Supercup: FC Bayern gegen BVB Pep: "Wenn etwas schiefgeht, ist es meine Schuld"

Der FC Bayern gewinnt auch gegen den FC Barcelona 2:0 – doch der Test ist kein wirklicher Gradmesser. Am Samstag steht das erste Pflichtspiel an: Gegen Borussia Dortmund geht es um den Supercup.

 

München Pep Guardiola war gedanklich schon wieder einen Schritt weiter. Sicher, er musste selbstverständlich noch über den FC Barcelona plaudern, seine alte Liebe, die ein wenig erkaltet zu sein scheint. Das souveräne 2:0 (1:0) im nur mäßig aussagekräftigen Vorbereitungsspiel gegen ein schlappes, ersatzgeschwächtes Barca um Stehfußballer Lionel Messi aber hatte er schnell vergessen. "Das war ein guter Test für uns für nächsten Samstag für den Supercup gegen den BVB", sagte Guardiola. Weiter, immer weiter.

Das Spiel gegen Borussia Dortmund ist Guardiola offensichtlich wichtiger, als es das Spiel gegen den FC Barcelona war. Barcelona war irgendwie eine Übungseinheit, am Samstag, da geht es nun endlich mal um etwas, wenigstens ein bisschen. "Jetzt geht es um den ersten richtigen Pokal", sagte Philipp Lahm, und der zurückgekehrte Bastian Schweinsteiger, der in der zweiten Halbzeit am Mittwoch sein Debüt unter Guradiola feierte, betonte: "Der Supercup ist wichtig, jedes Spiel ist wichtig. Wir wollen auch in Dortmund gewinnen."

Auch im vergangenen Jahr gewannen die Münchner den nationalen Supercup, ebenfalls gegen Dortmund (2:1), es war, genau genommen, der erste von vier Titeln der Saison. "Letztes Jahr war der Supercup für uns eine wichtige Sache. Da war das Balsam für die Seele", sagte Präsident Uli Hoeneß, der sich, zuletzt eher schweigsam wegen seiner Steueraffäre, nun wieder öffentlich zu Wort meldete. "Nach Wembley", nach dem 2:1-Sieg im Endspiel der Champions League gegen Dortmund, sei das Spiel "nicht mehr ganz so wichtig".

Guardiola aber wird das Spiel wichtig nehmen – und erst recht werden es seine Spieler tun. In zwei Wochen beginnt die Fußball-Bundesliga, der Supercup ist eine erneute Gelegenheit, Pluspunkte im Kampf um einen Stammplatz zu sammeln. Gegen Barcelona gewährte Guardiola schon mal einen Einblick, wie in etwa eine Wunschformation aussehen könnte. In der ersten Halbzeit spielten: Neuer, Rafinha, Boateng, Dante, Alaba, davor dann, zumeist wild rochierend, Robben, Lahm, Thiago, Kroos, Ribéry und Müller.

Seinen Platz noch räumen muss wohl Rafinha – und zugunsten von Javier Martínez voraussichtlich ein Innenverteidiger, da Thiago im Mittelfeld gesetzt scheint. Und so beginnt in München nun schon die Diskussion, was denn künftig besser wäre: Stammelf – oder Rotation? Nach Meinung von Sportvorstand Matthias Sammer sind ja "die Zeiten einer Stammelf vorbei. Unser Trainer wird es so handhaben, dass jeder auf genügend Einsätze kommt." Guardiola übrigens hat schon mal betont: "ich bin der Boss."

Franck Ribéry, auch gegen Barcelona die Spielfreude in Person, findet, es sei "wichtig, dass man einen Rhythmus hat". Gut, wenn er mal auf der Bank sitzen müsse, "muss man das auch mal akzeptieren". Präsident Hoeneß aber erinnert daran, dass Guardiola bei Barca "nur in bestimmten Situationen rotiert hat". Und das wiederum bedeutet: "Das wird natürlich auch die große Kunst sein, diese große Anzahl von Superspielern bei Laune zu halten." Eine große Kunst, die Jupp Heynckes in der vergangenen Saison grandios beherrschte.

Ein neues System einführen, einen überbesetzten Luxuskader bei Laune halten, und dazu die Verpflichtung, das Erbe von Triple-Gewinner Jupp Heynckes möglichst erfolgreich fortzuführen – es ist eine ganze Menge, die Guardiola bewältigen will, soll und muss. "Ich werde mein Bestes geben und das Beste aus der Mannschaft herausholen", betonte er am Mittwoch – er weiß aber auch: "Wenn etwas schiefgehen sollte, ist es meine Schuld."

 

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