Tore, Titel, Tränen FC Bayern: Die sieben legendärsten Ligaduelle mit Schalke

Trifft im Meisterfinale gegen Schalke 1972 beim 5:1 für den FC Bayern: Uli Hoeneß (r.). Foto: imago

Am Samstag steigt der Bundesliga-Klassiker Bayern gegen Schalke schon zum 100. Mal. Zum Jubiläum präsentiert die AZ eine Top 7 der bisherigen Duelle – mit Müller, Matthäus und dem Weißbierglas-Kaiser.

 

Die Roten gegen Königsblau in der Bundesliga, Auflage Nummer 100. Bei den legendärsten Duellen des FC Bayern gegen Schalke denkt man natürlich als erstes an das DFB-Pokal-Halbfinale 1984, dieses irre 6:6 nach Verlängerung mit den drei Toren von Teenie Olaf Thon. Doch auch in der Liga (aktuell ist Schalke gegen den Meister seit 18 Partien ohne Sieg) gab es denkwürdige Partien. Im Hinspiel gewannen die Münchner durch einen Dreierpack von Torjäger Robert Lewandowski mit 3:0.

Die AZ mit einer Top 7 aller bisherigen 99 Liga-Duelle zwischen den Rivalen.

Das sind die sieben legendärsten Duelle mit Schalke

1) "Endspiel" im neuen Olympiastadion am 28.6.1972: Am letzten Spieltag 1971/72 geht es für beide um die Meister-Schale. Schalke muss gewinnen, Tabellenführer Bayern reicht ein Punkt. Das erste Bundesligaergebnis, das im nagelneuen Olympiastadion für die Sommerspiele 1972 von der Anzeigetafel glitzert, ist ein 5:1. Mit dem Kantersieg (ohne Gerd-Müller-Tor!) überschreitet zum bisher einzigen und letzten Mal ein Bundesligist die 100-Tore-Marke (101) in einer Saison.

2) Höchste Bayern-Pleite aller Zeiten gegen "Schalke 07" (9.10.1976): Die größte Heim-Demütigung der Bayern-Historie – und das ausgerechnet zur Wiesn-Zeit. Bayerns Ausreden: Der gefürchtete Fön weht wieder mal über die Alpen, Libero Franz Beckenbauer fehlt erkältet. Das 0:7 (Schalkes Klaus Fischer erzielte vier Treffer) im Olympiastadion ist die höchste Bundesliga-Niederlage der Bayern in bis heute 1858 Spielen.

3) Alle Achtung! Bayerns höchster Heim-Sieg (9.4.1988): Die Schalker gehen durch Matthias Schipper in Führung (11.), dann bricht es aber umso mehr über sie herein. Schon zur Pause heißt es 5:1 für Bayern gegen den Tabellenvorletzten, am Ende 8:1. Lothar Matthäus schießt erstmals in der Liga drei Tore (darunter zwei Elfmeter), der Ex-Schalker Jürgen Wegmann trifft doppelt. Schalke-Trainer Horst Franz streicht wütend den Rückflug, ordert die unbequemere Rückfahrt per Bus an.

4) Derbe 1:5-Klatsche in Schalkes neuer Arena (26.1.2002): Der amtierende Champions League-Sieger wird in Schalkes frisch eröffneter Veltins-Arena mit 1:5 gerupft. Bis heute Bayerns höchste Niederlage bei den Knappen, bis dato Schalkes höchster Heimsieg gegen die Münchner. Der damalige Vize-Präsident Karl-Heinz Rummenigge grollt: "Das war eine Beleidigung für den Namen FC Bayern." Schalke-Trainer Huub Stevens stellt ein "ganz großes Lob an die Jungens für den unglaublichen Sieg" aus.

5) Drei Elfer in vier Minuten, ein verrücktes 5:5 (8.9.1973): Zur Pause führt Schalke gegen den Meister mit 5:2, am Ende steht das höchste Unentschieden der Bundesliga-Historie. In den letzten vier Minuten der ersten Hälfte pfeift Schiedsrichter Herbert Lutz gleich drei Elfmeter. Alle wurden verwandelt: Zweimal von Helmut Kremers (41./45.) zum 4:1 und 5:2, zwischendrin Gerd Müller (44.) zum 4:2. Weil Müller drei weitere Buden macht, kommen die Bayern mit einem blauen Auge davon. Schalkes Vorstand zahlt trotzdem eine Siegprämie.

6) Meisterfeier samt Kaiserkrönung (7.5.1994): Erst nach der Halbzeit fallen am letzten Spieltag die für den Titel nötigen Tore gegen Schalke im Fernduell mit dem 1. FC Kaiserslautern. Lothar Matthäus (49.) und Joker Jorginho (60.) heißen beim 2:0 die Meistermacher 1994, an der Seitenlinie feiert Trainer Franz Beckenbauer, damals auch Vize-Präsident. Am Abend folgt im "Aktuellen Sportstudio" sein Meisterstück: Von einem Weißbierglas aus, darauf wird der Ball platziert, trifft er. Natürlich.

7) Spiel- und Schalenverderber Schalke (5.6.1993): Ein Herzschlag-Finale um den Titel: Werder Bremen und Bayern trennt vor dem letzten Spieltag nur ein Tor (zugunsten der Hanseaten). "Schalke kämpfte, als ginge es für sie um den Titel", schreibt der "Kicker" nach dem wilden 3:3 im Parkstadion. Trotz der Tore von Mehmet Scholl, Matthäus (per Elfmeter) und Jan Wouters für die Ribbeck-Elf springt kein Sieg heraus, Bremen gewinnt souverän mit 3:0 bei Vorjahres-Meister VfB Stuttgart. Vize-Präsident Rummenigge findet es "grausam", dass man 32 Spieltage Erster, aber am Ende doch nicht Meister ist.

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