S-Bahn-Derby in Dritter Liga TSV 1860: Kampfansage aus Haching - doch Daniel Bierofka kontert

Umkämpftes Derby: die SpVgg Unterhaching gegen den TSV 1860, hier Hachings Sascha Bigalke (li.) und Löwen-Trainer Daniel Bierofka (Mi.). Foto: imago/foto2press

Der TSV 1860 empfängt unter Flutlicht die SpVgg Unterhaching zum S-Bahn-Derby im Grünwalder Stadion. "Das hat ein bisschen was von Champions League", sagt Löwen-Coach Daniel Bierofka. Haching-Trainer Claus Schromm dagegen plagen Personalprobleme.

 

München/Unterhaching - Wer ist die Nummer zwei der Stadt? Oder besser: die Nummer eins an der S-Bahn-Strecke der S3 mit den Haltestellen Giesing und Haching?

TSV 1860 gegen SpVgg Unterhaching – großer Traditionsklub gegen Vorstadt-Verein. 1:1 hieß es im dramatischen Hinspiel, am Dienstag (19 Uhr, live bei Magenta Sport und im AZ-Liveticker) steigt das zweite Duell im Grünwalder Stadion. 15 000 Zuschauer. Ausverkauft. Derby-Zeit in München!

Daniel Bierofka: "Besonderes Flair"

"Ein Derby ist immer fifty-fifty. Das ist ein Spiel auf Augenhöhe, beide Mannschaften wollen unbedingt gewinnen", erklärt Daniel Bierofka, Trainer des blauen Riesen, in der momentanen Realität der Dritten Liga mit 37 Punkten Neunter. Vorfreude? Ist dem 40-Jährigen sichtlich anzumerken. "Wenn das Flutlicht angeht im Grünwalder Stadion, ist es immer ein besonderes Flair. Eine tolle Atmosphäre!" Bierofka bemüht sogar den waghalsigen Vergleich: "Danach ist ja auch Champions League, also hat das schon ein bisschen was davon – Mini-Champions League auf Giesings Höhen."

Bevor Schalke 04 gegen Topfavorit Manchester City nach dem 2:3 zuhause gegen das schier programmierte Ausscheiden kämpft und Juventus Turin Atlético Madrid empfängt, heißt es: Sechzig gegen Haching, Münchner-Mini-Königsklasse!

Haching: Mini-Fanmarsch zum Grünwalder Stadion

"Da muss man sich ein bisschen kneifen, dass es Realität ist, dass wir bei den Löwen spielen. Das ist außerordentlich. Ein Spiel, auf das sich jeder freut", sagte Bierofkas Kollege und Kontrahent, Claus Schromm. Er liegt mit seiner Spielvereinigung zwar ein Pünktchen vor Sechzig, doch er weiß als Ex-Jugendtrainer der Blauen, dass hinsichtlich Historie und Aufmerksamkeit zwischen beiden Klubs Welten liegen. Ein Indiz der Größenordnung gefällig? Der TSV 1860 liegt in der Auswärtsfahrer-Tabelle auf Rang eins, nach AZ-Informationen wollen Haching-Ultras einen Fan-Marsch vom Fasanenpark ins Grünwalder starten – 60 bis 80 an der Zahl.

In dieser Konstellation hat es 1860 jetzt in der Hand, die seit Winter schwächelnden Hachinger erstmals in der Saison zu überholen. Bierofka sagt dazu: "Es gab schon mal Zeiten, da haben wir Unterhaching mit dem Fernglas suchen müssen." Nun wolle er mit seinen Aufschwung-Löwen (drei Siege aus vier Spielen) die Gunst der Stunde nutzen: "Wir haben absolut Respekt vor Unterhaching, aber ich bin überzeugt von meiner Mannschaft und in der Form, in der wir gerade sind, können wir ihnen Probleme bereiten."

Übrigens: Im Vergleich der Trainer steht es unentschieden. Schromm erklärt: "Wir haben zwei Mal 1:1 gespielt. Es wird Zeit, dass einer mal gewinnt – und zwar wir. Aller guten Dinge sind drei." Bierofka kontert: "Ich denke mir schon, der Claus würde sich mal einen Sieg gegen mich wünschen. Wir werden morgen erleben, was passiert."

TSV 1860: Bis auf Quirin Moll alle dabei

Personell kann Sechzig außer Quirin Moll (Kreuzbandriss) aus dem Vollen schöpfen. Bierofka: "Sascha Mölders haben wir wieder aus der Kühlbox geholt. Das Spiel in Wehen war sehr anstrengend." Man werde dennoch „genug Reserven im Tank haben“. Haching hat dagegen Verletzungsprobleme: Neben Luka Marseiler fällt auch Ex-Löwe Dominik Stahl aus (Zehenbruch). Aufstrebende Löwen gegen taumelnde Hachinger – wer holt sich die Drittliga-Stadtmeisterschaft?

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