Turmstüberl im Valentin Musäum Nicht irgendein Schmarrn

Bernadette Obergrußberger (links) bewirtet die Gäste im Turmstüberl. Foto: Gregor Feindt

Nur einen Kaffee trinken? Geht im Turmstüberl natürlich auch. Aber wäre doch schade, nicht gleich das ganze Valentin-Musäum anzuschauen.

Eine philosophische Aufgabe ist es nicht ganz, aber über so eine Untertasse mit Goldrand sollte man schon mal einen Moment nachdenken. „Jeder bekommt bei mir das Geschirr, von dem ich glaube, dass es zu ihm passt”, sagt Bernadette Obergrußberger.

Wer nun eine goldene und wer eher eine schlicht-weiße Untertasse bekommt, das bleibt Obergrußbergers Geheimnis. Fest dagegen steht, dass es genügend unterschiedliche gibt, für jede Persönlichkeit die richtige. Denn bevor die 41-Jährige Ende vergangenen Jahres das Turmstüberl im Valentin-Musäum übernommen hat, ist sie erst einmal über die Flohmärkte gezogen und hat das Geschirr für ihr Café zusammengetragen.

Es ist eine bunte Mischung geworden, kaum ein Teil wie das andere. Und genau das passt ganz wunderbar zum Valentin-Musäum, dieser riesigen Schatztruhe, die randvoll ist mit allerhand Kuriositäten und Fundstücken.

Das Turmstüberl macht da keine Ausnahme. Gleich hinter der Tür zum Café hängt der Spazierstock vom Steyrer-Hans, dem „bayrischen Herkules”, ein paar Schritte weiter steht man unter einer rotgewandeten Figur, die auf einem Horn reitend Werbung für Johannisbeersaft macht.

Man muss nicht alles verstehen. Manches, was im Turm-stüberl zu finden ist, ist auch gar nicht dazu gedacht, verstanden zu werden. Statt viel zu grübeln, kann man sich auch einfach auf einen der alten Thonet-Stühle setzen, den Rundumblick genießen und sich ein Bier bestellen. Das ist mit 3,70 Euro pro Halbe ein bisschen teurer als anderswo, dafür wurde es davor aber auch 79 Stufen über die enge Wendeltreppe ins Turmstüberl hochgetragen. Dazu gibt es zum Beispiel Fleischpflanzerl mit Kartoffelsalat (5,90 Euro) oder für Kaffeetrinker allerhand Kuchen (3,40 Euro).

Viele Stammtische treffen sich im Turmstüberl, ältere Damen, die Zither spielen und dazu singen. Die nehmen auch gerne die drei Euro Eintritt in Kauf. Cafébesuch ohne Museum, das gibt es nämlich nicht. Aber die drei Euro, findet Obergrußberger, die könne man sich schon mal leisten: „Die gibt man ja sonst auch nur für irgendeinen Schmarrn aus.”

Im Tal 50, Mo., Di. und Do. 11.01-17.29 Uhr, Fr. und Sa. 11.01-17.59 Uhr und So. 10.01-17.59 Uhr, www.turmstueberl.de, Tel.: 29 37 62

 

 

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