Sommer, Sonne, Strand und Seen Wie sich einzelne Länder auf die Rückkehr der Touristen vorbereiten

Einfach traumhaft schön: der Königssee im Berchtesgadener Land. Foto: imago

Die Reisewarnung für die Europäische Union soll am 14. Juni fallen - der Sommerurlaub könnte also doch noch klappen. Wie die Vorbereitungen in beliebten Urlaubsregionen laufen.

 

Die Sehnsucht nach Sonne, Strand, Seen und Bergen wächst täglich – gerade in der finsteren Corona-Zeit, die viele Menschen vor allem in den eigenen vier Wänden verbringen. Doch es gibt Hoffnung: Die derzeit eingeschränkte Reisefreiheit innerhalb der EU soll schrittweise zurückkehren. Der Sommerurlaub – so scheint es zumindest momentan – könnte doch noch klappen. Auch, wenn er mit Sicherheit anders wird als all die Jahre zuvor.

Er sehe "gute Chancen, dass die Menschen im Sommer in ihre liebsten europäischen Urlaubsregionen reisen können", sagte der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung, Thomas Bareiß (CDU) unlängst. Außenminister Heiko Maas (SPD) zeigte sich nach ersten Beratungen mit den Nachbar- und Urlaubsländern zuversichtlich, die bestehende Reisewarnung zumindest für die Europäische Union nach dem 14. Juni wieder aufheben zu können. Man sei diesem Ziel "ein gutes Stück näher gekommen".

50 Prozent der Deutschen wollen keinen Sommerurlaub machen

Allerdings zieht es viele Bundesbürger gar nicht in die Ferne. Laut einer Umfrage von infratest dimap im Auftrag der Sendung "ARD Extra" wollen 50 Prozent der Befragten, die sich schon über ihre Urlaubspläne Gedanken gemacht haben, in diesem Jahr zu Hause bleiben.

Andere planen Urlaub in Deutschland – und die Chancen stehen gut: Hotels und Ferienwohnungen in Hamburg, Hessen, Rheinland-Pfalz, dem Saarland, Sachsen oder Thüringen, Bremen, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein können schon wieder Gäste aus ganz Deutschland empfangen. Für Mecklenburg-Vorpommern gilt weiterhin ein Einreiseverbot bis zum 25. Mai.

In einzelnen Ländern dürfen Gäste vorerst nur in Ferienwohnungen unterkommen, etwa in Brandenburg. Bis Ende Mai sollen wieder Unterkünfte in allen Bundesländern gebucht werden können. Aber Achtung: In einigen Bundesländern – etwa in Niedersachsen – soll es dann eine Obergrenze bei den Belegungen geben.

Wie die Vorbereitungen auf die Rückkehr der Touristen in beliebten Urlaubsregionen und -ländern laufen, wo Wellness möglich und was am Strand zu beachten ist, lesen Sie hier:

In Bayern sollen zwei Haushalte zusammen urlauben dürfen

Bayern: Ab 30. Mai sollen auch im Freistaat Hotels, Pensionen, Campingplätze und Ferienwohnungen wieder öffnen dürfen, so hat es das Kabinett unlängst beschlossen.

Allerdings gelten strenge Hygienevorschriften: Jede Wohneinheit muss über eine eigene Sanitäreinheit verfügen. Überall muss der Mindestabstand von 1,5 Metern zu anderen Gästen eingehalten werden. In allen gemeinschaftlich genutzten Innenräumen gilt Maskenpflicht. Schwimmbäder, Saunen, Fitness- und Wellsnessbereiche sind geschlossen.

Und wer darf zusammen Urlaub machen, also gemeinsam ein Objekt beziehen? Auf AZ-Anfrage teilt das Wirtschaftsministerium mit: "Neben den Mitgliedern eines Haushalts auch Familiengehörige in direkter Linie, selbst wenn sie keinen gemeinsamen Hausstand bilden. Da zudem der Kontakt von Personen zweier Haushalte erlaubt ist, können auch diese eine Wohneinheit teilen."

Gut zu wissen: Ab Pfingstsamstag sollen auch Freizeitparks, Stadt-, Natur- und Bergführungen wieder starten dürfen, ebenso Seilbahnen, Fluss- und Seenschifffahrt. Außerdem öffnen die ersten Schlösser. Neuschwanstein und Linderhof sowie die Residenzen in München und Würzburg sperren allerdings erst am 2. Juni wieder auf.

Sommerurlaub in Frankreich soll ab Juli wieder möglich sein

Frankreich: Nach der Vorstellung der Regierung sollen die Franzosen diesen Sommer vor allem heimische Touristenziele anpeilen. Zur Unterstützung dafür werde derzeit auch an Reisegutscheinen etwa für bedürftige Familien gearbeitet, sagte der zuständige Staatssekretär für Tourismus, Jean-Baptiste Lemoyne, unlängst.

