Trainerfrage beim FC Bayern Pro und Contra: Niko Kovac darf bleiben, Niko Kovac muss gehen

Darf Niko Kovac beim FC Bayern bleiben oder nicht? Die AZ-Redakteure Bernhard Lackner und Patrick Mayer diskutieren darüber. Foto: AZ-Montage/imago/Sven Simon

Niko Kovac hat am Samstag im DFB-Pokal-Finale die Chance auf das Double, muss aber trotzdem um seinen Job als Trainer des FC Bayern bangen. Warum er weitermachen sollte. Und warum nicht - ein Pro und Contra.

 

Pro: Niko Kovac hat es sich verdient

Von Bernhard Lackner

Beim FC Bayern herrscht das Leistungsprinzip, das betonen die Bosse immer wieder. Angesichts dessen sind die Diskussionen, die seit Wochen über die Zukunft von Niko Kovac geführt werden, nicht nur aus moralischer Sicht völlig unangebracht, sie sind schlicht und ergreifend falsch.

Als angebliche C-Lösung mangels Bereitschaft von Jupp Heynckes und mangels Interesse von Thomas Tuchel geholt, hat Kovac den Rekordmeister durch eine enorm schwierige Saison des Umbruchs und trotz sämtlicher Widrigkeiten zum Erfolg geführt. Am Ende seiner Premierensaison steht eine hochemotionale (und unter dem Strich verdiente) Meisterschaft. Jetzt kann Kovac noch den DFB Pokal holen. Es wäre das erste Double seit der Spielzeit 2015/16, die erfolgreichste Saison seit drei Jahren.

Damals stand noch Pep Guardiola an der Seitenlinie. Freilich, die Bewertung einer Bayern-Saison bemisst sich immer am internationalen Abschneiden. Ein Aus im Achtelfinale der Champions League wird eigenen Ansprüchen nie genügen. Zur Wahrheit gehört allerdings auch, dass die Bayern gegen eines der aktuell besten Teams der Welt, den FC Liverpool, gespielt haben.

Rückblickend muss die Saison – auch wenn sie holprig war – als Erfolg gewertet werden. Wenn beim FC Bayern wirklich das Leistungsprinzip gilt, muss Kovac Trainer bleiben. Weil er es sich verdient hat.

Contra: Niko Kovac ist wohl so gut wie weg

Von Patrick Mayer

Die Fans des FC Bayern haben sich beim Bundesliga-Showdown gegen Eintracht Frankfurt (5:1) klar pro Niko Kovac positioniert. Einzig, es wird sehr wahrscheinlich nichts bringen.

Das Fußballgeschäft hat ungeschriebene Gesetze, die sich immer wieder bewahrheiten. Eines davon lautet: Ist ein Trainer erstmal angezählt, gibt es kein Zurück mehr! Man muss es pragmatisch sehen. Der FC Bayern hat Kovac, der von vielen Beobachtern zurecht als authentisch und bodenständig beschrieben und geschätzt wird, die einmalige Chance auf die Deutsche Meisterschaft als Coach ermöglicht.

Diese hat sich der Kroate, der in einfachen Berliner Verhältnissen aufwuchs, zweifelsohne hart erarbeitet. Doch im modernen Fußball ist wenig Platz für Pathos und zu viel Dankbarkeit. Seit der 47-Jährige vergangenen Sommer an die Säbener Straße zurückkehrte, konnte er die Bedenken, er sei langfristig der Falsche für den Umbruch, nie entkräften.

Wer weiß: Vielleicht holt er gegen RB Leipzig tatsächlich das Double? Der DFB-Pokal wäre jedoch sein vorerst letzter Titel mit den Bayern. So ist das Geschäft.

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