Stammplatz wackelt gewaltig TSV 1860: Löwen-Kapitän Felix Weber droht die Ersatzbank

Gegen Braunschweig wohl nicht erste Wahl bei Trainer Michael Köllner: Löwen-Kapitän Felix Weber (r.). Foto: sampics/Augenklick

Felix Weber droht gegen Braunschweig die Reservistenrolle. "Das ist ein hartes Rennen", sagt Trainer Michael Köllner.

 

München - Der Kapitän eines Fußballteams ist ein Spieler, der auf und neben dem Platz eine herausragende Stellung einnimmt. Bei den Löwen heißt der Spielführer bekanntlich Felix Weber – und sein Stammplatz wackelt derzeit ganz gewaltig.

Im Testspiel des TSV 1860 gegen eine spanische Arbeitslosenelf (5:1) hieß das Innenverteidiger-Duo Aaron Berzel und Dennis Erdmann. Schon beim 1:0 bei Preußen Münster im letzten Spiel vor der Winterpause musste Weber, damals verletzt, diesem Duo den Vortritt lassen. Nun saß er auch an seinem 25. Geburtstag draußen, Gleiches droht ihm beim Auftakt der Rest-Rückrunde gegen Eintracht Braunschweig am Sonntag (13 Uhr). "Das ist ein hartes Rennen", sagte Trainer Michael Köllner über das Innenverteidiger-Trio: "Es geht darum, die Spieler aufzustellen, die momentan das Stärkste zeigen. In der Innenverteidigung sind das Nuancen."

Berzel und Erdmann überzeugen als Lautsprecher

Nuancen, die derzeit für Berzel und Erdmann sprechen: Die beiden Akteure gelten als Mentalitätsspieler, sind im Gegensatz zu Weber auch Lautsprecher. Erdmann, mit 29 Jahren der älteste Profi im Bunde, hatte nach seinem Wechsel vom 1. FC Magdeburg zu 1860 Startschwierigkeiten. Die sind längst überwunden. "Dennis übernimmt Verantwortung, hört im Training aufmerksam zu. Er versucht, dem Spiel mit seinen Möglichkeiten die Richtung vorzugeben – obwohl seine Technik nicht gerade hervorragend ist", sagt Köllner.

Berzel, im Sommer nur dank privater Gönner und Investor Hasan Ismaik noch zu halten, hat sich durch sein selbstbewusstes Auftreten wohl den Platz daneben erkämpft. Heißt für Weber: erstmal hinten anstellen. Rein sportlich betrachtet, erkennt Köllner, über drei ähnlich starke Abwehrmänner zu verfügen: "Ich bin froh, dass wir drei davon haben und nicht nur zwei. Das wäre blöd, wenn dann einer ausfällt."

Michael Köllner will Häuptlinge im Abwehrzentrum

Webers Kapitänsbinde wolle der 50-Jährige jedenfalls nicht weiterreichen. "Die Mannschaft ist intakt, sie ist vom Innenleben her gut geführt", stellt der Coach klar. Und fordert zugleich: "Es können nicht nur Sascha Mölders und Felix Weber zeigen, wo es langgeht." Köllner will weitere "Häuptlinge" auf dem Platz sehen In der Innenverteidigung, wo es durch Köllners Offensiv-Pläne auf eine Viererkette hinauszulaufen scheint, gibt es nur Platz für zwei Löwen. Berzel und Erdmann scheinen ein funktionierendes Häuptlings-Pärchen abzugeben, das dem Kapitän Felix Weber seine Stellung raubt.

 

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