Weil’s zum Oktoberfest immer so voll ist Stadt will U-Bahn-Station Theresienwiese vergrößern

Zur Oktoberfest-Zeit ist das Gedrängel an der Theresienwiese groß. Die Stadt will die U-Bahn-Station deshalb ausbauen. Die MVG träumt sogar von vier Gleisen. Foto: imago

Was an der Theresienwiese geplant ist und wie das Nahverkehrsnetz noch verbessert werden soll – die AZ bietet einen Überblick.

München - Das Gedrücke und Geschiebe am Gleis ist zum Oktoberfest schon jetzt immer riesengroß – aber nichts im Vergleich zu dem Gedränge, das Verkehrsexperten an der U-Bahn-Station Theresienwiese erwarten, wenn die U5 verlängert und damit auch vom Westen her anschlussfähig ist.

„Insbesondere zur Wiesn-Zeit ist die Haltestelle an ihrer Kapazitätsgrenze“, sagt Ingo Mittermaier, der Verkehrssprecher der Rathaus-SPD. Der Stadtrat hat gestern deshalb beschlossen, die Wiesn-Haltestelle so herzurichten, dass die Fahrgäste dort mehr Platz haben. Die MVG fordert sogar einen viergleisigen Ausbau. Was es am Ende wird? „Auf jeden Fall muss dieses Nadelöhr möglichst bald entschärft werden“, sagt Mittermaier.

Was der Stadtrat gestern noch zum Ausbau des Nahverkehrsnetzes beschlossen hat – die AZ hat den Stand der wichtigsten Projekte mal zusammengefasst:

Das passiert bei der U-Bahn

U5: Die Verlängerung nach Pasing für knapp 550 Millionen Euro ist bereits beschlossene Sache. Ob die Röhre auch bis Freiham weitergebaut wird, ist derzeit noch offen. Der U-Bahnhof in Pasing wird aber so geplant, dass diese Option auf jeden Fall offen bleibt.

U9: Nach der U5 ist die sogenannte U9-Spange das derzeit am heißesten diskutierte U-Bahn-Projekt. Die Trasse soll am nördlichen Ast unter dem Pinakotheken-Viertel durchlaufen und die Münchner Freiheit mit dem Hauptbahnhof verbinden. So sollen die stark beanspruchten Linien U3 und U6 entlastet werden. Als schöner Nebeneffekt entstünde eine Direktverbindung vom Hauptbahnhof zur Allianz-Arena in Fröttmaning. Der Stadtrat hat gestern deshalb beschlossen, die Planungen zu forcieren. Die U9 dürfte nach der U5 damit wohl die nächste Linie werden, die gebaut wird.

U4: Der Münchner Nordosten ist eines der wenigen verbliebenen großen Entwicklungsgebiete. In den kommenden Jahren steht dort in großem Umfang Wohnungsbau an. Deshalb erwägt die Stadt einen zwei Kilometer langen Weiterbau der U4 nach Englschalking. Eine Untersuchung läuft derzeit noch, konkrete Ergebnisse werden für 2017 erwartet.

U6: Hier ist der Ausbau nach Martinsried bereits beschlossen. Ende 2016 soll die Röhre um einen Kilometer in Richtung Süd-Westen verlängert werden. Vier Jahre später sollen dann die ersten Züge fahren. Geprüft wird noch, ob eine Weiterführung nach Planegg sinnvoll ist.

U26: Eine mögliche Querverbindung im Münchner Norden zwischen Am Hart (U2) und Kieferngarten (U6) ist immer noch in der Diskussion. Genauso eine längere U1-Trasse vom Mangfallplatz nach Solln und eine U3-Spange von Moosach über Untermenzing nach Pasing.

Das ist für das Tram-Netz geplant 

Westtangente: Die geplante Trasse Neuhausen-Laim-Obersendling ist nach wie vor der große Zankapfel in der Großen Rathauskoalition. SPD dafür, CSU tendenziell dagegen. Ausgang: Ungewiss.

Nordtangente: Die MVG misst der Verbindung von Neuhausen zum Effnerplatz immer noch hohe Bedeutung bei. Problem: Der Englische Garten müsste durchquert werden. Das lehnt die Regierung von Oberbayern ab. Die Planungen ruhen deshalb.

19: Im Westen könnten alternativ zur U5 auch die Tramgleise nach Freiham verlängert werden. Im Osten der Linie 19 steht ein Ausbau nach Trudering oder gar nach Haar zur Diskussion.

weitere Trassen: Denkbar sind darüber hinaus Tramstrecken ins Moosfeld, in die Blumenau, zum Michaelibad und vom Waldfriedhof nach Planegg.

 

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