Wer soll das Traditionszelt führen? Löwenbräuzelt: Nachfolge von Wiggerl Hagn steht fest

Auf ihn sind die Wiesn-Wirte sauer: Wiggerl Hagn vom Löwenbräuzelt. Foto: imago/STL

Jetzt ist es amtlich: Das Löwenbräuzelt vom Wirte-Urgestein übernimmt seine Tochter Steffi Spendler. Wie es dazu kommt und was der Wiesn-Chef sagt.

 

München - Nun ist es raus. Eigentlich sollte erst am 7. Mai verkündet werden, wer welches Zelt auf der diesjährigen Wiesn bekommt. Doch am Mittwoch fällten die Stadtrats-Fraktionen hinter verschlossenen Türen ihren Beschluss. Sie entschieden, wer das Löwenbräuzelt von Wiggerl Hagn (79) übernehmen wird: seine Tochter Steffi Spendler. Die letzten 20 Jahre hatte sie das Traditionszelt (5.800 Plätze innen, 2.700 Plätze außen) schon mit ihm zusammen geführt.

Das Zelt bleibt also, wenig überraschend, in der Familie. Wiesn-Chef Clemens Baumgärtner (42) sagte im Gespräch mit der AZ: "Ja, das ist richtig. Frau Spendler folgt nach." Und weiter: "Ich weiß, dass diese Personalie kontrovers diskutiert werden wird. Ich muss als Wiesnchef aber jenseits moralischer Überlegungen eine rechtssichere Entscheidung treffen und hoffe auf eine vertrauensvolle Zusammenarbeit."

Löwenbräu-Königin - Keinen Widerspruch gegen Hagn-Tochter

Nach "eingehender rechtlicher Prüfung", hieß es gestern aus dem Rathaus, habe die Stadt ohnehin keine andere rechtliche Möglichkeit gesehen, als Steffi Spendler zuzusagen. So überzeugte Baumgärtner offenbar die anderen Parteien. In dem fraktionsübergreifenden Gespräch soll es keinen größeren Widerspruch gegeben haben. Dass sich Wirte-Urgestein Wiggerl Hagn nach 65 Jahren auf dem Oktoberfest (erst Schützenfestzelt, dann Löwen) um 2,2 Millionen Euro verrechnet hatte, war die letzten Wochen und Monate immer wieder Stadtgespräch. In der Folge hatte OB Dieter Reiter (SPD) eine zusätzliche externe Wirtschaftsprüfung angeordnet.

Viele Wirte hatten sich zuletzt als potenzielle Löwenbräuzelt-Nachfolger Hoffnung gemacht, schließlich ist eine offene Stelle als Wiesn-Wirt überaus begehrt – schließlich geht es um viele Millionen. Hätte die Stadt den Schützenfestzelt-Wirten Edi Reinbold und seinen Söhnen Mathias und Ludwig den Zuschlag fürs Löwen gegeben, wäre der Aufschrei riesig gewesen. Zwei große Zelte für eine Familie: keine Chance. Hagns Tochter ist ab sofort also die Löwen-Königin.

 

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