Trotz überschaubarer Renditen Warum Wohnungsinvestoren trotzdem noch in München bauen

Die Wohnungspreise in München steigen unaufhörlich an - eine anständige Rendite bedeutet das allerdings nicht. Foto: Sina Schuldt/dpa

Obwohl die Renditen niedrig sind, stecken noch immer viele Investoren ihr Geld in Münchner Wohnungen. Warum dies so ist und weshalb viele mittlerweile auf mittelgroße Städte ausweichen, zeigt nun eine Studie.

 

München - Von teuren Metropolen wie München weichen Immobilien-Investoren vermehrt in mittelgroße Städte aus – das hat die Immobilienberatung "Wüest Partner Deutschland" ermittelt. "Städte wie Augsburg wachsen zum Teil schneller als Metropolen", sagt Rüdiger Hornung von der "W & P Immobilienberatung".

Für ihre Studie zur Entwicklung der Wohnungsmärkte in Süddeutschland hat die Beratungsfirma den Trend in 20 süddeutschen Städten analysiert.

Hier die wichtigsten Ergebnisse:

Die politische Debatte zeigt Wirkung

Die politische Debatte über den Mietdruck zeigt Wirkung: Die Enteignungsdebatte in Berlin, Vorschläge zur Deckelung der Miethöhe für fünf Jahre, auch die Debatte um eine veränderte Grundsteuer werden international aufgenommen. "Investoren sind verunsichert", sagt Rüdiger Hornung von der Immobilienberatung W & P.

Bei der Erhebung der Grundsteuer wird es in Bayern künftig einen Sonderweg geben. Die Staatsregierung will die von der Großen Koalition in Berlin vereinbarte Öffnungsklausel nutzen. Der bayerische Fiskus wird die Grundsteuer so künftig auf Basis der Grundstücksfläche berechnen. Der Wert eines Grundstücks soll anders als im Modell des Bundesfinanzministeriums keine Rolle spielen. Haus & Grund begrüßte dies als "fairste Lösung".

Der Deutsche Mieterbund wirbt indes für eine Petition gegen die Regelung des Bundesfinanzministeriums, damit die Grundsteuer nicht mehr auf die Betriebskosten umgelegt werden darf.

Die Nachfrage in München bleibt hoch

München bleibt der teuerste Standort Deutschlands. Die Nachfrage nach Mehrfamilienhäusern als Anlageobjekt ist demnach weiterhin hoch.

Die Rendite in München ist enorm niedrig

Die Stadt München ragt mit dem durchschnittlichen Brutto-Faktor 38 landesweit heraus. Die Zahl gibt das Verhältnis an: jährlicher Miet-Ertrag gegenüber Kaufpreis des Objektes. München liegt deutschlandweit an der Spitze: "Das bedeutet, dass sich Käufer in München mit einer sehr niedrigen Rendite zufriedengeben – mit weit weniger als in Hamburg oder Berlin", erklärt der Experte.

Das Investitions-Risiko in München ist gering

Die Stadt München ragt mit dem durchschnittlichen Brutto-Faktor 38 landesweit heraus. Die Zahl gibt das Verhältnis an: jährlicher Miet-Ertrag gegenüber Kaufpreis des Objektes. München liegt deutschlandweit an der Spitze: "Das bedeutet, dass sich Käufer in München mit einer sehr niedrigen Rendite zufriedengeben – mit weit weniger als in Hamburg oder Berlin", erklärt der Experte.

Die Zahl der kleineren Wohnungen in München wächst

Beim Angebot von Ein- bis Zwei-Zimmer-Wohnungen zum Kauf und zur Miete wird in München ein Wachstum erwartet.

In bayerischen Großstädten wird mehr gebaut

Der Wohnungsbau hat an Fahrt aufgenommen: In den bayerischen Zentren München, Nürnberg und Augsburg hat die Bautätigkeit gegenüber 2012 um drei bis vier Prozent zugenommen.

Preise in München und Augsburg steigen am stärksten

Der Kaufpreis für Immobilien variiert in den untersuchten 20 Städten von 2.000 bis 7.000 Euro pro Quadratmeter. In München ist der Preis für Wohneigentum allein im vergangenen Jahr um fünf Prozent gestiegen. München und Augsburg verzeichnen im süddeutschen Raum den größten Immobilien-Preis-Anstieg.

In Augsburg ist die Miete in den vergangenen zehn Jahren um 63,6 Prozent gestiegen, gefolgt von Bamberg mit 60 Prozent Erhöhung. In München und Nürnberg sind die Mieten im gleichen Zeitraum um über 50 Prozent gestiegen.

Preisanstieg bringt Münchner Normalverdiener ans Limit

In Kleinstädten verläuft der Preisanstieg schneller als in Großstädten. In München ist die Belastungsgrenze für Mieter vielerorts erreicht.

 

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