„Wetten dass..?“ Gottschalk-Anzug passt nicht - Jauch sagt ab

Der Anzug passt nicht: Günter Jauch machte am Sonntagabend allen Spekulationen ein Ende und sagte die mögliche Gottschalk-Nachfolge als "Wetten, dass...?"-Moderator ab. Foto: dapd/dpa

Die entscheidende Antwort sparte sich Günther Jauch für den Schluss auf: „Ich glaube einfach, dass ich das nicht gut kann.", sagte er am Sonntag im RTL-Jahresrückblick zu seinem langjährigen Freund Thomas Gottschalk.

 

Berlin - Das ZDF muss die Suche nach einem Nachfolger Gottschalks somit fortsetzen. Jauch hatte den Spannungsbogen von Gottschalks letzter „Wetten dass..?“-Sendung am Vorabend, in der sich die beiden Weggefährten gekonnt die Bälle zuspielten, in seine Show herübergerettet. Nach dem Angebot Gottschalks, seine Sendung zu übernehmen, hatte er sich Bedenkzeit erbeten und den Showmaster in seine Sendung eingeladen - verbunden mit der Zusage, dann seine Entscheidung zu bekanntzugeben. Zu Beginn seines Jahresrückblicks kündigte Jauch dann an, seinen Wetteinsatz einzulösen und Gottschalks 20 Jahre alten, blauen Anzug samt Stiefeln mit Leopardenmuster anzuziehen. Wenn dieser ihm passe, sei dies ein kleiner Hinweis darauf, „in welche Richtung das Ganze mit “Wetten dass..?„ und mir gehen könnte“.

Dass ihm das gewagte Outfit einige Nummern zu groß ist, war zu erwarten und nicht zu übersehen, als Jauch nach der letzten Werbeunterbrechung unter tosendem Beifall im Gottschalk-Anzug die Bühne betrat. Das Publikum reagierte dennoch enttäuscht, dass sich der beliebte Moderator dagegen entschieden hat, „Wetten dass..?“ zu übernehmen – falls er es denn jemals ernsthaft erwogen haben sollte.

Mit seiner Sendung „2011! Menschen, Bilder, Emotionen“ machte Jauch am Sonntag den Auftakt der alljährlichen Jahresrückblicke im Fernsehen. Dabei setzte der Moderator, der seit September sonntagabends eine Talkshow in der ARD präsentiert, auf bunte Themen und persönliche Schicksale. So lud er den ersten deutschen Pokerweltmeister Pius Heinz in seine Sendung ein, schickte die Gewinnerin der RTL-Sendung „Let's Dance“, Maite Kelly, mit dem 88-jährigen Tanzlehrer Hans-Günther Schrock-Opitz zu einem Discofix aufs Parket und sprach er mit der Kabarettistin Gaby Köster über die Genesung nach ihrem Schlaganfall.

Die Klitschko-Brüder wollte Jauch gegen eine 14-jährige Tischtennisspielerin antreten lassen, musste aber verdutzt feststellen, dass Vitali ohne seinen jüngeren Bruder im Studio erschien. Waldimir habe sich ein Tag nach der Entfernung eines Nierensteins unwohl gefühlt und sei daher sicherheitshalber in die Klinik gefahren, sagte dessen Bruder. Mit Deutschlands erstem grünen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann plauderte Jauch über dessen neue Rolle als Landesvater und das umstrittene Bahnhofsprojekt „Stuttgart 21“.

Bewegender waren die Gespräche mit der Iranerin Ameneh Bahrami und dem „Retter von Utoya“, Marcel Gleffe. Bahrami war von einem enttäuschten Verehrer mit Säure übergossen worden, erblindete und verzichtete darauf, ihren Peiniger zu blenden. Nun kämpft sie um ein angemessenes Schmerzensgeld. Gleffe berichtete davon, wie er Jugendliche vor dem Attentäter Anders Behring Breivik rettete, der auf der Insel wahllos um sich schoss. Für ihn erhoben sich die Zuschauer ebenso wie für Georg Baur, der einschritt, als zwei Jugendliche einen Mann in der Berliner U-Bahn brutal verprügelten.

Die beiden Retter machten keine großen Worte um ihre Taten. Ihm sei eher peinlich, dass es als etwas besonderes angesehen werde, Zivilcourage zu zeigen, sagte Baur. Für die weltpolitischen Ereignisse des Jahres blieben in Jauchs Sendung nur wenige Minuten übrig. In einem kurzen Einspielfilm wurden der arabische Frühling, der Papstbesuch in Deutschland, die Unruhen in Großbritannien, die Eurokrise und die EHEC-Epidemie abgehandelt. Der Reigen der Jahresrückblicke wird kommenden Sonntag von Hape Kerkeling im ZDF fortgesetzt. Danach folgen die Jahresrückblicke von Sat.1 (15. Dezember, 22.25 Uhr), ARD (28. Dezember, 22.15 Uhr), und ProSieben (30. Dezember, 20.15 Uhr).

 

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