Vor Bayern-Abschied des Franzosen FCB: Uli Hoeneß verteidigt Franck Ribéry in Goldsteak-Affäre

Uli Hoeneß äußert sich bei Podiumsdiskussion. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa

Uli Hoeneß hat den scheidenden Bayern-Spieler Franck Ribéry mit einiger Verspätung in der Goldsteak-Affäre verteidigt. "Der einzige Fehler, den er gemacht hat, war, dass er das Steak nicht an die Wand geklatscht hat." Und auch zu weiteren Themen sprach Hoeneß Klartext.

 

Bonn/München - Bayern-Präsident Uli Hoeneß hat dem scheidenden Bayern-Spieler Franck Ribéry mit einiger Verspätung in der Goldsteak-Affäre verteidigt. "Der einzige Fehler, den er gemacht hat, war, dass er das Steak nicht an die Wand geklatscht hat", sagte Hoeneß auf einer Podiumsdiskussion in Bonn: "Er war sich überhaupt nicht im Klaren darüber, dass er missbraucht wurde."

Uli Hoeneß: Ribéry habe Steak gar nicht gegessen

Ribéry habe das Steak damals gar nicht gegessen, erklärte Hoeneß: "Er war eingeladen, und der clevere Wirt hat ihm das Steak, das er gar nicht wollte, einfach hingestellt." Auf den Hinweis, dass der Franzose das Video, auf dem er Goldsteak mit Salz bestreut, selbst in den sozialen Medien geteilt habe, antwortete Hoeneß: "Ich weiß nicht, ob die alles wissen, was in ihren albernen Social-Media-Kanälen verzapft wird."

Über die offiziellen Social-Media-Kanäle von Ribéry waren Anfang Januar obszöne Beleidigungen verbreitet worden. Das war eine Reaktion auf Kritik an einem vergoldeten Steak, das dem Spieler einige Tage zuvor in einem Nobelrestaurant in Dubai serviert worden war. Dafür hatte Ribéry vom deutschen Rekordmeister eine hohe Geldstrafe bekommen. Die Spieler von heute täten ihm leid, sagte Hoeneß: "Die jungen Leute sind vollkommen überfordert damit, wie über sie gerichtet wird. Jeder Furz wird registriert. Unsere Zeit der Unbekümmertheit war schön."

Hoeneß kontert ironisch Frage: "Sind 80 Millionen sittlich?" 

Bei der Podiumsdiskussion in Bonn hat der Bayern-Präsident zudem Bedenken eines Geistlichen über unmoralisch hohe Ablösesummen im Fußball ironisch gekontert. "Bei 80 Millionen könnte ich als Christ und Bischof fragen: Ist das sittlich noch erlaubt", fragte der Essener Franz-Josef Overbeck auf einer Podiumsdiskussion in Bonn.

Hoeneß entgegnete: "Sie können nur hoffen, dass er in der katholischen Kirche ist. Bei etwa zehn Millionen Verdienst zahlt er 400.000 Euro Kirchensteuer. Ich habe noch nie jemanden von der Kirche gehört, der dagegen gewettert hat." Die Münchner haben für die kommende Saison den französischen Weltmeister Lucas Hernandez für 80 Millionen Euro verpflichtet.

Hoeneß wandte freilich ein, dass solche Ablösesummen bei ihm auch ein mulmiges Gefühl auslösen. "Ich möchte eigentlich keine Spieler für 80 oder 100 Millionen kaufen, aber wenn du im Konzert der Großen bestehen willst, musst du hin und wieder auch mal Dinge machen, die mir persönlich nicht gefallen", sagte er. 

Hoeneß nach Haft: Achte mehr darauf, keinen Grund für Kritik zu geben 

Und noch ein ganz anderes Thema kam bei der Podiumsdiskussion in Bonn zur Sprache. Uli Hoeneß will sich seit dem Ende seiner Haftstrafe anders in der Öffentlichkeit verhalten. "Ich habe danach noch mehr drauf geachtet, keinen Grund zu geben, kritisiert zu werden. Das ist mir, glaube ich, im Großen und Ganzen ganz gut gelungen", sagte Hoeneß. "Ich habe immer gesagt, ich habe damals einen Riesenfehler gemacht. Aber den habe ich einmal gemacht und nie wieder", sagte Hoeneß.

Hoeneß war nach einer Selbstanzeige wegen Steuerhinterziehung in Millionenhöhe 2014 zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Wegen guter Führung wurde er 2016 vorzeitig aus dem Gefängnis entlassen. "Ich habe vorher außerhalb dieses Bereichs immer korrekt gearbeitet. Ich habe meinen Job so gemacht, dass ich ein Menschenfreund war. Ich habe nie nach oben gebuckelt und nach unten getreten", sagte der Fußball-Weltmeister von 1974. 

Er spüre auch eine immens steigende Beliebtheit, berichtete Hoeneß. "Ich habe sowas nicht für möglich gehalten. Der eine oder andere bei uns ist ganz schön neidisch", sagte er schmunzelnd und verneinte, dass er damit den Vorstandsvorsitzenden des FC Bayern, Karl-Heinz Rummenigge, gemeint habe. "In Bremen laufe ich mitten durch die Kurve und ich musste so viele Selfies wie nie machen", sagte Hoeneß und führt das darauf zurück, "dass wir ein Verein sind, der sich seiner sozialen Verantwortung bewusst ist. Bis auf Schalke haben wir fast jedem Verein irgendwann aus der Insolvenz geholfen. Das hat sich im Bewusstsein der Leute niedergeschlagen."

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