Wut über Adidas Münchner SPD-Bundestagsabgeordneter Florian Post verbrennt Shirt

Aus Wut über Adidas hat Florian Post eines seiner Shirts verbrannt. Foto: Jörg Carstensen/dpa, Twitter-Screenshot, AZ-Montage

Aus Wut über den Adidas-Konzern hat der Münchner SPDler Florian Post ein Shirt verbrannt. Grund ist die Ankündigung des Konzerns, keine Miete mehr bezahlen zu wollen.

 

München/Berlin - Der Münchner SPD-Bundestagsabgeordnete Florian Post sorgt mit einem auf Twitter veröffentlichen Video für Aufsehen. Darin verbrennt der Politiker aus Protest gegen Adidas ein Poloshirt des Sportartikelherstellers.

"Ich kaufe keine adidas-Produkte mehr! Auch Vereine sollten überlegen, wer ihr Sponsoring-Partner künftig und gerade nach der Corona-Krise sein sollte. Hier handelt es sich übrigens um ein altes Polo-Shirt, für die Kleiderspende völlig ungeeignet", schreibt der SPDler zu dem Video.

Adidas will keine Miete mehr zahlen

Hintergrund der Aktion ist laut Post die Ankündigung von Adidas, wegen der Corona-Krise keine Miete mehr für seine geschlossenen Läden zahlen zu wollen. "Es ist richtig, dass Adidas, wie viele andere Unternehmen auch, vorsorglich Mietzahlungen temporär aussetzt, wo unsere Läden geschlossen sind. Wir sind dazu mit den betreffenden Vermietern in engem Austausch", erklärte eine Firmensprecherin am Freitag dazu.

Die Hilfeleistungen des Bundestags "geben eine Aussetzung der Mietzahlungen von Adidas nicht her", erklärte Post auf Twitter. Es gehe darum, dass privaten Mietern nicht gekündigt werden könne, sollten sie durch die Corona-Krise in Not geraten. Adidas sei ein Konzern mit Milliardengewinn, präzisierte Post am Sonntag bei "Bild TV". "Ich bin der Meinung, dass wir unser Gesetz letzte Woche nicht dafür beschlossen haben, dass sich Dax-Konzerne schadlos halten. Auch teilweise einseitig die Kosten der Corona-Krise an kleinere Vermieter abzuwälzen, ist unsolidarisch."

Post-Video sorgt für Wirbel

Das Video sorgte bereits nach kurzer Zeit für zahlreiche Reaktionen. So kommentierte etwa die SPD-Vorsitzende Saskia Esken: "Ich halte das Verhalten Adidas ua auch für schäbig, glaube aber kaum, dass die sich auf das Gesetz berufen können. So oder so bleibt die Zahlungsverpflichtung bestehen. Diese medienwirksame T-Shirt-Verbrennung ist mir irgendwie fremd-peinlich."

Florian Post ist seit 2013 Mitglied des Deutschen Bundestages und vertritt den Münchner Wahlkreis Nord im Parlament.

 

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