Klo, Blut, Fäkalien: Kritik zum Feuchtgebiete-Film

Unter all den Klo- und Krankenhausszenen, zwischen Blut und Fäkalien erstickt die familiäre Geschichte: So ist der Feuchtgebiete-Film - Die AZ-Kritik.
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Der Film "Feuchtgebiete" kommt am 22. August 2013 in die deutschen Kinos.
ho 14 Der Film "Feuchtgebiete" kommt am 22. August 2013 in die deutschen Kinos.
So eklig ist der Feuchtgebiete-Film: Die Bilder
Peter Hartwig / Majestic 14 So eklig ist der Feuchtgebiete-Film: Die Bilder
Helen (Carla Juri) pflegt einen offenen Umgang mit ihren Körperflüssigkeiten.
Peter Hartwig / Majestic 14 Helen (Carla Juri) pflegt einen offenen Umgang mit ihren Körperflüssigkeiten.
Helen (Carla Juri) überprüft ihren Muschigeruch – leicht und betörend sollte er sein.
Peter Hartwig / Majestic 14 Helen (Carla Juri) überprüft ihren Muschigeruch – leicht und betörend sollte er sein.
Hygiene wird bei Helen Memel (Carla Juri) kleingeschrieben – eine haselnussgroße Menge Zinksalbe lindert das Gejucke der Hämorrhoiden.
Peter Hartwig / Majestic 14 Hygiene wird bei Helen Memel (Carla Juri) kleingeschrieben – eine haselnussgroße Menge Zinksalbe lindert das Gejucke der Hämorrhoiden.
Schmerzhaft: Erste Begegnung zwischen Helen (Carla Juri) und Prof. Notz (Edgar Selge).
Peter Hartwig / Majestic 14 Schmerzhaft: Erste Begegnung zwischen Helen (Carla Juri) und Prof. Notz (Edgar Selge).
Helen (Carla Juri), mit einer missglückten Intimrasur, auf dem Weg ins Krankenhaus.
Peter Hartwig / Majestic 14 Helen (Carla Juri), mit einer missglückten Intimrasur, auf dem Weg ins Krankenhaus.
Helen (Carla Juri) und ihre beste Freundin Corinna (Marlen Kruse).
Peter Hartwig / Majestic 14 Helen (Carla Juri) und ihre beste Freundin Corinna (Marlen Kruse).
Robin (Christoph Letkowski) und Helen (Carla Juri): Nach Regen folgt Sonnenschein.
Peter Hartwig / Majestic 14 Robin (Christoph Letkowski) und Helen (Carla Juri): Nach Regen folgt Sonnenschein.
Besondere Verbindung: Pfleger Robin (Christoph Letkowski) zeigt Helen (Carla Juri) die Fotos ihrer Analfissur.
Peter Hartwig / Majestic 14 Besondere Verbindung: Pfleger Robin (Christoph Letkowski) zeigt Helen (Carla Juri) die Fotos ihrer Analfissur.
Regisseur David Wnendt am Set von FEUCHTGEBIETE mit seiner Hauptdarstellerin Carla Juri.
Peter Hartwig / Majestic 14 Regisseur David Wnendt am Set von FEUCHTGEBIETE mit seiner Hauptdarstellerin Carla Juri.
Produzent von FEUCHTGEBIETE: Peter Rommel.
Peter Hartwig / Majestic 14 Produzent von FEUCHTGEBIETE: Peter Rommel.
Der Film "Feuchtgebiete" kommt am 22. August 2013 in die deutschen Kinos.
ho 14 Der Film "Feuchtgebiete" kommt am 22. August 2013 in die deutschen Kinos.
Der Film "Feuchtgebiete" kommt am 22. August 2013 in die deutschen Kinos.
dpa 14 Der Film "Feuchtgebiete" kommt am 22. August 2013 in die deutschen Kinos.

Es gibt viele Erfolgsbücher, die als unverfilmbar galten, bevor die doch Beute des Kinos wurden. Aber bei wenigen war es so deutlich, warum es eigentlich nicht geht, wie bei Charlotte Roches Bestseller „Feuchtgebiete“. Ein Buch, das in seiner Beschreibung von Hämorrhoiden, Analfissuren, Körpersekreten und Ausscheidungen (und der speziellen Verwendung von Avocadokernen) so explizit und detailliert ist, dass es nicht allen 2,5 Millionen Buchkäufern gelang, das Ende der Geschichte zu erreichen. Leinwandträume sehen definitiv anders aus.

Dabei übersahen manche, dass hinter der Provokation und der Selbstzerstörung der Protagonistin Helen Memel tiefer Seelenschmerz steckt. Sie aus der unglücklichen und später geschiedenen Ehe ihre Eltern nicht verdrängen kann: Den missglückten Selbstmordversuch der Mutter, die ihren kleinen Sohn mit in den Tod genommen hätte.

Feuchtegbiete: Der Umtausch-Bestseller

Wie aber geht der junge Regisseur David Wnendt mit dem Buch um? Er zeigt alles, was die Ekelgrenze des Zuschauers (und die Schamgrenze des mitfinanzierenden ZDF) gerade noch zulässt - schon dafür gebührt Schauspielerin Carla Juri eine Tapferkeitsmedaille. Aber unter all den Klo- und Krankenhausszenen, zwischen Blut und Fäkalien erstickt die familiäre Geschichte. Das ist schade, denn immer wenn die Mutter (Meret Becker) und der Vater (Axel Milberg) mit ins Spiel kommen, wird deutlich, dass „Feuchtgebiete“ in intelligenterer und weniger auf vermeintlichen Tabubruch zielender Umsetzung ein bewegender Film hätte werden können.

AZ-Kritik: So eklig ist der Feuchtgebiete-Film

Wnendt und sein Drehbuch-Co-Autor aber schaffen es nicht, den Zuschauer emotional zu binden, es sind sehr lange und langweilige 109 Kinominuten, auch wenn Edgar Selges Visiten als Professor Notz hinreißend sind.

Ästhetisch scheint Wnendt ein Art deutsches „Trainspotting“ vorgeschwebt zu haben, doch ob seine Erfindung von Mikropilzlandschaften und mit Technoklängen unterlegten Drogentrips auch jenen fernen Kultstatus erreichen, scheint schwer vorstellbar. Auch Roches zweiter Bestseller „Schoßgebete“ wird bereits verfilmt. Man kann nur hoffen, dass es Regisseur Sönke Wortmann besser gelingt als Wnendt, die emotionale Seite der Geschichte zu retten und nicht auf die Sogkraft des „Skandals“ zu bauen.

Feuchtgebiete startet bundesweit am 22. August

 

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