Zukunft des TSV 1860 Daniel Bierofka: "Werde die Jungs nicht im Stich lassen"

, aktualisiert am 19.04.2019 - 15:52 Uhr
Klare Ansagen: Daniel Bierofka (li.) und seine Löwen. Foto: imago/Lackovic

Daniel Bierofka spricht vor dem Auswärtsspiel des TSV 1860 in Halle über die schwierige Lage beim Löwen - sowohl in personeller als auch in finanzieller Hinsicht. Und der 40-Jährige gab ein Versprechen ab.

 

München - Die Personallage ist angespannt beim TSV 1860: Vor dem Auswärtsspiel beim Halleschen FC am Samstag (14 Uhr, live im BR und im AZ-Liveticker) fallen gleich mehrere Spieler verletzt aus - oder sie fehlen gesperrt. Jetzt kamen auch noch Herbert Paul, dessen Zeh angeschwollen ist, und Alessandro Abruscia (Adduktorenprobleme) hinzu.

Aber freilich beschäftigt die Sechzger in diesen Tagen auch das Drumherum, die bevorstehende Konsolidierung - und die Bitte von Löwen-Trainer Daniel Bierofka und Sportchef Günther Gorenzel, doch noch mehr Budget zu bekommen. Vor der Partie in Sachsen-Anhalt sprach Bierofka um alle drängenden Fragen rund um die Sechzger:

…über den Nasenbeinbruch von Simon Lorenz: "Simon hat mit seiner Maske bei den Standards ein paar Bälle ordentlich weggeschädelt, von daher passt das ganz gut, denke ich. Er hat nicht den Eindruck gemacht, als ob es ihn groß behindern würde."

Daniel Bierofka: "Weg mit dem Ding!"

…über eigene Erfahrungen mit einer Gesichtsmaske: "Ich habe mit dem Ding auch gespielt, als ich meine Nase gebrochen hatte, mit 33, 34 Jahren war das. Ich war so verrückt und habe sie kurz nach der Halbzeit weg getan und hab' mit einem Pflaster weiter gespielt. Ich habe damals auf der Sechs gespielt, da habe ich nicht gesehen, ob von hinten einer kommt. Irgendwann dachte ich mir: Leck mich am Arsch - weg mit dem Ding!"

…über weitere Personalsorgen: "Wir müssen durch die Personallage improvisieren, der Kader stellt sich von alleine auf. Sascha, Efe, Molli und Masch fallen auch aus. Momentan ist es schon nicht ganz so einfach. Aber damit müssen wir leben. Wir fahren trotzdem nach Halle und werden garantiert nicht schon vorher die weiße Flagge hissen. Jetzt sind die Jungs dran, die das ganze Jahr hinten angeschoben haben. Sie bekommen ihre Chance. Ich habe schln öfter in meiner Karriere erlebt: Wenn man sagt, es wird schwierig, dann packt man es."

...über Gegner Halle: "Ich würde nicht sagen, dass wir Beton anrühren müssen. Sie haben nicht so viele Tore geschossen, ihre Stärke ist eher die Defensive. Also gilt: Wenn wir ein Tor mehr schießen als der Gegner, gewinnen wir. Ich denke, es wird ein enges Spiel."

Semi Belkahia "hat Gas gegeben"

…über einen Einsatz von Prince Osei Owusu und die Chance der Reservisten: "Dieser letzte Biss fehlt nicht nur ihm, sondern uns allgemein. Die Jungs müssen sich einfach durchsetzen im Zweikampf. Ich kann ihnen einen Plan geben, in der Defensive und im Spiel nach vorne. Aber vorne im letzten Drittel gibt es nicht mehr den Plan ‚von A nach B, dann nach C und ins Tor.‘"

…über Talent Semi Belkahia: "Es gibt nicht mehr viele Innenverteidiger. Jan Mauersberger trainiert erst zwei Wochen nach seiner Verletzung. Semi hat auch das ganze Jahr Gas gegeben und es sich verdient, dass er spielt - wie Dennis Dressel. Wir waren aber mit Felix und Simon (Weber und Lorenz, d. Red.) sehr stabil in der Viererkette, also gab auch keinen Grund zu wechseln. Klar war es schwer für den Jungen, aber wenn man hartnäckig bleibt und dranbleibt, wird man belohnt."

…über die jüngste Aufsichtsratssitzung: "Das sind Interna. Für mich war nochmal wichtig, weil mit mir noch keiner gesprochen hat, den Leuten meine Sichtweise kundzutun: Wie der Kader nächste Saison aussieht, wie ich ihn sehe. Ich denke, die Leute, denen ich das präsentiert habe, haben das schon verstanden. Ob es was ändert, kann ich noch nicht sagen."

…über den Ausfall von Sascha Mölders: "Andere müssen ihn ersetzen, auch von seiner Mentalität her. Da denke ich an Lex, Weber, Wein, Steinhart. Jetzt müssen die anderen Jungs Eier zeigen - das tun, was ihnen Sascha abgenommen hat."

Daniel Bierofka: "Ich habe noch Vertrag"

…über den dünnen Kader: "Man sieht am Beispiel Haching: Du kannst mit 13, 14, 15 Spielern schon eine sehr gute Mannschaft stellen. Wie gut ein Kader ist, sieht man nicht am Anfang der Saison, sondern am Ende. Dann, wenn es Verletzungen und Sperren gibt. Von dem her bin ich froh, Jungs hintendran zu haben."

…über seine eigene Situation in der kommenden Saison: "Also erstmal habe ich noch Vertrag. Dann habe ich eine Verantwortung den Jungs gegenüber, die hier unterschrieben haben. Auch für zwei Jahre unter der Voraussetzung, dass ich Trainer bin. Ich werde die Jungs garantiert nicht im Stich lassen. Außer der Verein sagt, er will einen anderen Trainer. Das ist auch kein Problem, dann fahre ich nach Hause und investiere meine Energie in meine Familie. Das wäre vielleicht auch mal nicht schlecht. Aber so lange ich hier bin, werde ich alles dafür tun, um das Maximum aus den Jungs herauszuholen. Und ich muss nochmal sagen: Ich bin stolz auf die Jungs, wie sie das alles weggesteckt haben, den Ärger außen herum, die Situation mit den Verträgen. Das war dahingehend schwierig, weil sie mitbekommen haben, dass wir konsolidieren müssen. Da war jedem klar, dass es Veränderungen geben wird. Es war toll, wie sie damit umgegangen sind - großen Respekt!"

Lesen Sie hier: Das ist der Sommerfahrplan des TSV 1860 München

Lesen Sie auch: Kleiner Etat für den TSV 1860? Das geben andere Klubs aus

 

5 Kommentare

Kommentieren

  1. Ihr Pseudonym sowie weitere Daten können Sie in Ihrem Benutzerkonto ändern. Dieses finden Sie oben rechts .

loading