Wegen "Vogelschiss"-Äußerung "Hart aber fair" will Gauland nicht mehr als Gast

Alexander Gauland (AFD), Fraktionsvorsitzender im Deutschen Bundestag spricht auf dem Bundeskongress der Jungen Alternative (JA) für Deutschland. Foto: Alexander Prautzsch/dpa

Die Äußerungen des AfD-Chefs Gauland, die NS-Zeit wäre ein "Vogelschiss in über 1.000 Jahren erfolgreicher deutscher Geschichte", lösten breite Empörung aus. ARD-Talker Plasberg will den Politiker deshalb nicht mehr in die Sendung "hart aber fair" einladen.

Berlin - ARD-Talker Frank Plasberg will auf den AfD-Politiker Alexander Gauland nach dessen umstrittenen "Vogelschiss"-Satz zum Nationalsozialismus künftig verzichten. "Wir werden Herrn Gauland nicht mehr in unsere Sendung "hart aber fair" einladen", sagte Plasberg dem "Tagesspiegel". "Wer die Verbrechen des Nationalsozialismus relativiert, kann kein Gast bei "hart aber fair" sein. Daher werden wir Alexander Gauland in Zukunft nicht mehr einladen." Laut Zeitung war Gauland dort zuletzt vor gut neun Monaten (28. August 2017) zu Gast.

"Vogelschiss"-Satz löst breite Empörung aus

Gauland, der AfD-Fraktionschef im Bundestag, hatte am Samstag beim Bundeskongress der AfD-Nachwuchsorganisation Junge Alternative im thüringischen Seebach gesagt: "Hitler und die Nazis sind nur ein Vogelschiss in über 1000 Jahren erfolgreicher deutscher Geschichte." Der Satz fiel nach einem Bekenntnis zur Verantwortung der Deutschen für den Nationalsozialismus mit Millionen ermordeten Juden und Millionen Kriegstoten. Die Äußerung löste breite Empörung aus.

Gauland selber betonte am Montag, er habe die Verbrechen des Nationalsozialismus nicht bagatellisieren wollen, sondern seine "tiefste Verachtung" für den Nationalsozialismus mit dem Begriff "Vogelschiss" zum Ausdruck bringen wollen.

Auch Björn Höcke nicht bei "hart aber fair" willkommen

Der Ausschluss von "Hart aber fair" gilt laut Plasberg vorbeugend auch für Gaulands "Parteifreund Björn Höcke, der wegen seiner relativierenden Äußerungen zu Nationalsozialismus und Holocaust noch nie bei "hart aber fair" war". Die redaktionelle Entscheidung betreffe aber nicht die AfD generell, sagte Plasberg dem "Tagesspiegel": "Vertreter der größten Oppositionspartei im Deutschen Bundestag werden selbstverständlich auch weiter zu Gast bei "hart aber fair" sein."

 

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