Shootingstar des FC Bayern Kimmich: Mich haben Niederlagen schon als Kind gestört

Joshua Kimmich traf in den bisherigen fünf Ligaspielen schon drei Mal - und das als defensiver Mittelfeldspieler. Foto: firo/Augenklick

Wenn die DFB-Elf am Dienstagabend in der WM-Quali auf Nordirland trifft, darf wohl auch wieder Bayern-Youngster Joshua Kimmich auf der rechten Abwehrseite von Beginn an ran. Jetzt äußerte sich der 21-Jährige über seinen rasanten Aufstieg in den letzten Monaten.

 

München - Wohl kaum ein anderer junger Spieler ist in den letzten Monaten derart durchgestartet, wie Joshua Kimmich. Anfang der letzten Saison für 8,5 Millionen Euro vom VfB Stuttgart zum FC Bayern gekommen, machte sich der Defensiv-Allrounder dank guter Leistungen schnell einen Namen. Nach Auftritten in der Champions League wurde er von Bundestrainer Jogi Löw in die Nationalmannschaft berufen und durfte sogar mit zur Europameisterschaft nach Frankreich fahren.

Im Interview mit "dfb.de" sprach der Youngster über seinen kometenhaften Aufstieg in Verein und Nationalmannschaft. In der letzten Spielzeit setzte Trainer Pep Guardiola Kimmich meist in der Defensive ein – auch aufgrund der Personalsorgen, die sich bei den Bayern aufgetan haben. So wurde der 21-Jährige kurzerhand ins kalte Wasser geschmissen und spielte neben dem eigentlichen Außenverteidiger David Alaba in der Innenverteidigung – und das mit Erfolg. Das Duo spielte sich ein, wurde danach noch mehrmals im Abwehrzentrum eingesetzt.

Kimmich kam so zu mehr Spielzeiten, wodurch auch der Bundestrainer auf ihn aufmerksam wurde. Der 21-Jährige sieht das genauso: "Ohne diese Flexibilität hätte mich Pep Guardiola in der letzten Saison wahrscheinlich nicht als Innen- oder Außenverteidiger getestet und dann hätte ich sicherlich auch nicht so viele Einsatzzeiten bekommen und wäre auch nicht Nationalspieler geworden."

"Auch nach Autogrammen werde ich öfter gefragt"

Doch mittlerweile hat sich Kimmichs Rolle bei den Bayern verändert, wie er beschreibt: "Unter Carlo Ancelotti habe ich bislang einen offensiveren Auftrag. Ich spiele nicht mehr in der Verteidigung oder die defensive Sechs, sondern die Acht daneben. Ich versuche, die Wege in den Strafraum öfter zu suchen und zu gehen. Das hat bislang einfach gut funktioniert." Das spiegelt sich auch auf dem Tor-Konto Kimmichs wieder. In fünf Bundesligaspielen traf der defensive Mittelfeldspieler mittlerweile schon drei mal und auch in der Champions League traf er gegen den FK Rostov gleich doppelt. Hinzu kommt eine Torvorlage im Pokalspiel gegen Jena.

Mit steigenden Leistungen steigen auch die Erwartungen und damit zugleich der Druck – oft nicht leicht für einen jungen Spieler wie Kimmich. Doch der 21-Jährige sieht das ganz anders – und nimmt die Sache auch mit Humor: "Der Druck ist nicht größer geworden, denn ich mache mir wahrscheinlich den größten Druck, aber die Aufmerksamkeit hat zugenommen. Mein Name taucht einfach öfter in den Medien auf. Und auch nach Autogrammen werde ich öfter gefragt. Vor einem Jahr war das alles noch anders, da konnte ich in den Mannschaftsbus einsteigen, ohne dass mich jemand erkannt hat."

Schon als Kind hat er ungern verloren

Auch wenn sich Kimmich derzeit immer wieder in die Torschützenliste einträgt, ist das für ihn kein Grund übermütig zu werden. Für ihn bestehe gar nicht die Gefahr abzuheben, da er so viele Mitspieler hat, die schon "viel mehr erreicht haben". "Nur weil ich jetzt regelmäßig spiele und auch mal ein Tor mache, ist das im Vergleich zu Manuel Neuer, Thomas Müller oder Xabi Alonso einfach gar nichts."

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Kimmich ist ehrgeizig – und das war er schon als Kind, wie er verrät: "Mich hat es schon als Kind gestört, wenn ich verloren habe. Heute ist es immer noch so. Selbst nach einem verloren Trainingsspiel brauche ich erst einmal ein paar Minuten, manchmal auch Stunden, um das zu verarbeiten. Wenn ich irgendetwas mache, dann mache ich das zu Hundertprozent." Man kann davon ausgehen, dass Kimmich auch am Dienstagabend gegen Nordirland wieder seine hundert Prozent geben wird.

 

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