Urbayer übernimmt Führungsrolle FC Bayern: Ein reifer Müller – bald Teil der Ü30-Fraktion

Thomas Müller im Trainingslager am Tegernsee. Foto: imago/Sven Simon

Der Bayern-Angreifer feiert im September runden Geburtstag. Er übernimmt im Klub immer mehr Verantwortung. "Mir ist auch wichtig, wie der Verein da steht, wie wir spielen, wie wir uns präsentieren".

 

München - Zum alten Eisen zählt sich Thomas Müller noch lange nicht – obwohl er am 13. September immerhin auch schon 30 Jahre alt wird.

"Gehöre ich dann zur Ü30-Fraktion?", fragte der Star des FC Bayern am Donnerstag im Mannschaftshotel am Tegernsee in die Runde? Müller lachte. "Ich habe mich ja vorher schon zu den Reifen gezählt", erklärte er weiter. Und überhaupt: "Meine Fitnesswerte sind immer noch konstant gut." Beruhigend.

Der ewige Müller – irgendwie kann man sich den FC Bayern gar nicht vorstellen ohne sein oberbayerisches Original. Seit 2009 schon mischt Müller die Münchner Profimannschaft auf. Damals schaffte er unter Trainer Louis van Gaal den Durchbruch. Inzwischen hat sich im Fußballgeschäft einiges geändert, das ist natürlich auch Müller nicht verborgen geblieben. "Es ist ein ganz anderes Selbstverständnis da, für den eigenen Körper zu sorgen", erklärte der Weltmeister von 2014. "Das Buffet ist vielleicht auch ein anderes als vor zehn Jahren." Er selbst, versicherte Müller, gönne sich aber immer noch ein Schnitzel. So wie früher. Körperlich hatte der Angreifer ja ohnehin nie Probleme in all den Jahren.

Kein Platz für Müller in Kovac' 4-3-3-System?

Mit den Trainern hingegen schon – ab und zu. Besonders dann, wenn es die Herren an der Seitenlinie wagten, Müller auf die Ersatzbank zu verbannen. Oder wenn sie ihn nicht auf seiner geliebten Zehnerposition spielen ließen. Auch im 4-3-3-System, das Niko Kovac bevorzugt, gibt es Müllers Paraderolle eigentlich nicht. Ist das ein Problem?

"Nach der langen Zeit, die ich jetzt im Profifußball unterwegs bin, sollte mein Stärken-und-Schwächen-Profil relativ klar definiert sein", sagte Müller auf Nachfrage der AZ und scherzte: "Den Satz gibt es schon öfter von mir, den braucht ihr nicht mitschreiben." Seine Stärken würden eben "aus einer Mittelfeldposition am besten zur Geltung" kommen, so Müller, "da kann ich meine Mitspieler gut aussehen lassen. Und da sehe ich auch meistens am besten aus."

Der FC Bayern kennt Müllers Freigeist-Qualitäten 

Müllers Gelassenheit hat Gründe. Unter den Nachfolgern seines großen Förderers van Gaal ("Müller spielt immer"), unter Pep Guardiola, Jupp Heynckes, Carlo Ancelotti und Kovac kam der Offensivstar stets zu seinen Einsätzen. In der vergangenen Saison etwa waren es 45 Pflichtspiele.

"Thomas kann mehrere Positionen spielen", sagt Kovac. Müller kann hinter den Spitzen als Freigeist agieren, Torjäger Robert Lewandowski vorne ersetzen oder auf den Flügeln auflaufen. "Natürlich wissen wir, dass er es über außen anders interpretiert, aber das gibt uns auch was Neues", erklärt der Coach weiter.

Nach der Zäsur durch die Abgänge von Führungskräften wie Ribéry oder Arjen Robben wird Müllers Rolle nun wohl noch bedeutsamer. "Ich bin schon ziemlich lange beim Klub und kenne die Abläufe. Mir ist auch wichtig, wie der Verein da steht, wie wir spielen und wie wir uns präsentieren", sagte Müller. So verantwortungsvoll spricht ein Mann mit Erfahrung. Und sorry, Thomas: So spricht einer, der bald zur Ü30-Fraktion gehört.

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