Vor Start ins EM-Trainingslager Bundestrainer Löw: "Kein Stürmer gesetzt"

Bundestrainer Joachim Löw (rechts) und DFB-Stürmer Mario Gomez bei dessen Auswechslung im Länderspiel gegen England. Foto: Rauchensteiner/Augenklick

Bundestrainer Joachim Löw hat sich noch nicht auf seinen EM-Angriff festgelegt. Dank der Rückkehr von Stoßstürmer Mario Gomez habe er viele Möglichkeiten.

 

Ascona - Drei Wochen vor dem ersten EM-Gruppenspiel gegen die Ukraine ist bei Weltmeister Deutschland die Besetzung des Angriffs völlig offen.

"Gesetzt ist im Moment kein Stürmer", sagte Bundestrainer Joachim Löw bei einer von der "Bild"-Zeitung organisierten Fragerunde von Kinder-Reportern in Berlin.

Einen Tag vor der Abreise des DFB-Teams von Frankfurt/Main ins Trainingslager nach Ascona betonte Löw noch einmal, dass er durch die Rückkehr von Stoßstürmer Mario Gomez (30) viele Möglichkeiten habe: "Wir haben ja eigentlich mehrere Sturmkandidaten. Mario Gomez hat gerade in der Türkei 26 Tore erzielt und ist Torschützenkönig geworden. Dann Thomas Müller. Manchmal spielt der bei uns auch rechts, manchmal spielt er hinter der Spitze. Und Mario Götze."

Löw betonte auch noch einmal, dass er an die EM-Teilnahme seines lange verletzten Kapitäns Bastian Schweinsteigers (31) glaubt: "Ich hoffe natürlich, dass es Bastian schafft. Er hat mir erzählt, dass er jetzt schon wieder Lauftraining ohne Probleme macht. Sein Knie ist soweit wieder gut. Jetzt muss man mal sehen, ob und wie er im Trainingslager auch mit der Mannschaft trainieren kann. Wenn er hundertprozentig fit ist, wird Bastian selbstverständlich auch unser Kapitän sein."

Sollte Schweinsteiger nach seiner Knieverletzung nicht rechtzeitig zur Verfügung stehen, stünden laut Löw einige Alternativen zur Verfügung: "Ich mache mir über die Kapitänsfrage keine Sorgen. Wir haben einen guten Spielerrat mit Manuel Neuer, Mats Hummels, mit Thomas Müller, mit Sami Khedira und Jerome Boateng, das alles sind Spieler, die Verantwortung übernehmen."

Brennende Sicherheitsfrage

Löw äußerte sich auch noch einmal zur Terrornacht von Paris im vergangenen November und deren Auswirkungen auf das anstehende Turnier: "Mit einem Angstgefühl fahre ich nicht nach Frankreich. Ich habe schon nach dem Anschlag im November in Paris ein paar Tage gebraucht, um alles zu begreifen. Jetzt gehen wir mit einem guten Gefühl nach Frankreich. Wir werden als Team gut gesichert sein. Die französische Polizei wird die bestmögliche Sicherheit gewährleisten. Nicht nur für uns, sondern auch für die Fans."

Tests laufen nicht einwandfrei

Zweieinhalb Wochen vor der Fußball-EM müssen die französischen Gastgeber ihre Sicherheitsmaßnahmen am Stade de France nachbessern. Bei einem Test hätten die neuen Vorkehrungen am Stadion nördlich von Paris in einigen Punkten nicht funktioniert, räumte der Präfekt des Départements Seine-Saint-Denis, Philippe Galli, am Montag ein.

So sei es Fans beim französischen Pokalfinale am Samstag gelungen, trotz der verschärften Kontrollen verbotene Gegenstände wie Rauchbomben ins Stadion zu bringen. "Das zeigt zunächst, dass die Durchsuchungen nicht so gelaufen sind, wie sie sollten", sagte Galli im Radiosender "Europe 1".

Er kündigte an, die Maßnahmen anzupassen. In dem Stadion im Pariser Vorort Saint-Denis sollen unter anderem das Eröffnungsspiel der Europameisterschaft am 10. Juni und das Finale ausgetragen werden. Nach den Terroranschlägen des vergangenen Jahres in Frankreich sind für den Wettbewerb strenge Sicherheitsvorkehrungen angekündigt, im Land gilt weiter der Ausnahmezustand.

Am 13. November hatten sich unter anderem drei Selbstmordattentäter im Umfeld des Stade de France in die Luft gesprengt, während dort die deutsche Fußball-Nationalmannschaft gegen Frankreich spielte.

 

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