Umstellung auf Kurzarbeit möglich TSV 1860: Coronavirus - Übernimmt der Staat bald die Löwen-Gehälter?

Komplett verwaist: An der Geschäftsstelle des TSV 1860 ist wegen des Coronavirus' aktuell so gut wie nichts los. Foto: firo/Augenklick

Das Coronavirus bringt zahlreiche Drittligisten in massive finanzielle Schwierigkeiten, auch der TSV 1860 wurde von der Pandemie mit voller Wucht getroffen. Um ihre Existenz zu sichern, haben einige Klubs bereits auf Kurzarbeit umgestellt. Doch was heißt das überhaupt?

 

München - Die letzten Monate im Amt beim TSV 1860, sie könnten für Geschäftsführer Michael Scharold kaum undankbarer sein. Das global grassierende Coronavirus legt die komplette Sportwelt lahm, auch der Fußball ist massiv betroffen. In der 3. Liga werden bis mindestens Ende April keine Spiele ausgetragen. Wann es überhaupt weitergeht, ist aktuell noch unklar.

Die Spielabsagen sorgen für massive finanzielle Probleme bei zahlreichen Drittligisten, die im Schnitt mehr als ein Fünftel ihrer Gesamteinnahmen durch Zuschauereinnahmen erzielen. Für viele geht es um nicht weniger als die bloße Existenz. "Für die Vereine der 3. Liga, die sicherlich keine Liga der Millionäre ist und in der bereits das Überleben im Normalbetrieb eine Herausforderung ist, gilt es alle möglichen Schritte und Maßnahmen, die zur wirtschaftlichen Stabilisierung beitragen können, zu prüfen", meint Scharold deshalb.

Einige Drittligisten stellen bereits auf Kurzarbeit um

Einige Vereine haben in den vergangenen Tagen bereits Maßnahmen zur Sicherung der eigenen Existenz ergriffen und zur Reduzierung der eigenen Ausgaben Kurzarbeit beantragt. Eine solche Umstellung, wie sie nicht nur Fußballvereine sondern auch namhafte Unternehmen wie Automobil-Gigant Audi anstreben, könnte zumindest kurz- bis mittelfristig für Entlastung sorgen. Doch was steckt überhaupt dahinter?

Kurzarbeit kann beantragt werden, wenn Arbeitnehmer - im Sportbereich also Athleten und Angestellte des Vereins - aus konkreten Gründen vorübergehend nicht in vollem Umfang oder überhaupt nicht arbeiten können. Dies ist während der aktuellen Corona-Krise gegeben, da die Verfügungen der bayerischen Staatsregierung sowohl einen Trainings- als auch einen Spielbetrieb untersagen.

Um den wirtschaftlichen Schaden für Unternehmen oder Vereine abzumildern, kann der Staat in solchen Situationen die Löhne von Arbeitnehmern teilweise oder ganz übernehmen. Arbeitgeber müssen dann nur noch den Teil des Gehalts übernehmen, für den auch tatsächlich gearbeitet wurde, den Rest übernimmt zu 60 Prozent der Staat.

Um den Zugang zu Kurzarbeitergeld in der aktuellen Ausnahmesituation zu erleichtern, hat der Bundestag jüngst sogar die Voraussetzungen für die Bewilligung herabgesetzt und die Höchstdauer der Unterstützung von sechs auf zwölf Monate angehoben.

Umstellung auf Kurzarbeit? TSV 1860 schweigt

Inwiefern der TSV 1860 dem Beispiel der Drittliga-Konkurrenten Kaiserslautern, Meppen oder Jena folgt und ebenfalls Kurzarbeitergeld beantragt, konnte der Klub am Mittwoch auf AZ-Anfrage nicht beantworten. Dass in der derzeitigen Situation Maßnahmen ergiffen werden müssen, ist jedoch offensichtlich.

"Nur wenn Behörden, Verbände und Vereine vertrauensvoll zusammen an Lösungen arbeiten, wird die 3. Liga diese Krise überstehen", meint Scharold. Bis zum Sommer kann der Noch-Geschäftsführer dabei mithelfen. Es hätten dankbarere letzte Monate sein können.

 

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