Sportplatz in Feldmoching Bei AfD-Veranstaltung: Kinder rassistisch beschimpft

Reichlich Polizeiaufgebot beim Auftritt von AfD-Mann Björn Höcke in Feldmoching. Foto: Daniel von Loeper, Petra Schramek, AZ-Montage

Münchens OB Dieter Reiter hatte Hausverbote für einzelne AfD-Politiker verhängen lassen. Doch ein Gericht kippte die Verbote. In Feldmoching kam es dann am Sonntag zu Protesten – und unschönen Szenen.

 

München - Die Gaststätte an der Lerchenauer Straße liegt auf städtischem Grund. Sie steht an einem Sportplatz. Und so ging es bei dem Versuch der Stadt, eine Veranstaltung mit AfD-Parteiprominenz dort zu verhindern, auch nicht einfach "nur" um irgendein Nebenzimmer. Sondern auch um die Frage, was auf einem städtischen Sportplatz zumutbar ist.

Und tatsächlich waren die Kinder, die am Sonntag einfach nur kicken wollten, nicht nur mit viel Polizei und dem Protest von bis zu 100 Münchnern konfrontiert – sondern wurden auch von Besuchern der AfD-Veranstaltung rassistisch beschimpft. "Das geht gar nicht", sagte "München ist bunt"-Chefin Micky Wenngatz der AZ. "Das macht mich sehr wütend."

Eigentlich hatte die Stadt den AfD-Rednern, darunter Björn Höcke und Bayern-Chefin Katrin Ebner-Steiner, Hausverbot erteilt, nachdem bekanntgeworden war, dass diese bei einem Frühschoppen der AfD-Jugendorganisation sprechen sollten. Doch das Verwaltungsgericht kippte die Hausverbote am Samstag, nachdem mehrere der Redner Eilverfahren beantragt hatten. Die Stadt habe nicht ausreichend nachweisen können, dass die Veranstaltung eskalieren könnte und dass Störungen vonseiten der AfD zu erwarten seien, so das Gericht.

OB Reiter will Regeln überarbeiten

OB Dieter Reiter (SPD) teilte mit, selbstverständlich respektiere er die Gerichtsentscheidung, "auch wenn wir natürlich enttäuscht darüber sind". Man vertrete aber weiter "die Auffassung, dass Veranstaltungen, die Rassismus und Antisemitismus schüren, die Grundwerte unserer Verfassung angreifen oder den Nationalsozialismus relativieren wollen, in städtischen Räumen keinen Platz haben sollten". Er kündigte an, die Regeln so zu überarbeiten, "dass auf städtischen Sportanlagen solche Veranstaltungen nicht mehr zugelassen sind".

Und Kinder, die einfach nur kicken gehen wollen, sich nicht mehr rassistisch beschimpfen lassen müssen.

 

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