Seit einem Monat verletzt FC Bayern: Ehre und Skepsis - droht Manuel Neuer das Saisonaus?

Kann Manuel Neuer in dieser Saison noch einmal für den FC Bayern auflaufen? Foto: imago images / Revierfoto

Torhüter Manuel Neuer vom FC Bayern wird mit der Staatsmedaille ausgezeichnet. Ob er diese Saison noch spielt? "Ich habe Frankfurt im Blick", sagt der Kapitän des Rekordmeisters.

 

München - Der Anzug saß – und Manuel Neuer lächelte auch tapfer in die vielen Kameras. Doch allzu große Hoffnung, dass er in den verbleibenden zwei Spielen ins Tor des FC Bayern zurückkehrt, konnte der angeschlagene Keeper (Muskelfaserriss in der Wade) am Montagmittag im Max-Joseph-Saal der Residenz nicht verbreiten.

"Ob ich noch mal eingreifen kann, kann ich heute noch nicht sagen. Ich arbeite auf jeden Fall fest daran und muss von Tag zu Tag gucken, wie es dann ausschaut", floskelte Neuer. Immerhin sei er "zuversichtlich, dass der Meister FC Bayern heißt". Auf AZ-Nachfrage, ob er zumindest noch auf das Pokalfinale gegen RB Leipzig am 25. Mai hoffe, sagte Neuer: "Ich habe noch das Frankfurt-Spiel im Blick." Da geht’s für die Münchner am Samstag um den Titel.

Manuel Neuer baut Kinderhaus in Riem

Neuer zählte am Montag zu 20 Persönlichkeiten, die von Sozialministerin Kerstin Schreyer (CSU) für ihre Verdienste mit der Bayerischen Staatsmedaille geehrt wurden. Der 33-jährige Torhüter und Kapitän des FC Bayern setzt sich seit Jahren für Kinder und Jugendliche aus sozialen Brennpunkten ein. Dafür wurde 2010 die "Manuel Neuer Kids Foundation" gegründet. Ein Vorzeigeprojekt ist das "Manus – Kinder- und Jugendhaus" in Neuers Heimatstadt Gelsenkirchen. Derzeit entsteht in der Messestadt Riem ein weiteres Kinderhaus, das voraussichtlich im Sommer 2020 eröffnet wird.

"Es wäre für mich als Neu-Münchner schön, wenn ich auch hier ein 'Manus' entwickeln könnte", erklärte Neuer: "Ich fühle mich sehr gut mit der Medaille, weil es nicht nur für mich eine Auszeichnung ist, sondern für die gesamte Stiftung und für die Mitarbeiter. Darauf bin ich sehr stolz."

Fragen zum Gesundheitszustand: Manuel Neuer weicht aus

Ein Tag der Ehre für den Keeper – aber auch einer der Skepsis. Denn bei weiteren Fragen zu seinem Gesundheitszustand wich er aus. Er könne nach dem Muskelfaserriss schon wieder "eine Medaille entgegennehmen, ich kann gehen", scherzte Neuer ziemlich gequält. Haha. Sonst blieb er vage und verriet keine Details.

Deshalb ist nach aktuellem Stand davon auszugehen, dass Stellvertreter Sven Ulreich (30) auch am Samstag gegen die Eintracht im Tor stehen wird. Bislang trainiert Neuer vor allem individuell im Leistungszentrum, seit dem 4:1 in Düsseldorf am 14. April hat er nun schon fünf Pflichtspiele verpasst. Ulreich zeigte in den vergangenen Wochen ordentliche bis gute Leistungen, in Leipzig spielte er zu Null. Ob Neuer bis zum Pokalfinale fit wird, ist derzeit völlig offen. Vergangene Saison gegen Frankfurt (1:3) kam Ulreich zum Einsatz.

FC Bayern: Schalke sauer wegen Nübel-Avancen

Bei einem möglichen Neuer-Ersatz für die Zukunft wurde zuletzt immer wieder der Name Alexander Nübel (22) genannt. Präsident Uli Hoeneß hatte sich öffentlich zu Schalkes Torwart-Juwel geäußert, was bei den Königsblauen nicht gut ankam.

Er habe deshalb Bayerns Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge angerufen und gebeten, dafür zu sorgen, "dass Verantwortungsträger des FC Bayern aus Respekt vor unserer schwierigen Situation nicht ständig über unseren Torhüter in den Medien sprechen", sagte Schalkes Sportvorstand Jochen Schneider dem "Kicker". Rummenigge habe "sich verständnisvoll gezeigt und es entsprechend intern umgesetzt".

Das Nübel-Thema ist damit erstmal vom Tisch – das Neuer-Thema ganz und gar nicht.

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