TSV 1860 Löwen-Trainer Möhlmann: "Die Basis stimmt"

Neue Fußball-Fachkompetenz für den TSV 1860: Trainer Benno Möhlmann (l.) und Sportchef Oliver Kreuzer. Foto: sampics/Augenklick

Beim 0:0 in Braunschweig ist erstmals der Einfluss des neuen Trainers Benno Möhlmann unverkennbar. „Wir müssen, können und sollen zufrieden sein.“ Sportchef Oliver Kreuzer: „Wir sind gefordert“

 

München - Es ist schon ein Kreuz mit diesen Länderspielpausen. Nach der 0:1-Pleite gegen Bochum und dem 1:1 in Bielefeld kamen die Zweitliga-Auszeiten für den TSV 1860 in dieser Saison jeweils zur Unzeit. Und jetzt gab es beim 0:0 in Braunschweig schon wieder keinen Löwen-Sieg. Wegen der abwesenden Nationalspieler hat der Coach erneut keine Möglichkeit, mit dem kompletten Team zu trainieren, um so Dinge einzustudieren, die die Löwen aus ihrer Misere als Tabellenvorletzter befreien könnten.

Doch diesmal stellt sich die Gesamtsituation des TSV 1860 etwas anders dar. Denn: Die Löwen haben sich stabilisiert. „Wir sind nicht unzufrieden, wir müssen, können und sollen zufrieden sein. Die Basis stimmt“, lautete Möhlmanns Fazit nach dem Remis. Es bescherte Sechzig eine Mini-Serie von zwei ungeschlagenen Liga-Spielen in Folge. Der Grundstein ist vorhanden. Mit dem Rekordtrainer und Oliver Kreuzer als neuem Sportchef hat sich 1860 für die Zukunft – also den anstehenden, monatelangen Abstiegskampf – gerüstet. Stichwort: Fußball-Fachkompetenz. „In erster Linie brauchen wir Resultate“, sagte Ex-Bayern-Spieler Kreuzer in der BR-Sendung „Blickpunkt Sport“ über die Ausgangssituation.

Gegen Braunschweig blieb die Belohnung für eine starke zweite Spielhälfte mal wieder aus. Möhlmann lobte dennoch: „Wir haben gut verteidigt. In der zweiten Halbzeit hatten wir auch einige Chancen.“ Er bemängelte aber auch, was angesichts kümmerlicher acht Saisontore in 14 Spielen Dauermangel ist: „Die Eintracht war druckvoller im Spiel nach vorne. Aus guten Situationen heraus erspielen wir uns keine endgültigen Torchancen.“

Während im Sturm der ein oder andere Neuzugang im Winter eintrudeln dürfte, ist Möhlmann selbst die größte Verstärkung. Gegen den KSC, in Fürth und beim Pokal-Coup in Mainz konnte er wegen seiner Gallenblasen-OP nicht viel mehr beitragen als die Aufstellung. Jetzt lässt sich aber allmählich der Einfluss des 61-Jährigen erkennen. Seit der Chef wieder bei Kräften ist, gab’s nicht nur den langersehnten Premieren-Sieg, sondern auch die Möhlmann-Handschrift: Abkehr von der fröhlingschen Fußball-Attraktion, dafür mehr Kompaktheit und mutige Beeinflussung des Spielgeschehens.

Gegen Duisburg traf es Daylon Claasen, der früh dem späteren Siegtorschützen Marius Wolf geopfert wurde. Diesmal bekam es Richard Neudecker (wie zuvor Claasen schon in der 32. Minute) zu spüren: Der zum Linksverteidiger umgeschulte Jung-Spielmacher sah früh Gelb und seinen Gegenspieler oft nur von hinten. Also brachte Möhlmann Maximilian Wittek. Linksaußen Marius Wolf wurde nach der Pause zu mehr Defensiv-Arbeit verdonnert. Durch diese Maßnahmen stand Sechzig stabiler.

Auch an der Spitze sind die Löwen bald wieder besser aufgestellt. Kreuzer zur anstehenden Mitgliederversammlung (15. November): „In zwei Wochen ist der Präsident gewählt, dann sind die Personalentscheidungen getroffen, dann sollten wir über Fußball reden. Dann sind wir gefordert: der Trainer, die Mannschaft und ich.“
Dann brauchen die Löwen tatsächlich „nur“ noch Resultate.  

 

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