Transferpläne der Löwen Schnappt sich der TSV 1860 einen Stürmer aus der Bundesliga?

Beim TSV 1860 für die Transfers verantwortlich: Günther Gorenzel Foto: sampics/Augenklick

Der TSV 1860 bemüht sich weiter um Verstärkungen, doch selbst Daniel Bierofka und Günther Gorenzel sind sich offenbar nicht einig, welches Profil die Neuen haben sollen. Kommt ein junger Leihstürmer aus der Bundesliga?

 

Windischgarsten - Reden wir nicht lang drum herum. Der TSV 1860 braucht Verstärkungen. Das weiß Trainer Daniel Bierofka. Das weiß Sport-Geschäftsführer Günther Gorenzel.

Einziges Problem: Selbst die sportliche Leitung der Sechzger ist sich offenbar nicht einig darüber, wo der Schuh am meisten drückt – und wie man Abhilfe schaffen kann.

Gorenzel: "Können nicht agieren"

"Es ist kein Geheimnis, dass sich die momentane Situation im Verein so darstellt, dass wir nicht so agieren können, wie wir es gerne würden", erklärte Gorenzel am Mittwoch im Trainingslager der Löwen in Windischgarsten. Bierofka habe laut Gorenzel Folgendes ins Auge gefasst: "Der Trainer hat noch den ein oder anderen Wunschspieler mit Sascha Marinkovic und Aaron Berzel. Ich schaue, ob man diese Wünsche erfüllen kann. Wenn es aus finanztechnischen Gründen umsetzbar ist, werden wir das machen.”

TSV 1860: Wird Marinkovic fremdfinanziert?

Nach AZ-Informationen spendiert eine Gruppe 1860-Fans, die nicht namentlich genannt werden will, das Jahresgehalt für Publikumsliebling Berzel inklusive Lohn-Nebenkosten, also eine Summe knapp im sechsstelligen Bereich. Marinkovic soll ein weiterer Gönner ermöglichen – Sechzig hat vielleicht schon bald ein fremdfinanziertes Duo.

Aber: Wie Gorenzel durchblicken lässt, favorisiert der 47-Jährige eine andere Transferstrategie als Bierofka. Gorenzels Ansage: "In einer nachhaltigen Kaderplanung sehe ich als absolute Priorität einen Stoßstürmer. Ich hoffe, dass wir uns richtig verstehen: Ein Stoßstürmer, der in vorderster Front mit dem Rücken zum Tor die Bälle ablegen kann."

Dieser Angreifer müsse "eine gewisse Athletik und körperliche Konstitution" mitbringen: "Von dieser Konstitution haben wir nur einen einzigen Spieler im Kader." Der heißt bekanntlich Sascha Mölders, ist schon 34 Jahre alt und geht mit einem Knochenödem gehandicapt in die neue Spielzeit. Übrigens: Mit Nico Karger kommt in der Offensive ein "schmerzhafter Ausfall" (Zitat Gorenzel) hinzu: Nach der MRT-Untersuchung ist klar: schwere Muskelsehnenverletzung, mehrere Wochen Zwangspause für den Leistungsträger.

TSV 1860: Hier wildert Gorenzel

Wie also soll die Lösung aussehen? Für Gorenzel steht fest: Marinkovic und Berzel, die der Österreicher als "Ergänzungsspieler, Nummer 15, 16" bezeichnet, sind ein "nice to have". Man brauche aber, Sechzigs "must have", eine "Nummer zwölf, dreizehn", die eventuell statt Mölders in die Startelf rutscht. Wie Gorenzel erklärt, habe Sechzig nach wie vor gute Möglichkeiten. "Ich hätte Spieler parat. Man muss nach Holland schauen, Norwegen, an den Balkan, nach Frankreich oder Spanien", erklärt der Sportchef.

Gorenzel deutet zudem an: "Auch am deutschen Markt könnte sich noch etwas ergeben." Nach AZ-Informationen eventuell sogar ein echter Kracher: 1860 soll an einem hochkarätigen Leihstürmer dran sein – einem jungen Torjäger aus der Bundesliga. Und zwar nach dem Modell von Ex-Löwe Romuald Lacazette: Der abgebende Verein zahlt einen Großteil des Gehalts, da es diesem um die Spielpraxis seines Youngsters geht. Und Sechzig hätte einen Angreifer zu günstigen Konditionen, der im Gegensatz zu einem Mann vom ausländischen Markt wohl weniger Anpassungsschwierigkeiten hätte.

Stellen sich nur die Fragen: Kann sich der Torjäger den Gang von der Bundesliga in die Drittklassigkeit vorstellen? Kann Sechzig selbst den kleinen Teil des Gehalts finanzieren? Und: Sind Bierofka und Gorenzel einig beim Vorhaben: Marinkovic, Berzel oder Mister X?

 

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