Verletzungsschock Saison-Aus für Holger Badstuber

Holger Badstuber wird nach seinem Kreuzbandriss operiert. Der Innenverteidiger fällt fünf Monate aus. Schweinsteiger: „Das ist enorm bitter. Er ist unser bester Innenverteidiger in meinen Augen”

 

MÜNCHEN Manchmal ist das Unglück nur eine falsche Bewegung entfernt. Holger Badstuber wusste sofort, was passiert war, bei dieser unglücklichen Grätsche in der 35. Spielminute. Weil er beim Kampf um den Ball mit dem Fuß im Rasen hängen blieb, verdrehte er sich das rechte Knie, schrie auf, winkte sofort die Mediziner des FC Bayern herbei. Bastian Schweinsteiger war als erster an Ort und Stelle, griff Badstubers Hand und signalisierte: Da geht nichts mehr, auswechseln, bitte. „Es ist ein sehr großer Verlust für uns”, meinte der Vize-Kapitän, nachdem Badstuber mit einer Trage vom Feld gebracht worden war und dann auf Krücken gestützt das Stadion verlassen hatte: „Das ist enorm bitter. Er ist unser bester Innenverteidiger in meinen Augen.”

Am Sonntag bestätigte der Verein die Vorabdiagnose: Riss des vorderen Kreuzbandes, OP-Termin heute. Positiv: Weitere Schäden im Knie diagnostizierte Vereinsarzt Dr. Müller-Wohlfahrt nicht. Negativ: Fünf Monate Pause sind’s dennoch, was für den 23-Jährigen nahezu gleichbedeutend mit dem Saisonende ist. „Es ist sehr bitter”, sagte auch Torwart Manuel Neuer, „Holger hat bisher eine super Saison gespielt und war ein wichtiger Rückhalt.” Und war erst vor elf Tagen von einer Oberschenkelverletzung genesen, hatte sich gerade erst in der Innenverteidigung festgespielt.

Als die Spieler in der Halbzeitpause Badstuber im Physioraum auf der Trage liegen sahen, an der Seite Mutter Helga, habe das durchaus für einen leichten Schock gesorgt, sagte Trainer Jupp Heynckes später: „Das hat mit dazu beitragen, dass wir nach der Pause nicht voll da waren. Wir haben nach der Pause zehn bis fünfzehn Minuten gebraucht, um wieder unseren Rhythmus zu finden.” Verletzungen ziehen sich wie ein roter Faden durch die Bayern-Saison – erst fehlten David Alaba, Mario Gomez und Daniel van Buyten monatelang, nun Luiz Gustavo (Leisten-OP) und Emre Can (Bänderriss), dazu kommen Muskelverletzungen (Boateng, Badstuber) und immer wieder Wehwehchen bei Arjen Robben und Franck Ribéry. Einen Kreuzbandriss kuriert derzeit auch Ersatzkeeper Lukas Raeder aus. „Wir hatten unseren Kader noch nie komplett zur Verfügung, Minimum zwei waren immer weg. Das geht leider so weiter”, klagte Sportvorstand Matthias Sammer.

Wohl dem, der Alternativen hat: Gegen Dortmund nahm Boateng Badstubers Platz ohne große Umstände ein und wird auch in den kommenden Spielen wieder neben Dante gesetzt sein. Als Innenverteidiger Nummer drei steht Daniel van Buyten bereit, dann geht’s ans Improvisieren, Javi Martínez oder Anatolij Tymoshchuk sind Kandidaten. Anlass zu einem Panikkauf in der Winterpause sieht der FC Bayern jedoch nicht. „Nein, nein”, sagte Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge am Samstagabend: „Das werden wir glaube ich nicht tun. Wir sind gut aufgestellt, so dass wir nicht unbedingt schnellstens handeln müssen.” Ein kleines Hintertürchen hielt sich der FC Bayern damit aber dennoch offen.

 

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