Trainerfrage bei den Bayern Rummenigge: "Wir werden Jupp nicht kampflos aufgeben"

Karl-Heinz Rummenigge zu Gast bei Jörg Wontorra. Foto: Sky / Getty Images / Joerg Koch

Bayerns Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge unterstützt Präsident Uli Hoeneß im Werben um den Trainer. "Die Spieler lieben ihn. Er hat nicht nur die Mannschaft, sondern den ganzen Klub befriedet"

 

München - Neues Jahr, neuer Angriff auf Jupp Heynckes – und diesmal sogar mit der bayrischen Flügelzange Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge im Doppelpack. "Bei uns gibt es die große Charmeoffensive von Uli Hoeneß – und wenn ich ehrlich bin, unterstütze ich die total", sagte Vorstandsboss Rummenigge am Sonntag in der Sendung "Wontorra – der Fußball-Talk" bei Sky Sport News HD. Das Bemühen, Coach Heynckes über das Saisonende hinaus zu halten, wird damit deutlich intensiviert. Nun auch vom zweiten Alphatier im Klub.

"Die Spieler lieben ihn"

"Wir wären schlecht beraten, wenn wir diesen Mann, der nicht nur ein guter Trainer ist, sondern auch ein wunderbarer Mensch, ohne Weiteres kampflos aufgeben würden und das werden wir auch nicht tun", sagte Rummenigge: "Es ist nicht auszuschließen, dass Jupp Heynckes am 1. Juli noch auf der Trainerbank sitzt. Die Spieler lieben ihn." Präsident Hoeneß hatte das öffentliche Werben um Heynckes schon im November eröffnet, bei einem Fanklub-Besuch ließ er sogar über eine Heynckes-Zukunft abstimmen.

Die Bosse setzen jetzt auf die emotionale Karte, sie versuchen ihren Trainer mit extra viel Lob von einer Weiterbeschäftigung zu überzeugen. "Man muss den Jupp, ohne ihn zu drängen, mit der notwendigen Eleganz begleiten", erklärte Rummenigge. "Man muss Geduld haben." Dass Heynckes seiner vierten Bayern-Amtszeit ein bis dato immer wieder bestätigtes Limit bis zum Saisonende gesetzt hat, entmutigt Hoeneß und Rummenigge offenbar nicht.

Deutscher Trainer ab 1. Juli

Der Ball liegt jetzt wieder bei Heynckes, der Anfang Mai 73 wird. "Der Job Fußballtrainer bei Bayern München kostet Kraft, kostet Energie und ist ein Stressfaktor", räumte Rummenigge ein. Das weiß und spürt auch Heynckes, den das Werben einerseits nerven dürfte, aber durchaus auch schmeicheln wird. Zeitdruck verspürt der Verein angeblich nicht, wobei Rummenigge in der Trainerfrage am Sonntag eines verriet. Geht Heynckes, dann soll ein deutschsprachiger Coach die Nachfolge antreten.

"Entschieden ist, dass wir einen deutschen Trainer ab 1. Juli haben. Der idealste wäre Jupp Heynckes", sagte Rummenigge. Die zuletzt gehandelten Namen von Kandidaten wollte der Vorstandsboss nicht kommentieren – mit einer Ausnahme: Thomas Tuchel: "Grundsätzlich gilt es eins zu sagen: Er ist ein sehr guter Trainer, das hat er speziell bei Borussia Dortmund bewiesen. Sie waren zu dem Zeitpunkt auch unser härtester Widersacher. Schwierige Typen waren wir alle irgendwann mal." Das Thema Tuchel scheint also nicht vom Tisch zu sein – doch zunächst gilt die volle Konzentration Heynckes.

"Wir haben am Anfang der Saison ohne Frage holprig gespielt, deshalb hatten wir auch zeitweise fünf Punkte Rückstand auf Borussia Dortmund. Mit der Ankunft von Jupp ist das ganze Ding wieder gedreht worden", lobte Rummenigge: "Er hat nicht nur die Mannschaft, sondern den ganzen Klub befriedet. Deshalb ist Jupp ohne Frage der Schlüssel dessen, was wir hier gerade erleben."

Friedensbotschafter Jupp

Auch zur besseren Verständigung mit Hoeneß habe Heynckes beigetragen, betonte Rummenigge. "Als wir ihn gefragt haben, Nachfolger von Carlo zu werden, hat er geantwortet: ,Ja unter einer Conditio, dass du und Uli wieder zusammenarbeiten, wie es der ganze Klub braucht.’ Wir haben das gebraucht, dass der Klub wieder enger zusammenrückt." Inzwischen sei das Verhältnis zu Hoeneß "intakter denn je", zuvor hatte es offenbar heftig gekracht. "Manchmal spielen Eitelkeit und Stolz eine Rolle", so Rummenigge. Es sei auch vorgekommen, "dass mal die Tür geknallt wurde und dass es mal laut wurde".

Doch dann kam Friedensbotschafter Jupp. Und jetzt soll er am besten nicht mehr gehen.

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