Kritik

"Lauras Stern" im Kino: Kindliche Sternzeichen

Die Realverfilmung von "Lauras Stern" bleibt nah an der populären Buchvorlage.
| Florian Koch
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Mit Hilfe des Sterns kann Laura (Emilia Kowalski) wie eine kleine Hexe auf dem Besen reiten.
Mit Hilfe des Sterns kann Laura (Emilia Kowalski) wie eine kleine Hexe auf dem Besen reiten. © Warner

Schnell geschnitten sind sie, laut, mit simpel gezeichneten Figuren, schematischen Geschichten und plumpen "Alles wird gut"-Botschaften. Und dennoch lassen sich US-Trickfilm-Marken wie "Paw Patrol" oder bedenklicher noch "Ninjago" in all ihren Merchandise-Tentakeln aus vielen Kinderzimmern nicht mehr wegdenken. Und auch im Kinomarkt saugt sich diese konturlose Animations-Ware, zu der auch "Feuerwehrmann Sam" zählt, immer mehr fest - dabei sind die knallig-oberflächlichen Trickfilme für den ersten Kinobesuch gar nicht unbedingt geeignet. Behutsamer, mit mehr pädagogischer Fürsorge für ein Publikum ab fünf gestaltet sich die erste Realverfilmung von "Lauras Stern".

25 Jahre ist es bereits her, als Klaus Baumgart von einem einsamen fünfjährigen Mädchen berichtete, dass in einem verletzten Stern einen Freund findet - bevor sie ihn dann doch wieder aufgeben muss. Das Thema Identifikation mit dem Fremden bis hin zur Loslösung ist kein neuer Topos, man denke nur an "E.T.".

"Lauras Stern": Hohes Identifikationspotenzial

Doch Baumgart erzählt mit feinen Illustrationen und noch mehr Feingefühl von Lauras Lebenswirklichkeit. Einem Mädchen, das sich nach dem Umzug vom Land in die Stadt entwurzelt fühlt und damit für viele Kinder auch ein hohes Identifikationspotenzial besitzt.

Wie der Zeichentrickfilm von 2004 bleibt Joya Thome, die Tochter von Rudolf Thome ("Rote Sonne"), ganz nah, manchmal sogar Bild für Bild an der Vorlage und recycelt sogar die süßliche Filmmusik von Hans Zimmer.

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Was wiederum bedeutet, dass sich die dramatischen Volten bis auf den immer kränklicheren Stern und als Höhepunkt ein vergessener Cellobogen der Mutter vor ihrem ersten Auftritt in der Oper in arge Grenzen halten.

Die Kamera bleibt dabei stets auf Augenhöhe der Kinder, während die Welt der nur schemenhaft skizzierten Eltern (Luise Heyer, Ludwig Trepte) kaum eine Rolle spielt.

Fast eine Mini-Amélie

Mit ihren großen staunenden Augen und dem schwarzen Pony wirkt Laura-Darstellerin Emilia Kowalski bei ihrer Annäherung an den gefallenen Stern fast wie eine Mini-Amélie.

Auch das künstliche Setting mit der verwunschenen Dachterrasse, auf der Laura auf eine mechanische Katze trifft, erinnert an Jean-Pierre Jeunets französischen Kinohit. Gemein hat Thomes Film neben der verspielten Überhöhung auch die technische Brillanz. Gerade der pulsierende animierte Stern mit seinem an Glühwürmchen erinnernden Sternenschweif ist ein beeindruckender virtueller Spielpartner für Kowalski und den knuffigen Michael Koch, der Lauras jüngeren Film-Bruder Tommy verkörpert.

Bei aller Liebe zum Detail wird jedoch nie der Mut, bewiesen, der Vorlage auch mal neue erzählerische Funken abzugewinnen. Wobei gerade diese sternenstaubige Werktreue die jüngsten, noch leicht zu verunsichernden Kinobesucher zum Strahlen bringen dürfte.

Kinos: CinemaxX, Leopold, Mathäser, Royal, R: Joya Thome (D, 79 Min.)

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