Stadt entscheidet über Zulassung Wiesn-Wirte 2019: Sie haben die besten Chancen

AZ-Lokalredakteurin Jasmin Menrad.
, aktualisiert am 07.05.2019 - 09:24 Uhr
Am Dienstag wird im Stadtrat über die Zulassungen für die Wiesn-Wirte entschieden. Foto: Matthias Balk/dpa

Fünf bewährte Wirte dürfen heuer wieder auf die Wiesn – auch Kufflers Weinzelt ist dabei. Nix wird’s für Lorenz Stiftl und Alfons Schuhbeck.

 

München - Es ist das heißeste Papier des Jahres für Münchens Wiesnwirte und alle, die es werden wollen: der Zulassungsbeschluss für die Wiesn 2019, der am Dienstag in nichtöffentlicher Sitzung vom Stadtrat abgesegnet wird. Die Lizenz fürs Millionengeschäft.

Fünf bewährte Wirte dürfen mit ihrem Festzelt auf die Wiesn

Damit ist raus, wer von den Bewerbern heuer mit seinem Festzelt auf die Wiesn darf – und wer nicht. Denn nur neun der 14 großen Brauerei-Festhallen sind traditionsgemäß gesetzt. Fünf Großwirte aber müssen sich jedes Jahr neu bei der Stadt um den begehrten Standplatz bewerben.

Wie die AZ vorab erfahren hat, haben die bewährten Wiesnwirte wieder die Konkurrenz ausgestochen: Die höchste Bewertungs-Punktzahl (298) hat heuer Hans Stadtmüller mit seinem Festzelt Fischer-Vroni abgesahnt (er war letztes Jahr noch der Letzte auf der Gewinnerliste; Hans Stadtmüller zur AZ: "Wir haben ökologiemäßig heuer total aufgerüstet"). Gefolgt von Christian und Michael Schottenhamel mit der Schottenhamel-Festhalle (284) und Michael Käfer mit Käfer’s Wiesn-Schänke (280).

Punktgleich (278) auf den Plätzen vier und fünf landen die Familie von Siegfried Able mit dem Marstall Festzelt und die Familie Kuffler mit Kufflers Weinzelt.

Auch Alfons Schuhbeck ist ausgeschieden

Wieder nicht gelangt hat es für den Dauer-Bewerber Lorenz Stiftl, der das kleine Wiesnzelt "Zum Stiftl" betreibt und seit Jahren auf eine große Festhalle schielt. Mit 260 Punkten liegt er 18 Punkte hinter den Ables und Kufflers – und führt damit die Verliererliste an.

Raus ist auch Starkoch Alfons Schuhbeck, der es nur auf magere 228 Punkte gebracht hat.

Weit abgeschlagen sind vier weitere Bewerber, darunter Paul und Jutta Pongratz, die das Hackerhaus in der Sendlinger Straße führen und Karl-Heinz Reindl vom Donisl am Marienplatz.

Kufflers: Wiesn Wirt trotz Ermittlungen der Staatsanwaltschaft

Vor allem die Kufflers dürften mit dieser Nachricht gleich ein paar heimliche Kreuze schlagen. Denn seit an Ostern bekannt wurde, dass die Münchner Staatsanwaltschaft gegen Roland Kuffler wegen Vorteilsgewährung in Zusammenhang mit der Bewerbung für einen Gastronomiebetrieb in Wiesbaden ermittelt, musste sie bibbern, ob das womöglich die nächste Wiesn-Zulassung gefährden könnte.

Inzwischen hat das Kreisverwaltungsreferat Einsicht in die Ermittlungsakten beantragt, um die Zuverlässigkeit zu prüfen. "Da hierzu noch kein Ergebnis vorliegt, gilt zunächst die Unschuldsvermutung", resümiert das städtische Wirtschaftsreferat in der Stadtratsvorlage.

Und kommt zu dem Schluss, dass es "derzeit keine gesicherten Erkenntnisse" gebe, "die einer Zulassung widersprechen würden".

Kufflers ist der Wiesn-Platz noch nicht sicher

Ganz sorgenfrei allerdings dürfte die Wirtefamilie damit längst nicht sein. Denn wie aus gut informierten Kreisen zu hören ist, werden durchaus "erforderliche Konsequenzen gezogen", falls es vor Beginn der Wiesn in diesem Herbst noch "hieb- und stichfeste Beweise" gegen Roland Kuffler geben sollte. "Das kann bis zum Entzug der Konzession führen", heißt es.

Damit wäre also doch noch die Bahn frei für Lorenz Stiftl, den ersten Nachrücker auf der Bewerberliste. Ein bisserl spannend bleibt es also immer noch.


So läuft das Punktesystem

Wer als Großwirt auf die Wiesn will, muss eine möglichst große Zahl an Bewertungspunkten sammeln, die die Stadt in 13 Kategorien vergibt – von "Volksfesterfahrung" über "technischer Standard" bis "Ökologie und Umweltschutz". In jeder Kategorie können die Bewerber 0 bis 11 Punkte bekommen. Die werden dann noch – je nach Wichtigkeit der Kategorie – mit dem Faktor 2 oder 4 gewichtet. Viele der kleinen Wiesnwirte bewerben sich doppelt, weil sie sich auch auf die großen Wiesnzelte bewerben. 

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