Rüffel für kleine Klubs FC Bayern: Rummenigge warnt vor Spaltung der Liga

Karl-Heinz Rummenigge: "Wir haben uns immer zur Zentralvermarktung bekannt (...), um (...) zu gewährleisten, dass die Bundesliga als Gesamtheit wettbewerbsfähig ist." Foto: Andreas Gora/dpa

Die kleineren Klubs hatten sich im Vorfeld der DFL-Vollversammlung formiert - gerade in Sachen Umverteilung der TV-Gelder. Bayern-Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge reagiert genervt.

 

Berlin/München - Mit deutlichen Worten hat sich Karl-Heinz Rummenigge das sogenannte "Team Mittelstand" vorgeknöpft. Ausgangspunkt der Tirade des Vorstandschefs vom FC Bayern war der Schritt von Borussia Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke, der sich am Mittwoch nicht zur Wahl ins DFL-Präsidium gestellt hatte.

"Eigentlich kenne ich dieses Gremium nur mit Borussia Dortmund und Bayern München. Ich glaube, auch der Fakt, dass beide Klubs immer dabei waren, hat immer dazu geführt, dass man faire und seriöse Lösungen gefunden hat", sagte Rummenigge im Anschluss an die Generalversammlung der Deutschen Fußball Liga in Berlin.

DFL: Deshalb zog Watzke seine Kandidatur zurück

Watzke hatte am Dienstag seine Kandidatur für das Präsidium und den DFL-Aufsichtsrat zurückgezogen. Grund dafür war wohl, dass die Front der Vereine aus der unteren Mittelklasse deutlich gemacht hatte, nicht Watzke und Bayern-Finanzchef Jan-Christian Dreeßen wählen zu wollen. Nachdem BVB-Präsident Reinhard Rauball als DFL-Präsident abgetreten ist, hat der Vizemeister in den DFL-Gremien momentan keine Stimme.

"Im Prinzip ging es eigentlich immer nur ums Geld, die Verteilung der TV-Gelder und gerade da haben sich die zwei Klubs immer sehr solidarisch gehalten", betonte Rummenigge. "Wir haben uns immer zur Zentralvermarktung bekannt (...), um (...) zu gewährleisten, dass die Bundesliga als Gesamtheit wettbewerbsfähig ist."

Rummenigge kritisiert "Separierung der Interessenlage"

Die Formierung des "Teams Mittelstand", dem Klubs wie Hertha BSC, der VfB Stuttgart, der Hamburger SV, Eintracht Frankfurt oder Werder Bremen angehören, sei vielen "auf die Nerven gegangen", so Rummenigge weiter.

Der 63-Jährige redete sich dann in Rage: "Das habe ich noch nie erlebt seit der Gründung der DFL, dass es eine Separierung der Interessenlage gab und dass das Fell des Bären schon vorzeitig verteilt werden sollte. Das war absolut nicht okay." Diese Vereine sollten "schnellstens wieder in den Kreis aller" zurückkehren.

Seifert warnt vor "Grabenkämpfen"

"Trotz der Unterschiede zwischen Ligen, Klubs und DFB" dürfe die Einheit des deutschen Fußballs "nie zur Diskussion stehen", sagte der scheidende DFL-Boss Reinhard Rauball (72), der zum DFL-Ehrenpräsidenten gewählt wurde.

DFL-Geschäftsführer Christian Seifert forderte die Vereinsvertreter auf, keine Grabenkämpfe zwischen Bundesliga und 2. Liga zu führen. "In den vergangenen Wochen wurde viel über Solidarität und Miteinander geredet. Ich hatte manchmal das Gefühl, es geht eher um ein Gegeneinander", sagte Seifert. Der 50-Jährige sah sich sogar genötigt, den früheren US-Präsidenten Abraham Lincoln zu zitieren: "Jedes Haus, das in sich uneins ist, wird nicht bestehen."

Kleine Klubs gehen als Sieger aus DFL-Versammlung hervor

Angesichts der Zusammensetzung des neuen Präsidiums, dem Seifert als Sprecher vorsteht, dürften bei so brisanten Themen wie der Verteilung der TV-Milliarden aber hitzige Diskussionen programmiert sein. Denn die vermeintlich kleinen Klubs, die stets mehr vom Kuchen abhaben wollen, sind (erneut) stark vertreten - sie gehen als Sieger aus der Generalversammlung hervor.

Künftig werden Oliver Leki (SC Freiburg), Alexander Wehrle (1. FC Köln), Rüdiger Fritsch (Darmstadt 98), Oke Göttlich (FC St. Pauli) sowie Steffen Schneekloth (Holstein Kiel) die Interessen der "Kleinen" mindestens ebenso stark vertreten wie Jan-Christian Dreesen (Bayern München) und Peter Peters (Schalke 04) die der Großen. Zudem gehört DFL-Direktor Ansgar Schwenken dem Gremium an.

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