Unternehmen leiden unter Corona Hilferuf der Handwerker: "Bitte stornieren Sie keine Aufträge"

Handwerkern stehen aufgrund der Coronavirus-Pandemie schwere Zeiten bevor. (Symbolbild) Foto: imago images / fossiphoto

Welche Betriebe von der Krise besonders hart getroffen sind. Und worauf sie jetzt hoffen.

 

MünchenIn München gibt es mehr als 21.000 Handwerksbetriebe mit etwa 75.300 Beschäftigten. Obwohl die Betriebe – mit ein paar Ausnahmen – ihre Tätigkeit ausüben dürfen, leiden viele: Die Nachfrage hat nachgelassen und es kommt teilweise zu Lieferengpässen.

Handwerkspräsdient appelliert: "Bitte stornieren Sie keine Aufträge"

Handwerkskammerpräsident Franz Xaver Peteranderl appelliert: "Bitte stornieren Sie keine Aufträge!" Und weiter: "Das Handwerk ist ein wichtiger Bestandteil der bewährten ‚Münchner Mischung‘ aus Großunternehmen, Mittelstand und Gewerbe. Derzeit sind unsere Betriebe besonders darauf angewiesen, dass die Kunden bei ihnen einkaufen und ihnen Aufträge erteilen."

Bäcker und Metzger bräuchten ihre Kunden und Handwerksbetriebe Planungssicherheit. "Wer ohnehin vorhatte, seine Immobilie renovieren zu lassen, sollte dies vorziehen und den Auftrag jetzt erteilen."

Auf den meisten Baustellen wird seit dem Inkrafttreten der Allgemeinverfügung weiter gewerkelt. Allerdings unter schwierigeren Bedingungen. Subunternehmer, die Arbeiter aus Tschechien, Polen oder Ungarn beschäftigt haben, stehen nach Schließung der Grenzen nun ohne diese Beschäftigten da. Je größer die Baustelle und je mehr Gewerke beteiligt sind, umso schwieriger wird es.

"Auf Großbaustellen wird man Termine nicht einhalten können"

"Auf großen Baustellen wird man viele Termine nicht einhalten können", sagt Holger Seit vom Landesverband der Bauinnung zur AZ. Zudem verzögern Lieferengpässe die Arbeiten. "In Norditalien wurde die Produktion von Baustahl komplett eingestellt. Aus Spanien und Italien kommen keine Fliesen mehr", erklärt Seit.

Er hofft darauf, dass wenigstens die Stadt in den kommenden Monaten nicht knausert mit Aufträgen: "Jetzt, wo so wenig Verkehr ist, wäre ein guter Zeitpunkt für Straßen- und Tiefbau-Maßnahmen." Damit könne man vor allem kleineren und mittleren Betrieben helfen.

Friseure, Kosmetiker und Tattoostudiobetreiber hat es am schlimmsten erwischt

Eiskalt erwischt hat es bei den Handwerksbetrieben die Friseure, Kosmetiker, Nagel- und Tattoostudiobetreiber. Sie mussten schließen, auch Kundenbesuche sind verboten. Erlaubt bleibt die notwendige medizinische Fußpflege. Weiterhin für ihre Kunden da sein dürfen außerdem Reinigungen, Orthopädieschuhmacher und -techniker. Und neben Kfz-Werkstätten dürfen auch Werkstätten für Motorräder, Fahrräder und Reifen öffnen. Sie dienen der Aufrechterhaltung der Mobilität.

 

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