TSV 1860 München Auf zur Auswärts-Serie: Löwen auf Tour

Schade, der Heim-Bonus ist erstmal dahin: Die Löwen müssen jetzt auf Auswärts-Tournee. Foto: sampics/Augenklick

Sechzig muss jetzt die Festung Grünwalder Stadion, in der die Löwen die letzten vier Spiele gewonnen haben, verlassen. Es stehen drei Partien auswärts an. "Wir müssen das Beste aus der Situation machen".

 

Zuhause? Das können die Löwen. Zwölf Punkte aus den vier Partien der Giesinger Heimspieltage, sieben Siege in Folge und insgesamt 14 Siege bei jeweils nur einem Remis und einer Pleite.

Im Grünwalder Stadion ist der TSV 1860 eine Macht. Dumm nur, dass bis zum nächsten Auftritt im Wohnzimmer eine ganze Weile hin ist. Mühsam, mit viel Glück und am Ende auch einer Leistungssteigerung fuhren die Sechzger die vier Dreier gegen den TSV Buchbach, den SV Seligenporten, den FC Unterföhring und den VfR Garching ein.

Auch ein Faktor: Sechzigs Heimstärke. Glückwünsche wollten Trainer Daniel Bierofka und Sportchef Günther Gorenzel zuletzt noch nicht entgegennehmen, obwohl Garching-Coach Daniel Weber eine Prognose wagte: "Mit einer solchen Standardstärke gewinnt man die Meisterschaft – und wahrscheinlich auch den Aufstieg." Bierofka und Gorenzel wissen selbstredend: Es ist noch zu früh, um von Meisterschaft oder Relegation zu sprechen. Und sie wissen auch: Das Saisonfinish hat es in sich.

Keine Festung Grünwalder. Keine 12.500 Zuschauer, größtenteils weiß-blaue Sechzger. Vielmehr tief stehende Gegner, die beim Spiel des Jahres in ihrer Heimat 120 Prozent geben. "Für uns war es in dieser Phase sehr wichtig, dass wir unsere Heimspiele gewinnen und vorlegen", so Bierofka vielsagend. Nun sind besagte Heimspieltage vorbei. Jetzt geht’s für 1860 in die Ferne – die Löwen gehen auf (Auswärts-)Tour!

Auswärts-Tour des TSV 1860: Von Fürth nach Bayreuth nach Schweinfurt

Erster Auswärts-Trip: Mittwoch. Der Gegner: die SpVgg Greuther Fürth II (19 Uhr). Weiter geht’s am Ostermontag im Totopokal-Viertelfinale bei Regionalliga-Konkurrent SpVgg Bayreuth. Am Samstag darauf folgt die Reise zum 1. FC Schweinfurt 05. Während Bierofka den Heimspiel-Viererpack als "Vorteil" bezeichnete, wusste er aber auch: "Genauso kann es wieder ein Nachteil sein, wenn wir mehrere Auswärtsspiele in Folge haben."

Einen Vorwurf an den BFV gab es nicht, da der Verband nichts für die vielen Spielabsagen könne, die den Notspielplan erst nötig gemacht hatten. Gorenzel gab sich pragmatisch: "Es gibt nur die Möglichkeit: sich damit abfinden und das Beste aus der Situation zu machen." Immerhin: Durch die Terminierung der Auswärts-Partie beim FC Ingolstadt II am 17. April wurde Gorenzels Wunsch erfüllt, "am Schluss nicht fünf Auswärtsspiele hintereinander zu haben".

Die letzten beiden Heimspiele der Löwen: Eichstätt und Augsburg II

Dennoch geht es auf ein heißes Saisonfinale zu: Bei nur noch zwei Heimspielen gegen Eichstätt und den FC Augsburg II folgen die restlichen vier Saisonspiele – alle in der Fremde: neben den Spielen in Illertissen, Pipinsried und Bayreuth auch das Derby am drittletzten Spieltag gegen den FC Bayern II. Jan Mauersberger über den Showdown in der Regionalliga Bayern auf fremden Plätzen, wo die Sechzger bei weitem keine so überragende Bilanz aufweisen (elf Spiele, fünf Siege, drei Remis, drei Niederlagen): "Wir sind schon die ganze Saison die Gejagten und haben es bisher gut gemeistert. Aber klar, auswärts ist es immer schwieriger. Die Gegner sind heiß, es herrscht eine besondere Atmosphäre", so der Vize-Kapitän. Er weiß: "Auswärts kann man gewinnen, aber man muss es vielleicht nicht immer. Wir sollten es so oft wie möglich tun."

Mehr Ausgeglichenheit zwischen Heim- und Auswärtspartien und gleichzeitig mehr Spielplan-Stress könnte der Toto-Pokal bringen: Am 11.4. steht das Halbfinale an, das Sechzig im Falle eines Sieges in Bayreuth durch die bereits getätigte Auslosung zuhause gegen 1860 Rosenheim austragen würde. Am 21.5. steigt das (noch nicht konkreter terminierte) Finale. Dann weiß Sechzig schon, ob die anstehenden Touren zur Meisterschaft geführt haben – und in die Relegation führen werden (24. und 27.5.). Dort wäre das Heimrecht wieder gleichmäßig verteilt.

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