Rundumschlag vom FC-Bayern-Boss Politik, DFB-Stars, Gesellschaft: Uli Hoeneß teilt gegen alle aus

Clemens Hagen.
Meinungsstark: Uli Hoeneß, Präsident des FC Bayern. Foto: imago/Sven Simon

Spektakuläre Wutrede von Uli Hoeneß: Der Präsident des FC Bayern holt auf einem CSU-Stammtisch am Tegernsee zu einem spektakuären Rundumschlag aus. Nichts und niemand ist vor seiner Kritik sicher.

Bad Wiessee - Uli at his best: Bayern-Präsident Uli Hoeneß hat auf einem CSU-Stammtisch in seiner Heimatgemeinde Bad Wiessee am Tegernsee zu einem seiner legendären Rundumschläge angesetzt.

Hoeneß schwärmt von Bundesland Bayern

Im Rahmen einer politischen Diskussion kritisierte Hoeneß in einem Gasthof unweit seines eigenen Anwesens verallgemeinert die Gesellschaft und Politiker sowie konkret wiederholt den zurückgetretenen Nationalspieler Mesut Özil. Der 66-Jährige hielt ferner eine Hommage auf das Land Bayern und hob die besondere Verbindung zwischen Bayern, München und seinem Klub hervor. Die AZ fasst die wichtigsten Aussagen zusammen:

Uli Hoeneß über...

...die Personalie Jerome Boateng: "Manchmal höre ich dann: Hast du gehört, der Boateng wird jetzt verkauft. Dann denke ich mir: Ist da was an mir vorbeigegangen?"

...das DFB-Team: "Dass in der deutschen Nationalmannschaft bis 3 Uhr nachts über die Zimmer hinweg irgendwelche Spiele gespielt wurden. Dass die Führung der Nationalmannschaft gezwungen war, morgens um 3 Uhr den Stecker zu ziehen, dass sie nicht mehr miteinander kommunizieren konnten. Und ich sage: Sie hätten gescheiter die Energie verwendet auf dem Trainingsplatz. Vor allem hätten sie dann ein paar Stunden mehr geschlafen und hätten nicht im Spiel schlafen müssen."

...den schwer kritisierten Mesut Özil: "Ich habe meine Meinung zur sportlichen Leistungsfähigkeit von Mesut Özil in den letzten zwei, drei Jahren gesagt. Die ist eindeutig. Ich bin eben nicht der Meinung, dass er sportlich noch in der Lage ist, für Deutschland zu spielen. Beim DFB und im Umfeld hat man sich eine politische Diskussion aufdrängen lassen. Auch das Umfeld von Mesut hat das befeuert. Wenn man so und so viele Follower hat, kann man den größten Schwachsinn veröffentlichen und viele glauben es. Ich habe ganz klar nur auf die sportliche Leistungsfähigkeit des Spielers hingewiesen. Das ist eine private Meinung. Aber ich habe nie darüber nachgedacht, ob er Türke ist oder türkische Wurzeln hat, wo er geboren ist. Für mich war nur die Frage, ob er gut oder schlecht ist. Und wenn man sich dann in Deutschland eine solche Diskussion hat aufdrängen lassen, und da haben sich sehr viele Politiker populistisch und völlig falsch beteiligt. Denn das eigentliche Problem ist aus dem Auge verloren worden: Der Spieler hat mit dem Foto mit Erdogan einen Fehler gemacht und er hätte sich verdammt nochmal entschuldigen sollen. Dann wäre das Thema erledigt gewesen. Meine Meinung dazu, wird kein Mensch der Welt mehr ändern."

"Wir sind stolz, aus Bayern zu kommen"

...die Verbindung zwischen Bayern und dem FC Bayern: "Das ist eine prima Symbiose, man befruchtet sich gegenseitig. Wir sind stolz, aus Bayern zu kommen und in München beheimatet zu sein. Das werden wir immer sehr nach vorne tragen. Das sind Qualitätsmerkmale: Bayern und München. Der Verein hat sich in den letzten 30, 40 Jahren in diese Richtung mitentwickelt. Wir repräsentieren ein Land, auf das die ganze Bundesrepublik stolz sein kann, eigentlich mehr sein müsste, wie sie es tut. Wir möchten nie vergessen, dass wir in einem Land leben, in dem man seine Meinung sagen kann, wo man das Maul aufreißen kann, wo man kritisieren kann, wo man den Nockherberg hat und 'derbleckt' wird. Das kann man sich ja nicht in allen Teilen unseres Landes leisten.

Unweit des Bayern-Trainingslagers in Rottach-Egern holte Uli Hoeneß in seinem Heimatort Bad Wiessee zu seinem Rundumschlag aus:

...Grantler in der Gesellschaft: "Was ich vermisse in unserer Gesellschaft: Dass die Leute morgens mal aufwachen und sagen: 'Verdammt nochmal, geht es mir gut'. Jetzt können sie ja locker sagen, der hat es ja leicht, der hat einen guten Job, der hat viel Geld, alle sind gesund in der Familie, der hat eine Wurstfabrik - alles gut! Aber das habe ich ja weder geerbt noch im Lotto gewonnen, dafür habe ich 40 oder 50 Jahre gearbeitet. Und ich sage jedem, der in Deutschland unzufrieden ist: Jeden Morgen, wenn ich in Bad Wiessee aufstehe und auf den See runterschaue, weiß ich, dass dieser Tag schon gut gelaufen ist. Es gibt viele in unserer Gesellschaft, die stehen auf, schauen in den Spiegel und sagen: 'Der Tag ist schon gelaufen'."

Hoeneß: Beim FC Bayern "hochkant rausfliegen"

...Grabenkämpfte unter Politikern: "Gerade in der Politik hätte ich mir gewünscht, dass nicht alles rauskommt. Wenn ich mir heute überlege, es wäre eine wichtige Sitzung: Wenn einer bei Bayern München aus dem Vorstand oder aus dem Aufsichtsrat was rausschicken würde, der würde hochkant rausfliegen. Wenn sie das nicht beherrschen, können sie nicht die Vertreter der Bürger in der Öffentlichkeit sein. Es tut mir furchtbar leid!"

...die Sicherheit in München: "Die Sicherheit ist in diesem Land einmalig. Wir haben beim FC Bayern viele ausländische Spieler, die von weit herkommen: aus Brasilien, aus Kolumbien, aus Frankreich. Sehr viele Spieler, etwa Claudio Pizarro aus Peru, bleiben in Deutschland, in München, in Bayern. Giovane Elber überlegt gerade, aus Brasilien nach Deutschland zu ziehen. Ich habe ihn gefragt: 'Warum machst du das, du verlässt deine Familie?' Er sagt: 'Nein, hier kann ich in Ruhe über die Straße gehen. Meine Frau kann auch nachts über die Straße gehen. In Brasilien undenkbar'. Das ist ein Aspekt, den wir nicht vergessen dürfen. Und da ist Bayern natürlich ein Vorbild. Wir können alle sehr, sehr zufrieden sein, dass es so ist, und dass es auch so bleibt."

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