Stempel, Postkarten, Briefmarken Besuch bei der Wiesn-Post: Servus vom Oktoberfest

AZ-Lokalredakteurin Jasmin Menrad.
Seit zwölf Jahren ist Marc-Jannis Prelle Chef der Wiesn-Post. Foto: Bernd Wackerbauer

Von der Schmutzwäsche bis zur Fotopostkarte werden 1.000 Sendungen am Tag von der Wiesn-Post verschickt.

 

München - Die Wiesn ist eine kleine Stadt mit vielen Wirtshäusern, einer Polizeiwache, einem Krankenhaus und einer Post. An letzterer schieben sich viele Menschen vorbei, ohne sie zu bemerken, denn die Wiesn-Post ist direkt hinter der Sicherheitskontrolle am Haupteingang.

Wiesn-Post: 1.000 Sendungen am Tag

Um die 1.000 Sendungen gehen von hier jeden Tag raus – von der Postkarte mit dem Baby an der Brust ("O'zapft is") bis zur Schmutzwäsche, die zu Mama nach Australien geschickt wird. "Wir sind eine kleine Postfiliale, aber ohne Bank", sagt Marc-Jannis Prelle (37), Chef der Wiesn-Post.

Prelle führt das sogenannte "Erlebnis: Briefmarken"-Team Süd der Deutschen Post, mobile Verkaufsberater, die bei Messen, nostalgischen Bahnpostfahrten oder eben auf dem Oktoberfest ihr Standl aufbauen. Seit diesem Jahr sind das feste Holzhütten, zuvor waren es viele Jahre lang gelbe Zelte.

Seit 1961: Wiesn-Post mit Oktoberfest-Stempeln

Seit 1961 betreibt die Post zur Wiesn eine Filiale auf dem Gelände. Bis Ende der 70er Jahre war das sogar ein festes Gebäude. Heute arbeiten hier fünf Mitarbeiter.

Viele Stammkunden kommen jedes Jahr vorbei und holen sich den aktuellen Wiesnstempel – manche auch jeden Tag. So wie Klaus Kuschel, der 1987 den Andenkenstand neben der Wiesn-Post übernommen hat und dessen Postkartenbuch mit Oktoberfest-Stempeln bis ins Jahr 1984 zurückgeht. Da hatte sein Großvater mit dem Sammeln angefangen.

Souvenirs: Individuelle Postkarten und Wiesn-Stempel im Pass

"Es gibt aber auch Amerikaner und Australier, die sich eine Oktoberfest-Briefmarke kaufen, diese in den Reisepass kleben und sich das stempeln lassen von uns", sagt Prelle.

Er bemerkt, dass immer mehr Skandinavier vorbeikommen, während es weniger Amerikaner und Australier sind als noch vor einigen Jahren. Die meisten Sendungen werden allerdings innerdeutsch verschickt.

Ein besonderer Spaß ist die individuelle Postkarte: Ein Mitarbeiter schießt ein Foto, das vor einen Wiesnhintergrund im Zelt oder vor Brauereipferde montiert wird. An diesem Abend zeigt sich aber auch, dass auf noch individueller Wünsche eingegangen wird: Ein Münchner Ehepaar hat ein Foto seiner Kinder mitgebracht, das die Postmitarbeiter als Grundlage für eine individuelle Wiesnpostkarte nehmen.

Wiesn-Grüße mit Sonder-Briefmarken

Dann noch eine Briefmarke aus dem "Bayerischen Grundgesetz" draufkleben. Soll’s "Liaba an Bauch vom Saufa ois an Buckl vom Arbatn" sein oder die Oktoberfest-Briefmarken mit Fahrgeschäften in der Nacht oder doch Lebkuchenherzerl?

Um 9 Uhr in der Früh, wenn in der kleinen Stadt auf der Theresienwiese noch keine Besucher sind, wird der Briefkasten geleert. Deshalb braucht's einen Tag länger, bis die Wiesngrüße ankommen. Dafür kommen sie mit Oktoberfest-Stempel.

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