TSV 1860 verliert erstes Saisonspiel Löwen nach der Lautern-Pleite: Lahme Flügel und ein Lichtblick

Die Löwen verlieren den Auftakt in die 3. Liga - ein paar positive Aspekte gibt es dennoch. Foto: Augenklick/Rauchensteiner

Beim Auftakt der 3. Liga verliert der TSV 1860 München spät gegen den 1. FC Kaiserslautern. Womit Trainer Daniel Bierofka und Co. hadern, wer überzeugt: Das erklärt die AZ hier!

München - 85 Minuten lang stritten die beiden Bundesliga-Altmeister um den Sieg. 85 Minuten lang lieferten sich der 1. FC Kaiserslautern und der TSV 1860 einen spannenden und stimmungsvollen Kampf um die ersten Punkte für beide Klubs in der Dritten Liga – danach jubelten die Roten Teufel.

Die insgesamt verdiente 0:1-Auftaktpleite des aufopferungsvoll kämpfenden Regionalliga-Aufsteigers beim dominierenden Zweitliga-Absteiger am Samstag durch den Siegtreffer von Janek Sternberg (86.) förderte die unterschiedlichsten Emotionen zutage.

"Wir haben hier nicht gegen Blinde gespielt. Kaiserslautern hat den Anspruch, aufzusteigen. Trotzdem wäre ein 0:0 gerecht gewesen", urteilte ein grantiger Torjäger Sascha Mölders (hier die Stimmen zum Spiel). Geteilte Freude über ein Fußballfest, Bangen und Hoffen, später Lautern-Lohn und Löwen-Leiden – die AZ zeigt die Lehren des Spiels.

Harte Landung für den Underdog

Vor einigen Wochen trennten die Pfälzer und die Giesinger noch zwei Ligen. Jetzt hielten Daniel Bierofkas Sechzger lange mit und hätten durch Adriano Grimaldi in Führung gehen können, der neben Mölders aufgebotene Stürmer traf aber nur den Innenpfosten (10.). "Wenn der Rasen nicht nass ist oder ich den Ball richtig treffe, geht er rein. Ärgerlich", so Grimaldi, Kollege Mölders ergänzte: "Der kann genauso gut reinspringen. Wenn wir hier in Führung gehen, glaube ich, gewinnen wir das Spiel."

Danach erspielte sich Lautern nicht nur ein Übergewicht, sondern auch zahlreiche Chancen. Bierofkas Fazit: "Aufgrund der zweiten Halbzeit war es nicht unverdient, aber mit dem Einsatz und der Bereitschaft war ich zufrieden."

Sechzigs lahme Flügel

Vor allem die Außen der Löwen funktionierten defensiv wie offensiv nicht, wie es Bierofka gefordert hatte, weshalb der 39-jährige Chefcoach, der von Montag bis Mittwoch wieder beim Trainer-Lehrgang in Hennef weilt, analysierte: "Wir haben nicht mutig genug gespielt, aber man muss auch sagen: Lautern hatte eine brutale Dynamik auf den Außenbahnen."

Vorne kam mit Ausnahme einer Karger-Chance ans Außennetz (9.) zu wenig, hinten hießen die Leidtragenden Herbert Paul und Phillipp Steinhart – vor allem Paul agierte zu fehleranfällig. Bierofka: "Er hat das erste Spiel in der Dritten Liga gemacht, dem Jungen darf man keinen Vorwurf machen."

Der Lichtblick

Kollektive Schulterklopfer gab es für die neue Nummer eins: Hendrik Bonmann lieferte eine starke Vorstellung ab und verdiente sich ein Bierofka-Lob. "Er hat gut gespielt und Situationen entschärft, die nicht normal waren: zwei Mal im Eins gegen Eins, auch bei den Flanken war er sehr präsent." Grimaldi: "Er hat uns zwei Mal den Arsch gerettet." Bonmann selbst freute sich wenig: "Es ist leider völlig egal, wenn wir verlieren."

Der Bundesliga-Rahmen

Samstagnachmittag, Fritz-Walter-Stadion auf dem Betzenberg: Das Duell der Traditionsklubs geriet zum Fußballfest mit Bundesliga-Charakter. Gänsehaut, als tausende Lauterer "You’ll never walk alone" anstimmten, über 5000 (befreundete) Sechzger-Fans andächtig lauschten und teils mitsangen, bevor sie mit "Hurra, Hurra – die Löwen, die sind da" antworteten. 41 324 Zuschauer wollten sich das Spektakel nicht entgehen lassen – die dritthöchste Kulisse seit Bestehen der Dritten Liga! Die Live-Übertragung der ARD brachte eine Top-Quote von 1,24 Millionen Zusehern.

"Es war ein Privileg, hier auflaufen zu dürfen", so Bierofka über Sechzigs letztlich bittersüße Pleite. Am Samstag bei der Heimpremiere gegen die Sportfreunde Lotte (14 Uhr, im AZ-Liveticker) will sich der Löwen-Coach nicht mehr nur über eine annehmbare Leistung und den tollen Rahmen, sondern über Punkte freuen.

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