Von Höchststrafen und Lehren Löwe Mölders will auf die (Schul-)Bank

Sein Vertrag beim TSV 1860 läuft bis Sommer 2019: Sascha Mölders. Foto: sampics/Augenklick

Aufstiegsheld und Publikumsliebling des TSV 1860: Sascha Mölders - der Angreifer stand im DFB-Pokal-Spiel gegen Holstein Kiel nicht in der Startelf - plant schon die zweite Karriere. Als Trainer.

München - Es gibt sie einfach, diese Spiele, die man als Höchststrafe empfinden muss. Das bittere Pokal-Aus der Löwen am Sonntag durch die 1:3-Heimniederlage gegen den Zweitligisten Holstein Kiel war besonders für Stürmer und Publikumsliebling Sascha Mölders eine derartige Partie.

69 Minuten musste der Kult-Angreifer, der sich im Juni nach dem geglückten Drittliga-Aufstieg das Löwen-Wappen auf die breite Stürmerbrust hatte tätowieren lassen, musste bis zur 69. Minute auf der Bank schmoren. Trainer Daniel Bierofka hatte das stürmende Wucht-Duo Mölders und Adriano Grimaldi erstmals nicht gemeinsam den gegnerischen Strafraum unsicher machen lassen, sondern nur auf Grimaldi gesetzt.

Mölders: Höchststrafe beim Highlight

Als Mölders dann endlich das Vertrauen des Trainers bekam und er für Grimaldi kam, stand auf der Anzeigentafel im Grünwalder Stadion noch 1:0 – für die Sechzger. Sechs Minuten später hieß es 1:1, am Ende 1:3. Das Höchststrafen-Aus. Speziell, da die Kieler auch noch von Tim Walter, dem ehemaligen Coach der Bayern-Amateure, die die Löwen vergangene Saison zwei Mal besiegt hatten, trainiert wurden.

Walter hatte vor der Partie gestichelt, dass er "alle wichtigen Spiele im Grünwalder gewonnen" habe. Er sollte recht behalten. (Lesen Sie hier: Warum der Toto-Pokal für die Löwen so wichtig ist

Mölders, der Aufstiegsheld, als Bankdrücker? Das ist etwas, was der 33-Jährige, der bei seinem Spiel ja von seiner Emotion lebt, natürlich die Laune gewaltig verhagelt hat. "Das muss ich so hinnehmen", sagte Mölders dann bei "Blickpunkt Sport", doch er machte aus seinem Löwen-Herz keine Mördergrube. "Jeder, der Fußball spielt, weiß, dass es nicht schön ist, wenn man nicht spielt." (Lesen Sie hier: Das sagt Mölders über den Transferwahn in Deutschland)

Besonders in solchen Partien, die ein Highlight sind. DFB-Pokal, dazu gegen einen Zweitligisten, was will man mehr, wenn man im Herbst der Karriere steckt? "Ich habe ein gewisses Alter, muss schauen, was ich dann mache", sagte Mölders vor dem Spiel der Löwen im Toto-Pokal beim FC Ergolding (18.15 Uhr, im AZ-Liveticker).

Mölders: Erst Stürmer, dann Trainer?

Klar ist, dass Mölders dem Fußball erhalten bleibt, er plant mit Nachdruck die Karriere nach der Kicker-Karriere. Er wird es seinem Coach Bierofka, der gerade die Schulbank drückt, um seine Trainerausbildung abzuschließen, gleich tun. Mölders will Trainer werden. Die Schulbank dürfte ihm besser gefallen als die Ersatzbank.

"Das ist das, was ich möchte, demnächst mal meinen Trainerschein angehen", sagte Mölders, der bereits erste Erfahrungen gesammelt hat. In der Spielzeit 2016/17, der vermaledeiten Abstiegs- und Absturz-Saison in der 2. Liga, hatte er bereits als Coach beim Landesligaklub SV Mering fungiert. Auch im Trainerjob wird aber manch Höchststrafenspiel unumgänglich sein. So, wie das am Sonntag gegen Kiel.

 

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