Schulvergleich der Bundesländer Bayerns Neuntklässler besser als Durchschnitt – hinter Sachsen

Beim Schulvergleich der Bundesländer erzielten alle neuen Bundesländer Spitzenplätze. Foto: dpa

Bayern ist im Schulvergleich der Bundesländer vom Osten abgehängt worden. Die Länder wollen nun die Lehrerausbildung verbessern, der bayerische Philologenverband fordert mehr Unterricht.

 

Berlin/München – Bayerische Neuntklässler sind in Mathe und den Naturwissenschaften besser als der Bundesdurchschnitt – vom Spitzenreiter Sachsen sind sie aber weit entfernt. Das geht aus dem neuen Schulleistungsvergleich der Bundesländer hervor, den die Kultusministerkonferenz am Freitag in Berlin vorstellte. Die Schüler aus dem Freistaat liegen in den verschiedenen Fächern auf dem vierten (Mathe), sechsten (Chemie und Physik) und achten Platz (Biologie) im Ländervergleich. In Bio lagen die Leistungen nur knapp über dem Bundesdurchschnitt.

Die Bundesländer wollen nun die Aus- und Weiterbildung von Lehrern für Mathe und Naturwissenschaften deutlich verbessern, wie der Präsident der Kultusministerkonferenz, Stephan Dorgerloh (SPD/Sachsen-Anhalt), ankündigte. Der Studie zufolge haben 15 Prozent der Lehrer, die heute Mathematik unterrichten, dieses Fach gar nicht studiert – sieht man von den Gymnasien ab.

Der Bayerische Philologenverband forderte, in Bayern mehr Unterricht in den getesteten Fächern anzubieten. So habe Spitzenreiter Sachsen in der Grundschule beispielsweise 20 Stunden Mathe auf dem Lehrplan, in Bayern seien es vier Stunden weniger, sagte Sprecher Wolfram Janke.

„Da besteht offensichtlich Nachholbedarf“, fand auch der Präsident des Lehrerverbandes BLLV, Klaus Wenzel. Vor allem der Zusammenhang von Leistung und Herkunft der Schüler sei „erschreckend“. Das gelte aber für alle Bundesländer.

Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) bezeichnete die Ergebnisse als „erfreulich“. Die Schüler im Freistaat stünden im Vergleich zu den anderen westlichen Bundesländern sehr gut da, betonte Spaenle. Trotzdem müsse Bayern weiter Anstrengungen für eine gute Bildung unternehmen.

Auch die Opposition im Landtag ist erfreut über das Abschneiden. „Aber die Spitzenstellung der ostdeutschen Länder zeigt: Die Naturwissenschaften müssen in bayerischen Schulen einen größeren Stellenwert erhalten“, sagte Thomas Gehring, bildungspolitischer Sprecher der Grünen. Die Ganztagsschule böte auch für praktischen Unterricht Zeit und Raum. „Gerade in Mathematik, wo Eltern meist nicht helfen können, schaffen gebundene Ganztagsschulen einen sozialen Ausgleich“, bekräftigte der bildungspolitische Sprecher der SPD, Martin Güll.

Bei dem Schulvergleich erzielten alle fünf neuen Bundesländer Spitzenplätze. Von den Westländern konnten nur Bayern und Rheinland-Pfalz mithalten. Schlusslichter sind Bremen, Nordrhein-Westfalen und Hamburg.

Bundesweit beteiligten sich am Ländervergleich etwa 1300 Schulen und mehr als 44 000 Neuntklässler aller Schulformen. In Bayern waren es mehr als 2000 Schüler von 57 Schulen.

 

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