TSV 1860 im Toto-Pokal Aschaffenburg-Trainer Jochen Seitz: "Es ist für uns das Spiel des Jahrzehnts"

Empfängt mit seiner Mannschaft den TSV 1860: Aschaffenburg-Trainer Jochen Seitz. Foto: imago/Peter Kolb

Der TSV 1860 muss im Toto-Pokal bei Viktoria Aschaffenburg ran. Die AZ sprach mit Trainer der Nordfranken, Jochen Seitz.

 

MünchenAZ-Interview mit Jochen Seitz. Der 42-Jährige spielte jahrelang in der Bundesliga, unter anderem für Unterhaching, den VfB Stuttgart und den FC Schalke 04. Seit 2016 ist er Trainer bei Regionalligist Viktoria Aschaffenburg.

Wiedersehen von Jochen Seitz und Daniel Bierofka

AZ: Herr Seitz, können Sie sich nicht an den 6. November 2002 erinnern?
JOCHEN SEITZ: 6. November 2002, puh, das ist eine wirklich gute Frage.

Sie sind mit dem VfB Stuttgart bei Bayer Leverkusen im DFB-Pokal angetreten. Nach der Pause wurden Sie bei den Schwaben und Daniel Bierofka für Bayer eingewechselt – Bierofka schoss die Werkself mit einem Doppelpack zum Sieg.
Das ist aber nicht gut, praktisch ein schlechtes Omen für uns gegen die Löwen (lacht).

Welcher Typ Gegenspieler war der heutige Sechzig-Trainer denn?
Er war ein ähnlicher Spielertyp wie ich: Außenbahn, im Dribbling stark, schnell. Wir hatten viele Gemeinsamkeiten in unserer Spielweise.

Sie werden ihn vor dem Toto-Pokal-Duell analysiert haben. Spielen die Giesinger einen Fußball, für den früher auch Bierofka stand?
Sechzig München ist ein Arbeiterverein. Deswegen haben sie viele Typen im Team, die sehr körperlich Fußball spielen: Sascha Mölders oder Jan Mauersberger etwa. Ob das Bierofkas Markenzeichen ist, weiß ich nicht. Ich glaube aber, dass er das Bestmögliche rausholt.

Toto-Pokal: Viktoria Aschaffenburg gegen TSV 1860 

Auf was stellen Sie Ihre Jungs ein?
Wir sind der klare Außenseiter, kämpfen in der vierten Liga gegen den Abstieg. Der Druck liegt bei Sechzig. Was sie gut machen: Sie haben die letzten zwei Spiele auf eine Dreierkette, beziehungsweise gegen den Ball auf eine Fünferkette, umgestellt. Vorher haben sie im 4-4-2 gespielt. Für uns ist wichtig, dass wir die Zuschauer auf unsere Seite bringen. Es ist ein Fußballfest für uns. Ein Spiel vor solch einer Kulisse hat die Region lange nicht erlebt. Es ist für uns das Spiel des Jahrzehnts. Die Viktoria ist zwar ein Traditionsverein, aber die letzten Jahre waren schwierig.

Aus Nordfranken schafft kein Klub den Sprung in den Profibereich. Wohin soll es für Viktoria langfristig gehen?
Schweinfurt hat auf Profifußball umgestellt, für sie muss es irgendwann in die Dritte Liga gehen. Wir sind davon meilenweit entfernt, haben nicht annähernd den Etat dafür. Wir hoffen, dass sich Sponsoren wieder bei uns einbringen, im Fußball regiert ja leider das Geld. Und was Talente angeht, müssen wir uns auch Klubs aus der Regionalliga Südwest erwehren, zum Beispiel dem FSV Frankfurt oder Dreieich.

Da würden Einnahmen aus dem DFB-Pokal helfen. Erzählen Sie in der Kabine vor Anpfiff eine Anekdote aus Ihrer Karriere oder wenden Sie andere Psychotricks an?
Wenn man für dieses Spiel Psychotricks braucht, ist man als Fußballer verkehrt. Die Jungs sind so heiß auf das Spiel, dürfen nur keine Angst vor der Kulisse haben. Sechzig München ist ein Verein, der eigentlich nicht in die Dritte Liga gehört. Es wäre schön, wenn sie den Sprung nach oben schaffen. Es hat eine enorme Zugkraft, wenn die Sechzger kommen. Sechzig ist nach wie vor ein toller Verein.

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