Teuer, teurer, Oktoberfest? Von 20 bis 7.000 Euro: So viel Geld geben Wiesn-Besucher aus

Bierpreise bis 11,50 Euro - die Wiesn ist kein günstiger Spaß. Foto: Matthias Balk/Peter Kneffel/dpa/AZ

Bis zu sechs Millionen Menschen tümmeln während dem Oktoberfest auf der Theresienwiese. Das bringt einen enormen Umsatz mit sich. Aber wie viel Geld lassen die Besucher eigentlich durchschnittlich auf dem Fest?

München - Eine Maß für knapp 12 Euro, eine Bratwurst für sechs Euro, die Achterbahnfahrt für zehn Euro – das Oktoberfest ist bei weitem kein günstiger Spaß.

Rund eine Milliarde Euro Umsatz generiert die Stadt München jährlich mit dem Oktoberfest. Eingerechnet ist der direkte Umsatz auf der Festwiese aber auch der Umsatz von Hotels, ÖPNV, Einzelhandel und sonstiger Münchner Gastronomie. Wie viel Geld die Gäste pro Kopf auf der Wiesn ausgeben, ist dabei vollkommen unterschiedlich.

US-Gäste lassen sich den Spaß-Urlaub gerne etwas kosten

Luke Barnum ist mit einer großen Gruppe von Freunden und Bekannten aus San Francisco angereist. Es ist sein erstes Mal auf dem Oktoberfest, drei Tage bleibt er in München. Ein teurer Spaß. "Mit Flug, Hotel und Feierei werden das schon so 500 bis 600 Euro pro Person werden" erzählt er. Den Spaß lässt sich der junge US-Amerikaner davon allerdings nicht verderben. "Es ist toll", sagt er und posiert mit seinem tanzenden Hendl-Hut.

Luke Barnum lässt etwa 500 bis 600 Euro auf der Wiesn. Das macht dem jungen Amerikaner allerdings wenig aus.
Luke Barnum lässt etwa 500 bis 600 Euro auf der Wiesn. Das macht dem jungen Amerikaner allerdings wenig. Foto: kah/FOL

Noch extremer ist es bei den beiden kalifornischen Jungs Steven und Michael. Die beiden bleiben eine Woche in Deutschland, zwei Tage haben sie für ihren München-Besuch eingeplant. "Flüge, Hotel, Essen und natürlich das Bier. Das geht schon ins Geld", meint Steven. Auch die tollen Souvenirs und Fahrgeschäfte könne man natürlich schlecht ausschlagen. "Alles in allem denke ich, dass wir pro Person so an die 800 Euro ausgeben", sagt Michael. 800 Euro für zwei Tage Wiesn. Das muss man sich erst mal leisten können.

Manchmal reichen 20 Euro für die ganze Familie

Albert Furmanek ist am Mittwoch mit Frau und Sohn unterwegs. Viel Geld hat er dabei allerdings nicht eingeplant. "Meine Frau und ich gehen mit dem Kleinen nicht im Zelt feiern, auch zum Fahrgeschäfte fahren ist er noch zu klein. Dementsprechend wird das hier ein ganz entspanntes Rumbummeln." Vielleicht ein paar Pommes und etwas zu trinken, eventuell auch ein Luftballon für den Sohn – mehr als zehn bis 20 Euro hat der Familienvater für diesen Wiesn-Besuch nicht eingeplant.

Anders als Frau Schumann, die ebenfalls mit ihrem etwa fünfjährigen Sohn auf der Wiesn unterwegs ist. "Mit 100 Euro muss man schon rechnen", sagt sie. Das sei aber vollkommen okay für sie. "Wenn man aufs Oktoberfest geht, grade mit Kindern, dann weiß man ja, dass man da nicht so günstig davon kommt. Und man macht das ja nicht jeden Tag." Darum, so Schumann, könne man sich das durchaus mal gönnen.

Rekordsumme: 7000 Euro lässt dieser Münchner auf der Wiesn

Doch auch Einheimische lassen sich die Wiesn gerne was kosten. So wie Manfred Huber*, der gerade auf dem Weg ins Käfer-Zelt ist. "Ich bin selbstständiger Unternehmer", sagt der 58-Jährige. "Zur Wiesn nehme ich mir ein paar Tage frei und dann wird ordentlich gefeiert." Sechs Mal sei er in diesem Jahr auf der Wiesn, natürlich immer mit einer Tisch-Reservierung.

Geizig ist er dabei ganz und gar nicht. "Wenn ich jemanden dabei haben will, dann lade ich den natürlich auch ein. Das geht dann auf mich, so muss das sein." Insgesamt lasse er wohl mit Reservierungen, Einladungen und Co. mehrere tausend Euro auf der Wiesn. "Ich denke so 6000 bis 7000 Euro ist eine realistische Summe", so Huber. Das wären rund 1.000 Euro pro Wiesn-Besuchstag. Schwer zu toppen.

"Nach 50 Euro ist Schluss"Christina ist da das komplette Gegenteil. Die 22-Jährige Studentin hat exakt 50 Euro in der Tasche. "Danach ist Schluss", sagt sie. "Ich habe Freunde, die zur Wiesn ihr ganzes Erspartes ausgeben. Ich setze mir aber für jeden Wiesn-Besuch ein Limit." Wenn das Geld alle sei, müsse man halt ohne Bier weiterfeiern, sagt Christina. Oder man schafft es ins Käferzelt – und lässt sich von Manfred Huber einladen.

*Name auf Wunsch von der Redaktion geändert


Dieser Beitrag erschien zuerst auf FOCUS Online

 

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