Umbau des Grünwalder Stadions Knifflige Stadionfrage: Wer nimmt den TSV 1860 auf?

Die Heimat der Löwen-Fans: Das Grünwalder soll 2023 umgebaut werden. Präsident Reisinger sucht Ausweichstadien. Foto: sampics

Der TSV 1860 ist auf der Suche nach einem möglichen Ausweichspielort während des Umbaus des Grünwalder Stadions, aber es hagelt Absagen. Geht es nun doch wieder ins Olympiastadion?

 

München - Quo vadis, TSV 1860? Und zwar wortwörtlich, denn: Während es unter Trainer Michael Köllner mit zehn Spielen ohne Pleite zuletzt aufwärtsging, macht die leidige Stadionfrage mal wieder Sorgen. Welche Alternativen bleiben im Falle eines Umbaus des Grünwalder Stadions, das laut bisherigen Planungen der Stadt 2023/24 zweitligatauglich gemacht werden soll?

Nachdem das Präsidium der SpVgg Unterhaching um Manni Schwabl den Giesingern eine Abfuhr erteilt hatte ("Eine dauerhafte und auch zeitweise Untervermietung an den TSV 1860 wird es nicht geben"), zog am Mittwoch der nächste Drittliga-Konkurrent nach: der FC Ingolstadt.

"Der Audi Sportpark ist die Heimat der Schanzer. Wir sind seit zehn Jahren der Hauptmieter des Stadions. Für uns steht es daher nicht zur Debatte, dass ein anderer Verein dort als Heimteam aufläuft", erklärte Florian Günzler, kaufmännischer Leiter der Fußball-GmbH des FCI, am Mittwoch. Da scheint sich ein Trend abzuzeichnen: Keiner will die Löwen!

Nach Protesten der Anwohner sagt Löwen-Fan Schwabl ab

An beiden Standorten ist allerdings eine endgültige Entscheidung noch nicht gefallen, denn: Der Alpenbauer Sportpark gehört (noch) der Gemeinde Unterhaching, Schwabl und die Spielvereinigung verhandeln jedoch über eine Übernahme, die dieser Tage beschlossen werden soll.

Eigentümer des Audi Sportparks ist nicht der FCI, sondern die Audi Immobilien Verwaltung GmbH. Strenggenommen, haben Haching und die Schanzer also zwar nicht die Entscheidungshoheit darüber, ob mit Sechzig ein Untermieter einzieht. Dennoch gilt es als gesichert: Weder Haching noch Ingolstadt wird Übergangs-Heimat der Löwen.

In Unterhaching wäre der löwenaffine Boss Schwabl womöglich gar nicht abgeneigt, seinem Ex-Verein eine Stadion-WG zu ermöglichen. Nach Protesten der Anwohner, die laut "SZ" von Hachinger Gemeinderäten aufgrund diverser Faktoren wie "Lärm, Verschmutzung und Scherbenhaufen, Verkehrs- und Parkchaos" fordern, 1860 "vertraglich und rechtssicher" als Untermieter auszuschließen, folgte nun das Nein.

Kurios: Obwohl Geschäftsführer Michael Scharold dem "Merkur" sagte, dass sich die Hachinger Absage abgezeichnet habe, zeigte sich Präsident Robert Reisinger überrascht. Nach AZ-Informationen kursieren bei 1860 in der Stadionfrage wie auch bei der Etatplanung für die kommende Saison intern wieder einmal verschiedene Kenntnisstände und Pläne – eine vernünftige Arbeitsgrundlage sieht anders aus.

Olympiastadion, Nürnberg und Regensburg kommen infrage

Was den Ingolstädter Sportpark anbelangt, ist Audi weder auf Mieteinnahmen der Sechzger angewiesen, noch dürfte sich der Haupt- und Stadionsponsor über die Vorstellungen des FCI hinwegsetzen.

Heißt für 1860: Optionen abklappern. Das Olympiastadion gilt weiter als Möglichkeit, wenngleich eine dritt- oder gar zweitligataugliche Ertüchtigung im Rahmen des dortigen Denkmalschutzes noch einen Berg an Bürokratie und Kosten verursachen würde. Die ebenfalls weiter entfernten Standorte Nürnberg und Regensburg würden immerhin über ein städtisches Stadion verfügen.

Im Sechzig-Umfeld wird zudem von einem mobilen Stadion gesprochen, nach dem Vorbild der Düsseldorfer "Lena-Arena". Beim verhassten Stadtrivalen FC Bayern und auch beim FC Augsburg würde eine weiß-blaue Erkundigung sowieso einer rhetorischen Frage gleichen.

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