Wiedereinstieg nach Corona-Krise Bayern-SPD fordert schnelle Kita-Öffnungen

Die Bayern-SPD stellt einen vierstufigen Plan zur Wiedereröffnung der Kitas vor. Foto: Peter Kneffel/dpa

Bayern soll in Sachen Kitas Vorreiter sein - das fordert die SPD. Die Familienminister von Bund und Ländern schlagen einen Plan in vier Stufen vor.

 

Der Wiedereinstieg soll "behutsam" und in vier Phasen vonstattengehen: So stellen sich die Familienminister von Bund und Ländern die Rückkehr der Kleinsten in die Kindertagesbetreuungseinrichtungen vor. Die Bayern-SPD hingegen drückt aufs Tempo und fordert, der Freistaat solle bei der Entlastung der Familien eine Vorreiterrolle übernehmen.

"Bislang war die Staatsregierung stolz darauf, möglichst schnell und vor allen anderen Bundesländern Einschränkungen für die Menschen zu verkünden", sagt die Landtagsabgeordneten und Sozialausschussvorsitzende Doris Rauscher. "Jetzt wäre es an der Zeit, auch mal bei wichtigen Erleichterungen vorne zu sein."

Wiedereröffnungen der Kitas: In vier Phasen zurück zum Normalbetrieb

Der Beschluss der Familienminister soll in die heutigen Beratungen von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten einfließen. Die Ressortchefs empfehlen darin, "in den kommenden Wochen und Monaten aus bildungs- und entwicklungspsychologischen Gründen" einen Wiedereinstieg zu ermöglichen – ein konkretes Zieldatum wird aber nicht genannt.

Die vier Phasen umfassen demnach die aktuelle Notbetreuung, eine erweitere Notbetreuung, einen eingeschränkten Regelbetrieb und die Rückkehr zum Normalbetrieb.

Die Minister schlagen zudem vor, die Öffnung von Spielplätzen zu überprüfen und die Erlaubnis "familiärer Betreuungsformen" in Betracht zu ziehen, um Kindern soziale Kontakte zu ermöglichen und ihre Eltern zu entlasten.

Rauscher: "Kinder brauchen dringend Umgang mit Gleichaltrigen"

"Die Interessen und Rechte von Kindern, insbesondere von kleinen Kindern, wurden bisher massiv vernachlässigt! Kinder brauchen für ihre Entwicklung und psychische Gesundheit dringend Umgang mit Gleichaltrigen", sagt auch Doris Rauscher. Außerdem bräuchten die Eltern Entlastung, die Arbeit zu Hause und Kinderbetreuung unter einen Hut bekommen müssten. "Das kommt im Moment viel zu kurz." Beim "eingeschränkten Regelbetrieb" sollten daher bevorzugt die Familien berücksichtigt werden, die über die systemrelevanten Berufe hinaus dringenden Betreuungsbedarf haben.

Um ihre Forderung zu untermauern, verweist Rauscher auf den Chef der Kinderklinik in Passau und Vorsitzenden der Süddeutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin, Matthias Keller. Dieser hatte vor einigen Tagen in einem BR-Interview gesagt: "Es gibt keinerlei Erkenntnisse, dass Kinder bei Covid-19 zur Krankheitslast oder Sterblichkeit beitragen würden." Kinder unter zehn Jahren seien nach aktuellen Daten sehr wenig infiziert und jüngste Erkenntnisse zögen in Zweifel, dass Kinder überhaupt "Virenschleudern" für das Corona-Virus seien. Ähnlich äußerte sich auch ein Schweizer Infektiologe in der "NZZ".

 

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