Spitze Richtung Ancelotti Robbens Plädoyer für Bessermacher Müller

, aktualisiert am 18.09.2017 - 11:40 Uhr
„Mit ihm haben wir mehr Bewegung“, sagt Robben über Müller. Foto: Augenklick

Arjen Robben hält nach der 4:0-Gala ein Plädoyer für den Weltmeister aus. "Wenn er auf dem Platz steht, dann spiele ich auch besser." Der sagt: "Das ist zumindest für uns beide keine neue Erkenntnis."

 

München - Arjen Robben wusste um die Brisanz seiner Aussagen, die gleich folgen sollten. "Man muss immer aufpassen, was man sagt, wir haben viel Qualität und es hat auch nichts mit den anderen Spielern zu tun", formulierte er also äußerst bedacht, als er in den Katakomben der Allianz Arena zu den Ursachen des 4:0-Erfolgs des FC Bayern gegen Mainz befragt wurde. Um dann folgen zu lassen: "Aber wenn Thomas Müller auf dem Platz steht, dann spiele ich auch besser." Rumms! Damit schickte der Niederländer eine klare Botschaft. Und zwar nicht nur an seinen Mitspieler, sondern gleichzeitig auch an Carlo Ancelotti, der eben nicht immer auf Müller setzt.

Robbens flammendes Plädoyer

Robben hielt also ein flammendes Plädoyer für Müller. Dessen Mitwirken gegen Mainz sei "vielleicht auch der Schlüssel" gewesen. "Mit ihm haben wir noch mehr Bewegung, er ist wie ein zweiter Stürmer, er geht in die Lücke, in die Tiefe, er öffnet Raum für andere. Ich spiele immer sehr gerne mit Thomas zusammen", führte der 33-Jährige weiter aus.

Müller mit Spitze Richtung Ancelotti

"Es freut mich, dass Arjen das sagt", sagte Bessermacher Müller und konnte sich eine kleine Spitze Richtung Ancelotti dann doch nicht verkneifen: "Das ist zumindest für uns beide aber auch keine neue Erkenntnis." Nachdem er sich im zweiten Ligaspiel der Bayern in Bremen, wie schon in den meisten Topspielen der vergangenen Saison, auf der Ersatzbank wiedergefunden hatte, hatte der Vizekapitän noch gemault: "Ich weiß nicht genau, welche Qualitäten der Trainer sehen will, aber meine sind scheinbar nicht hundertprozentig gefragt." Für seine Trainerkritik kassierte er dann prompt einen Rüffel der Bayern-Bosse.

Müller hat schon über 200 Scorerpunkte

Nach der Gala gegen Mainz ließ Müller nun vor allem seine Taten – und Mitspieler – für sich sprechen. Den ersten Treffer hatte er selbst und damit sein erstes Bundesligator seit April erzielt. Und wenn Müller trifft, hat er mit Bayern noch keines der bisher 76 Bayern-Ligaspiele, in denen dies der Fall war, verloren. Robert Lewandowskis Treffer zum 3:0 bereitete er noch per flacher Traumflanke von rechts vor. Mit 97 Toren und 104 Vorlagen steht Müller nun in der Liga bei stolzen 201 Scorerpunkten.

"Es ist immer gut, wenn Thomas spielt. Er nimmt Gegenspieler mit und ich habe mehr Räume", fand auch Lewandowski: "Wir hatten viele Chancen und sind richtig gut in die freien Räume gelaufen. Wir waren heute sehr flexibel und haben deshalb auch so gut gespielt."

Hamann vermisst die Unterstützung für Ancelotti

Wie bei Ancelotti all die Lobhudelei wohl ankommt? Er könnte sie durchaus als Kritik an seiner Personalpolitik verstehen. Sky-Experte Dietmar Hamann hat jedenfalls ein "Macht-Vakuum innerhalb der Mannschaft" ausgemacht. Ohne die zurückgetretenen Philipp Lahm und Xabi Alonso entstehe nun "teilweise das Gefühl, dass jeder machen kann, was er will". Ohnehin, befand Hamann, habe ihm von Seiten der Klub-Verantwortlichen "in den letzten Wochen die Unterstützung für Ancelotti gefehlt".

Müller kündigte an, "den Schwung und den Spielwitz" nun mitnehmen zu wollen: "Wir müssen uns zusammenraufen und füreinander kämpfen." Schon im Mainz-Spiel habe man ja "wieder mehr als Mannschaft und Einheit agiert. Wir hatten große Lust, ein Zeichen zu setzen." Das ist vor allem ihm und Robben gelungen – auf und neben dem Platz.

 

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