Über Nacht an der Steckdose E-Scooter löst Feueralarm in Hotel in München aus

Ein E-Scooter hat einen Feuer-Alarm ausgelöst. Foto: AZ (Symbolfoto)

Bei ihrem München-Besuch hat eine Familie einen E-Scooter gekauft. Im Hotel steckten sie den Elektroroller an eine Steckdose und legten sich schlafen.

 

Obermenzing - Noch sind sie gar nicht offiziell für den Straßenverkehr zugelassen, da sorgt ein Brand in München mit drei Verletzten für Verunsicherung: Ein Elektro-Roller, ein sogenannter E-Scooter, hat am Donnerstagabend im Hotel Weichandhof in Obermenzing einen Feuerwehreinsatz ausgelöst.

Polizei und Feuerwehr gehen von einem technischen Defekt beim Laden aus. Eine dreiköpfige Familie wurde mit Verdacht auf eine Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus eingeliefert.

Der Rauchmelder jault, aber Vater, Mutter und Sohn schlafen weiter Die Familie aus Rumänien hatte sich nach AZ-Informationen in München für etwa 500 Euro einen neuen E-Scooter der Firma VMAX gekauft. Am Abend wollten sie das neue Gefährt aufladen.

Rauchmelder im Hotel lösten Alarm aus

Ein Sprecher der Feuerwehr: "Sie steckten den Elektroroller an die Steckdose und legten sich schlafen. Aus noch unbekannter Ursache überhitzte das Gefährt und begann, sehr stark zu rauchen." Die Rauchmelder im Hotelzimmer schlugen Alarm. Doch Vater, Mutter und Sohn hatten wohl bereits giftiges Kohlenmonoxid eingeatmet. Jedenfalls wachten sie von dem Lärm nicht auf. Bereits geringe Kohlenmonoxid-Konzentrationen in der Atemluft können zu schwerwiegenden Vergiftungssymptomen führen, im schlimmsten Fall führt das Einatmen von Kohlenmonoxid zur Bewusstlosigkeit und zum Tod.

Doch aufmerksame Zimmernachbarn klopften an die Zimmertür der rumänischen Familie, bis diese aufwachte. Laut Feuerwehr erlitten die drei Touristen Rauchgasvergiftungen. Sie wurden mit einem Rettungswagen der Feuerwehr München zur medizinischen Behandlung in eine Münchner Klinik gebracht. Die Rettungskräfte lüfteten das gesamte Gebäude, das Hotelzimmer der Familie galt aber zunächst als nicht bewohnbar. Die Feuerwehr schätzt den Gesamtschaden auf rund 2.000 Euro.

Der dritte Akku-Brand in München binnen weniger Wochen

Innerhalb weniger Wochen war dies bereits der dritte Akku-Brand in München-  aber der erste mit einem E-Scooter. In den anderen beiden Fällen gingen Akkus von E-Bikes in Flammen auf und richteten erheblichen Schaden an. Im April verursachen zwei Akku-Brände 100.000 Euro Schaden.

Am 23. April kam es zu einem technischen Defekt an einem Lastenrad, das unter einem Hochparterrebalkon am Kölner Platz abgestellt war. Die Flammen griffen auf den Balkon über und richteten laut Feuerwehr einen Schaden von insgesamt rund 50.000 Euro an.

Erst wenige Tage zuvor hatte der Akku eines Fahrradtaxis eine Wohnung in Brand gesetzt. Wie bei dem jüngsten Vorfall mit dem E-Scooter, geschah dies beim Laden des Akkus. Der Rikscha-Besitzer (44) hatte den Akku über Nacht in der Küche seiner Wohnung am Carl-Orff-Bogen (Freimann) an das Ladegerät angeschlossen.

Hotelzimmer ist nach Brand unbewohnbar

Am frühen Morgen geriet das Gerät in Brand. Der Münchner wollte die Flammen mit Wasser löschen, woraufhin der Akku explodierte. Drei Hausbewohner erlitten leichte Rauchvergiftungen, zwei kamen vorsorglich ins Krankenhaus. In der Wohnung entstand laut Feuerwehr ein Schaden von ebenfalls etwa 50.000 Euro. Die Wohnung war vorerst unbewohnbar.


Neue Verordnung: Elektroroller sind bereits in anderen europäischen Städten eine Alternative zu Auto und Fahrrad, nun sollen die Flitzer auch in Deutschland eine Straßenzulassung bekommen. In München stehen bereits mehrere Verleiher in den Startlöchern. Bislang sehen die Pläne des Bundes vor, dass E-Roller, die langsamer als 12 km/h sind, auf Gehwegen im Schritttempo fahren. Alle schnelleren sollen auf den Radweg.
Doch in den Ländern, die den Regeln zustimmen müssen, gibt es Sicherheitsbedenken: Fußgänger-Vertreter und Verkehrsexperten warnen vor Gefahren etwa für Kinder, ältere und sehbehinderte Menschen.
Der Verkehrsausschuss des Bundesrats empfahl, dass die E-Roller auf Radwege gehören. Voraussichtlich am 17. Mai wird der Bundesrat über die Verordnung von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer abstimmen.


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