TSV 1860 in der Dritten Liga Günther Gorenzel macht Druck auf Sechzig - und plant schon weiter

Löwen-Bosse: Sportchef Günther Gorenzel, Geschäftsführer Michael Scharold und Präsident Robert Reisinger (v.li.). Foto: imago/MIS

Der Sportchef der Löwen wartet weiter auf seine Beförderung - um die Planungen für die Zukunft beim TSV 1860 voranzutreiben. Doch der Österreicher mahnt - die AZ erklärt, worum es Günther Gorenzel geht.

München - Am 21. Oktober verschickte der TSV 1860 eine Pressemitteilung. Sportchef Günther Gorenzel solle zum Geschäftsführer Sport erhoben werden. So die Empfehlung des Aufsichtsrates. Seitdem passiert auf Giesings Höhen? Nichts.

Gorenzel will Klarheit

"Aus meiner Sicht gibt es noch viele Dinge inhaltlich zu klären. Ich hoffe, das erfolgt zeitnah", erklärte Gorenzel gestern über seine ausstehende Beförderung – und damit einhergehende Zukunftsplanungen: "Es wäre im Sinne des Vereins und in meinem Sinne, dass wir Klarheit brauchen, wie es weitergeht, weil du eine gewisse Planungssicherheit brauchst in diesem Geschäft."

In anderen Worten: In die Gänge kommen, Löwen! Die AZ zeigt, in welchen Bereichen 1860 dringend Klarheit braucht – und wo Gorenzel in seiner jetzigen Position Einfluss nimmt.

Geschäftsführung: Michael Scharold als Finanz-Geschäftsführer, Gorenzel für den Sport. Klar ist längst, wie die Geschicke verteilt werden sollen. Die Zustimmung durch den Verwaltungsrat und die Bestellung durch den Beirat sind noch nicht erfolgt. Analytiker Gorenzel, im Normalfall stets bedacht und in dieser Hinsicht wohl nicht ohne Hintergedanken, macht Druck: "Ich kann nur für meine Person sprechen: Es wäre in meinem Sinne, wenn rasch Klarheit herrschen würde."

Gorenzel würde sich über mehr Verantwortung und verbesserte Bezüge freuen, Scharold über Entlastung – die 1860-Bosse und Investor Hasan Ismaik sind sich grundsätzlich einig. Was dauert also so lange? Verwaltungsrats-Boss Sebastian Seeböck erklärte der AZ, dass der Vorgang aktuell einer "eingehenden Prüfung" unterliege – Dauer nicht absehbar. (Lesen Sie auch: Hasan Ismaik: "Hetzjagd" gegen Bundesliga-Investoren)

Löwen planen bereits nächste Saison

Profikader: In der Ära Bierofka/Gorenzel sollen – ungewöhnlich für traditionell chaotische Löwen-Planungen – die Dinge endlich früher vorangetrieben werden. Stichwort: Spielzeit 2019/20 vorbereiten. "Es laufen bereits Planungen, die über die laufende Saison hinausgehen", erklärt Gorenzel. Was er als "mittelfristiges Ziel" ausgibt: die Rückkehr in die Zweite Liga.

Der Grundstein dazu soll jetzt gelegt werden, zumal – was auf Giesings Höhen aber keiner ausspricht – der Aufstieg in diesem Jahr mangels Überflieger auch für 1860 lange in Reichweite liegen könnte. Winter-Veränderungen im Kader? "Auch da gibt es ganz klare Überlegungen in alle Richtungen", so Gorenzel.

"Immer Sechzigs Faustpfand"

Löwen-Nachwuchs: Der 47-Jährige erklärte der AZ kürzlich, dass er mehrere Szenarien zur Fortführung des Nachwuchsleistungszentrums erarbeitet habe. Jetzt konkretisiert er: "Ganz wichtig ist, dass du den Jungs eine Perspektive bietest. Es ist ideal für die Ausbildung und war immer Sechzigs Faustpfand, dass du in der Zweiten Liga spielst." Das sei "optimal für die Durchlässigkeit" zu den Profis.

Wichtige Maßnahmen: hauptamtliche Trainer und effektivere Verwendung der vorhandenen Mittel. "Du kannst nicht immer nur mehr Budget fordern." Der neue U19-Trainer etwa kommt aus den eigenen Reihen: Der bisherige U15-Coach Jonas Schittenhelm übernimmt.

Medizinische Abteilung: Zuletzt übte Gorenzel nach den Rückfällen von Markus Ziereis und Hendrik Bonmann Kritik. Nun habe er "intensive Gespräche geführt". Das Resultat? "Man darf nicht nur auf unsere medizinische Abteilung draufhauen." Man müsse "auch betonen, dass wir die angeschlagenen Spieler fast immer schnell wieder fit hatten", Verteidiger Simon Lorenz war zuletzt nach einem Faserriss "innerhalb weniger Tage spielfähig". Aber: Gorenzel wolle künftig "manche Dinge noch mehr hinterfragen".

Gorenzel rügt Lacazette

Romuald Lacazette: Auch beim Leih-Löwen nimmt Gorenzel Einfluss. Der Grund? Sein nur mit Gelb geahndetes Brutalo-Foul in Münster. Gorenzel: "So geht es nicht. Er muss die Balance finden. So etwas schadet ihm, dem Verein und dem gegnerischen Spieler, weil es gesundheitsgefährdend ist."

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