfen.

Die finanziellen Löcher werden immer größer - bei allen

Das macht privatwirtschaftlich veranstaltete Kultur derzeit unmöglich, und auch bei öffentlich finanzierten Häusern werden die Löcher im Etat immer größer.

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Das pseudovirologische Argument mit der frischen Luft beim Skifahren zieht angesichts der Lüftungskapazität der meisten Spielstätten auch nicht wirklich.

Was will Sibler erreichen?

Und da fragt man sich: Was macht Bernd Sibler eigentlich in Kabinettssitzungen, wenn seine Kollegen offenbar mühelos Brancheninteressen durchsetzen? Wartet er auf das schöne Wetter und den Frühling, um das jetzt verschreckte Publikum mit Sonntagsreden und mit der 101. wissenschaftlich begleiteten Pilotstudie wieder in die Theater und Konzertsäle zu locken? Das schafft aber notfalls auch eine PR-Agentur, dafür braucht man keinen Minister.

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