Bis Ende Juni soll ein Großteil der Touristenziele wieder geöffnet werden. Einige Strände sind bereits seit dem vergangenen Wochenende zugänglich. Die Regierung will in der Woche des 25. Mai einen zeitlichen Ausblick zu den weiteren Entwicklungen geben. Große Museen wie der Louvre hoffen, Mitte Juli wieder aufmachen zu können. Kleinere Museen dürfen bereits Besucher empfangen.

Cafés und Restaurants in Frankreich könnten ab dem 2. Juni in den Regionen wieder öffnen, in denen das Virus weniger verbreitet ist. Sommerurlaub, so hofft die Regierung, soll im Land ab Juli möglich sein.

In Österreich sollen 65.000 Corona-Tests in Hotels verfügbar sein

Österreich: Deutsche sind die mit Abstand wichtigste Gästegruppe für den österreichischen Tourismus – und vieles spricht dafür, dass Urlauber ab Mitte Juni wieder in die Alpenrepublik reisen dürfen. Hotels und Beherbergungsbetriebe in Österreich dürfen ab 29. Mai öffnen – und es gelten dann auch nur kleine Einschränkungen.

So wird etwa innerhalb einer Reisegruppe kein Sicherheitsabstand verlangt, Buffets sind mit besonderen hygienischen Vorkehrungen erlaubt, auch hoteleigene Wellness-Einrichtungen dürfen genutzt werden.

Um die Sicherheit der Gäste gewährleisten zu können, hat Österreichs Regierung einen Test-Marathon angekündigt. Ab Anfang Juli sollen Kapazitäten für bis zu 65.000 Tests pro Woche für Hotellerie-Mitarbeiter zur Verfügung stehen.

Wichtige touristische Einrichtungen wie Museen, Bergbahnen und Freizeitparks sollen in den nächsten Wochen wieder öffnen.

Grenzöffnungen: Italien buhlt um deutsche Touristen

Italien: Angesichts von Grenzöffnungen in anderen EU-Ländern war auch Italien unter Zugzwang. Denn die Sommersaison steht vor der Tür – Urlauber sollen da auch nach Italien kommen.

Daher sind ab dem 3. Juni Einreisen aus dem Ausland wieder erlaubt, auch die Flughäfen sollen dann wieder öffnen. Auch innerhalb Italiens darf man dann wieder reisen.

Regionen wie Südtirol, die Hotels schon ab Ende Mai öffnen, buhlen um deutsche Touristen. Allerdings ist die Grenze zu Österreich im Moment noch dicht.

In jedem Fall sollen überall Abstandsregeln gelten, Sonnenschirme am Strand weit genug voneinander weg stehen. Buchungen für den Zugang zu Strandbädern sollen verhindern, dass die Menschen zu dicht aneinander in der Sonne braten. Covid-Manager sollen Distanz und Hygiene überwachen.

Buffets in Hotels sind verboten. Desinfektionsmittel müssen überall bereit stehen.

Tourismus in Spanien frühestens ab Ende Juni

Spanien: Einen Spanien-Urlaub sollten Sonnenhungrige für den Frühsommer besser noch nicht buchen.

Die Regierung in Madrid bekräftigt, dass man frühestens ab Ende Juni mit einer weitgehenden Grenzöffnung für Touristen rechnen könne. Selbst den Spaniern werde es bis dahin verboten bleiben, in andere Regionen des Landes zu reisen.

Mallorca und weitere Urlaubsinseln können aber darauf hoffen, vielleicht doch ein wenig früher eine beschränkte Zahl von in- und ausländischen Besuchern empfangen zu dürfen. Es gebe eine Arbeitsgruppe, die über ein solches Pilotprojekt spreche, mit dem man erste Erfahrungen sammeln wolle.

Menschen, die trotz geschlossener Grenzen einreisen dürfen, weil sie in Spanien eine Erstwohnung haben oder eine Arbeitsstelle antreten, müssen bis auf weiteres zwei Wochen in Quarantäne.

Portugal: Ab Mitte Juli sollen die meisten Hotels wieder öffnen

Portugal: Weniger düster sehen die Aussichten für Portugal aus. Das Land ist extrem vom Tourismus abhängig, der etwa 15 Prozent der Wirtschaftsleistung ausmacht. 2019 verbuchten die Feriengebiete 27 Millionen Gäste.

Um zu retten, was zu retten ist, will sich Portugal nun schrittweise für ausländischen Tourismus öffnen. Der Hotelverband AHP teilte zuletzt mit, dass Mitte Juli die meisten Hotels wieder offen sein könnten. Die Tourismusbehörde will zudem mit einem neuen Hygiene-Siegel unter dem Motto "Clean & Safe" Vertrauen aufbauen. Tourismuseinrichtungen können sich kostenlos darum bewerben. Die Einhaltung der Bestimmungen soll regelmäßig überprüft werden.

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