S-Bahn und Deutsche Bahn GDL-Streik und Ersatzfahrplan: Gehen Züge doch?

Ersatzfahrplan und Züge im Check: Geht mein Zug? Hier gibt's alle Infos zum Streik bei Bahn und S-Bahn, insbesondere für München. Foto: dpa

Ersatzfahrplan, Verspätungen, Zug-Ausfälle: Zum Mega-Streik der GDL bei der Deutschen Bahn erklären wir, wie Sie herausfinden, ob Ihr Zug eventuell doch fährt. So läuft's bei der S-Bahn in München.

München - Das Chaos im Berufsverkehr ist vorprogrammiert! Die GDL starten den größten Bahn-Streik des Jahrtausends. Der Streik soll am Mittwochnachmittag (15.00 Uhr) beginnen - aber zunächst nur im Güterverkehr. Der normale Fern- und Nahverkehr ist ab Donnerstagmorgen (2.00 Uhr) dran! Dann wollen auch die Lokführer der S-Bahnen die Arbeit ruhen lassen - bis Montagmorgen um 4.00 Uhr. Der Frust bei den Fahrgästen wächst. Schon am Mittwochmorgen waren die Straßen im Berufsverkehr der Münchner City verstopft!

Was machen, wenn ich auf die Bahn angewiesen bin? Geht mein Zug vielleicht doch?

Für die vier Streik-Tage im Personenverkehr stellt die Bahn jeweils einen sogenannten Ersatzfahrplan auf, die jeweils für einen ganzen Tag gelten. Der Plan für Donnerstag ist bereits online abrufbar, die Auskünfte für die übrigen Tage soll es laut Bahn immer zwei Tage vorher geben. Hier geht's zur Website der Bahn.

Geht mein Zug vielleicht doch? Mit Hilfe der Live-Auskunft der Bahn können Sie ihre Zugverbindung einfach checken Eine kurze Test-Anfrage der AZ am Mittwochnachmittag ergab, dass Reisende, die etwa am Donnerstagmorgen vom Münchner Hauptbahnhof nach Inssbruck wollen, durchaus Chancen auf Zugverbindungen haben.

Außerdem informiert die Bahn auf Twitter zur aktuellen Betriebslage der Bahn.

Wie schaut's bei der Münchner S-Bahn aus?

Die S-Bahn-Fahrer wird es schon am Donnerstagmorgen hart treffen. Die Bahn ist bemüht, bei der S-Bahn zumindest einen stündlichen (!) Takt aufrecht zu erhalten. Nur ein kleiner Trost für die Berufspendler, die sich auf völlige verstopfte Straßen in der Münchner City freuen dürfen.

Auch bei der S-Bahn gilt der Ersatzfahrplan. Neben der normalen Fahrplanauskunft der Bahn hilft auch die App „München Navigator“. "Mit diesem Fahrplan versucht die DB trotz des angekündigten bundesweiten Streiks so viele Reisende wie möglich ans Ziel zu bringen", heißt es. Und weiter: Zusätzlich zur Servicerufnummer der S-Bahn München (Montag - Freitag von 7:00 - 20:00 Uhr) ist eine kostenlose Servicenummer unter 08000 99 66 33 geschaltet.

Zugausfälle, Ersatzfahrplan und Ticket-Umtausch - Alles was Bahnreisende jetzt wissen müssen

Alle Verbindungen neben dem Ersatzfahrplan fallen aus!

Zu Beginn des Ausstands will der GDL-Vorsitzende Claus Weselsky in Berlin noch einmal die Haltung der Gewerkschaft vor Medienvertretern erklären. In dem Tarifstreit will die GDL einen eigenständigen Tarifvertrag für Zugbegleiter durchsetzen. Dabei pocht sie auf das Prinzip der Tarifpluralität, demzufolge mehrere Tarifverträge für dieselbe Berufsgruppe möglich sind. Die GDL fordert außerdem fünf Prozent mehr Einkommen und eine kürzere Wochenarbeitszeit.

Bahn verurteil den Streik hart

Die bundeseigene Deutsche Bahn hat den Streik als maßlos verurteilt und die GDL zur Rückkehr an den Verhandlungstisch aufgefordert. Gespräche über Spielregeln für die Tarifrunde waren am Sonntag gescheitert.

Der Konzern will ein juristisches Vorgehen gegen den Streik prüfen, schätzt die Erfolgsaussichten aber als gering ein. Man schaue sich "das natürlich auch von der juristischen Seite erneut an", sagte Personalvorstand Ulrich Weber im Deutschlandfunk.

"Unsere Erfahrung ist mit den Arbeitsgerichten, dass sie sich sehr schwertun in solchen Fragen der Beurteilung der Verhältnismäßigkeit, solchen Ersuchen nachzukommen", stellte der Bahnmanager aber fest. In der Vergangenheit hätten die Gerichte in aller Regel gegen den Arbeitgeber entschieden.

"Weselsky verliert jedes Maß"

Aus der großen Koalition kam scharfe Kritik am Vorgehen der GDL und ihres Vorsitzenden. "Claus Weselsky verliert gerade jedes Maß", sagte SPD-Generalsekretärin Yasmin Fahimi "Spiegel Online". Die Politikerin forderte Weselsky auf, seine Streikpläne zurückzuziehen.

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) warnte davor, die öffentliche Akzeptanz für den neuen Bahnstreik über Gebühr zu strapazieren. Der "Bild"-Zeitung (Mittwoch) sagte er, Streik sei zwar ein elementarer Bestandteil der Tarifautonomie. Doch sollten die Tarifparteien "mit diesem hohen Gut sehr verantwortungsvoll umgehen". CDU-Generalsekretär Peter Tauber betonte: "Die Dauer des Streiks allein lässt jedes Maß vermissen."

Der Fahrgastverband Pro Bahn bedauerte den Streik. Die GDL und ihr Vorsitzender dürften nicht länger alles auf eine Karte setzen und kompromisslos alle Einigungsvorschläge vom Tisch wischen. Sie müssten bereit sein, zusammen mit der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) zu verhandeln.

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