Weltmeister-Blues FC Bayern: Darum muss sich Benjamin Pavard noch steigern

"Er hat die Qualität, um auf zwei Positionen zu spielen, in der Innenverteidigung und als Außenverteidiger", sagt Kovac über Pavard. Foto: firo/Augenklick

2018 holte Benjamin Pavard mit Frankreich den WM-Titel. Beim FC Bayern kann der Verteidiger noch nicht voll überzeugen. Niko Kovac steht hinter dem Neuzugang.

 

München - Vor etwas mehr als einem Jahr war Bayern-Zugang Benjamin Pavard (23) ein sehr glücklicher Mann.

Der Rechtsverteidiger aus der Kleinstadt Maubeuge ganz im Norden Frankreichs wurde mit der Equipe Tricolore in Russland Weltmeister – als Stammspieler. Pavard erzielte mit einem herrlichen Treffer im Achtelfinale gegen Argentinien sogar das Tor des Turniers.

Und am Spielfeldrand jubelte dem jungen Abwehrstar nicht irgendeine Spielerfrau zu, sondern sie: Die fast acht Jahre ältere Schönheitskönigin Rachel Legrain-Trapani, die Miss France von 2007. Pavard war auf dem Gipfel – in vielerlei Hinsicht.

Benjamin Pavards Niederlagen seit der WM

Im Sommer 2019 gilt das nicht mehr. Pavard hat einen Bundesliga-Abstieg mit dem VfB Stuttgart hinter sich, so gut wie bei der WM spielte er nie wieder. Und im Februar zerbrach die Beziehung mit seiner schönen Rachel. Statt Euphorie ist bei Pavard schon längere Zeit Weltmeister-Blues angesagt.

"Ich hätte nach der Weltmeisterschaft gehen sollen und nicht mit absteigen", sagte Pavard bei seiner Vorstellung in München. Der Abstieg setze ihm "immer noch zu". Doch er habe Stuttgart einfach etwas zurückgeben wollen: "Man lernt dazu, wenn man Schwierigkeiten durchlebt. Dadurch bin ich vor allem mental sehr weit vorwärtsgekommen."

Beim FCB noch zögerlich: Neuzugang Pavard

Wirklich stabil wirkt Pavard in seinen ersten Wochen beim FC Bayern allerdings nicht. In den Zweikämpfen fehlt dem Franzosen bisweilen das richtige Timing, er agiert zögerlich. Nach den Testspieleindrücken auf der USA-Reise und beim Audi Cup zog Trainer Niko Kovac Pavard beim Supercup Jérôme Boateng in der Innenverteidigung vor.

Jenen Spieler, den die Bayern-Bosse am liebsten schon längst verkauft hätten. Ein deutlicher Fingerzeig, dass sich Pavard steigern muss.

Benjamin Pavard: Verteidiger mit Entwicklungspotenzial

"Man sieht, dass er nicht zu Unrecht Weltmeister geworden ist", sagt Kovac über Pavard: "Er hat die Qualität, um auf zwei Positionen zu spielen, in der Innenverteidigung und als Außenverteidiger." Mittlerweile drängt sich aber immer mehr der Verdacht auf, dass Pavard als Rechtsverteidiger seine größten Stärken hat. Auf dieser Position ist er schließlich Weltmeister geworden und im französischen Nationalteam noch immer gesetzt. Das Problem: Kovac sieht Joshua Kimmich weiter rechts hinten und nicht im zentralen Mittelfeld.

Pavard wird sich also im Abwehrzentrum verbessern müssen, um in die Startelf zu rücken. Ex-Bayern-Verteidiger Jürgen Kohler macht ihm Hoffnung: "Pavard ist ein hochinteressanter Spieler, perspektivisch mit enormem Entwicklungspotenzial", sagte Kohler der AZ. Der Franzose bringe "die nötige Frische" mit, so Kohler weiter: "Mit Innenverteidigern ist es wie mit einem guten Rotwein: Sie reifen im Laufe ihrer Karriere – so lange der Körper mitmacht."

Der Norden Frankreichs, Pavards Heimat, ist allerdings nicht bekannt für guten Rotwein, eher für Champagner. Ist ja auch zweitrangig: Hauptsache Pavard reift noch ein wenig.

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