"Schritt nach hinten gemacht" Paul Breitners vernichtende Kritik am Ancelotti-System

, aktualisiert am 10.09.2017 - 15:26 Uhr
Nach der 0:2-Niederlage gegen Hoffenheim rechnet Bayern-Legende Paul Breitner mit dem System Ancelotti ab. Foto: Armin Weigel/dpa

Der FC Bayern verliert trotz Dominanz gegen clevere Hoffenheimer. Ex-Spieler Paul Breitner kritisiert hinterher klar das System des Trainers. Die Stimmen zum Spiel.

 

Sinsheim - Zwar sprach die Statistik eine klare Sprache, die Bayern waren den Hoffenheimern in nahezu allen Belangen überlegen. Nach Toren aber stand es am Abend 2:0 für die Kraichgauer. "Wir waren nicht bei 100 Prozent", befand Carlo Ancelotti nach dem Spiel.

Für Lothar Matthäus lag der Grund der Niederlage in der Aufstellung, Reiner Calmund hingegen vermisste die richtige Einstellung. Paul Breitner erkennt gar viele Baustellen bei den Bayern. Die Stimmen zum Spiel.

Carlo Ancelotti

... zur Niederlage: "Es war ein schwieriges Spiel. Wir haben es versucht und hatten auch viele Chancen. Hoffenheim hatte drei Chancen und hat zweimal getroffen. Insgesamt waren wir nicht konzentriert genug. Die Leistung war okay, aber wir waren nicht bei 100 Prozent. 95 Prozent haben heute nicht gereicht."

Paul Breitner

... im CHECK24 Doppelpass am Sonntag über den Unterschied zum Spiel des letzten Trainers: "Mir fehlt der Wahnsinn und das Chaos wie unter Pep Guardiola. Es ist wieder zu statisch, was die Mannschaft macht."

... zum seiner Meinung nach falschen Spielsystem Ancelottis: "Wenn ich Thomas Müller auf der rechten Seite spielen lasse, muss ich mich nicht wundern, wenn sich nichts tut. Das ist nicht sein Spiel. Die Mannschaft hat mindestens einen Schritt nach hinten gemacht. Ich habe keinen Stil, wenn alles statisch ist, keine Bewegung da ist. Einige Spieler sind auch beschnitten worden. Allen voran Thomas Müller. Aber auch David Alaba. Wann haben wir von ihm in der letzten Zeit ein Spiel gesehen, in dem er 90 Minuten rauf und runter gewetzt ist?“

Manuel Neuer

... zum Verhalten beim Gegentor zum 0:1: "Es ging alles sehr schnell. Ich kann nicht genau sagen, wo der zweite Ball war. Aber wir waren trotzdem nicht in Unterzahl und haben uns nicht optimal verhalten. Es war nicht nur ein Fehler, dass ein zweiter Ball im Spiel war, sondern auch unsere eigene Schuld natürlich."

... zum Spiel der Bayern nach dem Rückstand: "Ich will gar nicht über die Zeit nach dem Tor sprechen, sondern eher über die Zeit davor. Wir hatten Hoffenheim total im Griff und haben sehr gut gespielt. Wir hatten die eine oder andere Chance und müssen hier in Führung gehen, das ist das Problem."

Mats Hummels

... über die Defizite seines Teams und die Konsequenz: "Wir hatten die Kontrolle, waren oft im Strafraum, haben uns aber zu selten klare Chancen herausgespielt. Hoffenheim war eiskalt. Es ist kein Beinbruch, aber nur wenn jetzt die richtige Reaktion gezeigt wird mit zwei Heimsiegen nächste Woche."

Sky-Experte Lothar Matthäus

... zum Sieg der Hoffenheimer: "Es war irgendwo verdient, weil Hoffenheim aufopferungsvoll gekämpft hat. Hinten haben sie dicht gemacht und vorne haben sie aus ihren wenigen Chancen zwei Tore gemacht."

... zur Niederlage des FC Bayern und der Rolle von Carlo Ancelotti: "Es geht um die Hierarchie. Lahm und Alonso sind weg. Boateng ist seit Monaten verletzt. Dann lässt er heute noch Ribery und Robben weg. Das sind die Gesichter und die Schlüsselspieler des FC Bayern in den letzten Jahren. Im Vergleich zum CL-Spiel am Dienstag gegen Anderlecht war das heute das schwierigere Spiel. Darum hätte ich auf jeden Fall mit der 1A-Mannschaft gespielt, um in der Bundesliga als einzige Mannschaft mit neun Punkten dazustehen. Er hat heute mit Sicherheit kein glückliches Händchen bei der Mannschaftsaufstellung gehabt."

Sky-Experte Reiner Calmund

... zur Niederlage des FC Bayern: "Sie hatten Ballkontrolle und Ballbesitz, aber die letzte Entschlossenheit und der letzte Biss haben gefehlt. Das hatte nichts mit der Aufstellung, sondern mit der Einstellung zu tun."

Hier gibt's die Einzelkritik des FC Bayern München

 

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