Umbauarbeiten am Platzl München: Hofbräuhaus soll Gassenschänke bekommen

AZ-Lokalredakteurin Jasmin Menrad.
Das Hofbräuhaus am Platzl. Foto: imago images/Joko

Das Hofbräuhaus soll wieder eine Gassenschänke bekommen. Durch Umbauarbeiten wird ein Raum am Platzl frei. Hier sollen die Gäste sogar selbst zapfen.

 

München - Das bunte Fenster links neben dem Haupteingang vom Hofbräuhaus ist seit Ende der 70er Jahre immer dunkel. Doch das soll sich bald ändern, dann entsteht hier eine Gassenschänke.

Denn hinter dem dunklen Fenster ist ein Lagerraum für Bier, der nach Bauarbeiten vom Erdgeschoss in einen Tankkeller mittig des Wirtshauses verlegt wurde. Drei Jahre haben die Bauarbeiten während des laufenden Betriebes gedauert, 840.000 Euro wurden in den Umbau von Schankanlage und Biertankkeller investiert.

Weil das Bier jetzt zentraler gelagert wird, konnte die Leitungslänge halbiert werden – das Bier kommt schneller zum Gast und bei der Reinigung der Rohre geht weniger Bier verloren. 48.000 Liter Bier lagern jetzt in vier Tanks unter der Schwemme.

Hofbräuhaus: Bier jetzt zentraler gelagert

Die rund 1,5 Millionen Gäste im Jahr werden von der neuen Schankanlage nicht viel bemerken, nur, dass die 40 Bierleitungen an den fünf Schänken neu glänzen. Bis zu 40 Maß Bier können hier gleichzeitig ausgeschenkt werden.

"Die Stammgäste und Besucher aus aller Welt können das gute Bier hier zukünftig noch ein kleines bisschen schneller und frischer genießen", sagt Finanz- und Heimatminister Albert Füracker (CSU). Und vielleicht bemerken die Stammgäste – und derer gibt es ja mit mehr als hundert Stammtischen viele – dass kein Biertanklaster mehr den Haupteingang versperrt, denn jetzt wird der Hintereingang beliefert.

Neue Gassenschänke am Platzl 

Doch eine bemerkenswerte Neuerung bringt der Umbau mit sich, der das ganze Platzl verändern wird: Im Hofbräuhaus soll wieder eine Gassenschänke entstehen. Noch fehlen behördliche Genehmigungen, doch beim Staatlichen Hofbräuhaus darf man zuversichtlich sein. Geplant ist, dass die Bauarbeiten nach dem Oktoberfest losgehen. Fertig soll die Schänke Ende 2020 sein. Einzige Schwierigkeit: Das ganze Haus ist denkmalgeschützt, sogar die Erde darunter, wie sich beim Umbau des Bierkellers gezeigt hat. Aber die Gassenschänke soll ja nach historischem Vorbild gebaut werden.

Der Sims des bunten Fensters, das immer dunkel, weil zugemauert ist, soll dann zurückgebaut werden. So, wie es bis Ende der 70er Jahre aussah, als hier noch eine Gassenschänke war. Gäste können dann über das Platzl auf ein schnelles Bier in die Schänke. "Wir überlegen, ob wir dort auch eine Möglichkeit schaffen, dass sich die Gäste das Bier selbst zapfen können", sagt Hofbräuhaus-Chef Michael Möller.

Hofbräuhaus: Für Touristen und Münchner

In dem etwa 50 Quadratmeter großen Raum sollen die Gäste um Hochtische herum ein, zwei oder drei schnelle Bier trinken. In der Innenstadt gibt es sonst nur die Gassenschänke vom Bratwurst Glöckl am Dom – und die kennen meist nur Münchner, so versteckt liegt sie.

Beim Hofbräuhaus werden sich auch die Touristen in der Schänke drängen. Aber diese Mischung aus Münchnern und Touris macht ja auch den Charme des Hofbräuhauses aus.

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